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Grüner Neustart durch Renovierungen
Politik 2 Min. 29.05.2020

Grüner Neustart durch Renovierungen

Grüner Neustart durch Renovierungen

Guy Jallay/Luxemburger Wort
Politik 2 Min. 29.05.2020

Grüner Neustart durch Renovierungen

Morgan KUNTZMANN
Morgan KUNTZMANN
Die Wirtschaft Luxemburgs soll mithilfe des Energie- und Klimaplans gestärkt und umweltfreundlicher aus der Covidkrise herauskommen. Die erste Maßnahme geht in die Richtung.

Nachdem die Coronakrise die Klimakrise überschattet hat, soll der wirtschaftliche Neustart klimafreundlich und nachhaltig vonstatten gehen. Gleich am Anfang der gestrigen Vorstellung der Maßnahme beschreibt Energieminister Claude Turmes seine Hoffnung: „Wir müssen die Dynamik, von Solidarität und Vorsichtsgedanken, die uns zur Eindämmung der Coronainfektionen geholfen hat, mitnehmen, um unsere Wirtschaft klimafreundlicher zu gestalten und den Klimawandel aufzuhalten.“ 

Als der Nationale Energie- und Klimaplan (PNEC) Ende letzten Jahres von Umweltministerin Carole Dieschbourg und Energieminister Claude Turmes (déi Gréng) vorgestellt wurde, war eine der Hauptkritiken, dass dieser zu allgemein und vage gehalten sei. In der Pressekonferenz am Freitag stellten die beiden Minister den ersten konkreten Schritt des am 20 Mai durch den Staatsrat angenommenen Plans vor. 

Clever Wohnen 

Die Regierung möchte, dass Häuser und Wohnungen mithilfe staatlicher Zuschüsse zu mehr Energieeffizienz saniert werden. „Gebäude machen zwölf Prozent unserer nationalen Treibhausgasemissionen aus,“ sagte Dieschbourg auf der Pressekonferenz. Um diesen zu verringern wurden die Prime-House-Beihilfen insgesamt um 50 Prozent angehoben. Diese beinhalten die Energieberatung, die um bis zu 3.300 Euro übernommen wird, während die Renovierung mit bis zu 30.000 Euro bezuschusst wird. Davon betroffen sind beispielsweise Isolation, thermische Dämmungen und neue Fenster. Die staatlichen Zuschüsse um Heizungsanlagen zu ersetzen wurden um 25 Prozent erhöht. 


IPO,Nationaler Klima-undEnergieplan,Carole Dieschbourg & Claude Turmes. Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort
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So sollen mit fossilen Brennstoffen betriebene Heizkessel in Wohngebäuden durch erneuerbare Heizungsanlagen ersetzt werden. Renovierungsaufträge müssen bis zum 31. März 2021 aufgegeben werden, über die Plattform guichet.lu können die Menschen die Anträge zur Beihilfe stellen. Die Prämien für den Einbau von solarthermischen Anlagen oder eines Holzpelletkessels steigen um 25 Prozent auf 5.000 beziehungsweise 6.250 Euro. 

„Wir setzen auf Wärme, die auf erneuerbaren Energien basiert“, sagte die Umweltministerin. Die Beihilfen für den Austausch von mit fossilen Brennstoffen befeuerten Heizungen werden um 30 Prozent erhöht. Um die vorgestellte Maßnahme greifbar zu machen erwähnte Dieschbourg ein Beispiel: „Bei einer Renovierung eines 150 m2 großen Hauses, wo die Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt wird, kann die Familie eine Beihilfe von bis zu 65.000 Euro erhalten.“ 


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Dadurch steige der Wert des Hauses und die Energienebenkosten des Wohngebäudes würden auf dauer sinken. „Natürlich können die Beihilfen einzeln beantragt werden,“ fügte Dieschbourg hinzu. Informationen zu den Zuschüssen findet man auf auf der myenergy.lu Seite.

"Neistart" und Klimaplan gehen Hand in Hand

Auf die Frage eines Journalisten warum die Zuschüsse zeitlich so eng begrenzt sind, antwortete der Energieminister Turmes, dass diese Maßnahme nicht nur dem Klimaschutz dienen soll, sondern auch die Handwerker unterstützen soll. „Jetzt ist der Moment! Es war noch nie so attraktiv in Klimaschutz zu investieren und gleichzeitig den lokalen Betrieben zu helfen,“ so Turmes. 


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Am Ende schätzt die Regierung die zusätzlichen Kosten auf 20 bis 25 Millionen Euro für die zeitlich befristeten Prämien. „Und wir fahren auch mit zinslosen Klimakrediten fort“, sagte die Umweltministerin, dies soll den Bewohnern des Landes helfen Investitionen in diesem Bereich zu tätigen. Von den rund 250.000 Wohngebäuden in Luxemburg sind etwa 200.000 mehr als zehn Jahre alt und können renoviert werden. Während der Pressekonferenz deuteten die Minister an, dass dies nur die erste einer Vielzahl von Maßnahmen sei, die sowohl Klimaschutz, wie auch Konjunkturpaket in einem verbinden. 

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