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Grüne werfen ADR Lügen und Halbwahrheiten vor
Politik 06.02.2021

Grüne werfen ADR Lügen und Halbwahrheiten vor

Die Terminologie im Zusammenhang mit künstlicher Befruchtung ist Streitthema zwischen ADR und Grünen.

Grüne werfen ADR Lügen und Halbwahrheiten vor

Die Terminologie im Zusammenhang mit künstlicher Befruchtung ist Streitthema zwischen ADR und Grünen.
Foto: dpa
Politik 06.02.2021

Grüne werfen ADR Lügen und Halbwahrheiten vor

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Zum Wochenende glühen die Social-Media-Präsenzen von Déi Gréng und ADR. Stéphanie Empain wirft Fernand Kartheiser vor, die Öffentlichkeit bewusst zu täuschen. Es geht dabei um den Begriff "Vater". Oder auch nicht.

Man könnte Stéphanie Empains Facebook-Post vom späten Freitagabend guten Gewissens als „geharnischt“ bezeichnen. Fernand Kartheiser von der ADR verbreite „Halbwahrheiten“ und verfolge dabei „abstruse“ Ziele. Auch das Wort „Lüge“ kommt darin vor, ebenso wie der Satz „Es ist mal wieder ein Beweis, wie Populismus funktioniert“. Das Posting wurde Stand Samstagmittag 779 Mal geteilt - für ein Luxemburger Thema ist das beachtlich. Doch was war eigentlich passiert?


Adoption Baby Kind
Tanson führt Recht auf Kenntnis der Abstammung ein
Justizministerin Sam Tanson regelt das Recht auf die Kenntnis der eigenen Abstammung bei einer Adoption oder einer künstlichen Befruchtung.

Der Ausbruch der Grünen-Abgeordneten auf Facebook ist eine Reaktion auf eine Veröffentlichung der ADR, ebenfalls auf Facebook, vom Freitagnachmittag und auf ein früheres Posting der ADR vom 2. Februar. Es geht um ein Gesetzesprojekt, das die grüne Justizministerin Sam Tanson angeschoben hatte: das Recht eines Kindes auf Kenntnis der eigenen Abstammung bei Adoption und künstlicher Befruchtung. 

ADR-Fraktionschef Fernand Kartheiser hatte sich in einer Aussprache in der Chamber auf den Gesetzestext bezogen, in dem von „autre parent de naissance“, also dem „anderen leiblichen Elternteil“ die Rede ist (neben der „mère de naissance“, also der „leiblichen Mutter“). Die ADR hatte sich auf Facebook über die Formulierung „autre parent de naissance“ mokiert - womit ja laut ihrer Interpretation der Vater gemeint sein müsste - und eine Kampagne namens „Ech si Papp“ angestoßen. Der Slogan zieht seine Kreise auf Facebook, wer danach sucht, findet zahlreiche Profilbilder, die den Satz enthalten - eingebettet in einer Luxemburger Fahne. Der Vorwurf der ADR: Die Grünen wollten durch Fomulierungen wie die im Gesetzestext „den Vater abschaffen“, obwohl sie doch sonst so sehr für Gleichberechtigung seien. 

Die Grünen-Abgeordnete Stéphanie Empain kontert jetzt deutlich: Kartheiser habe bereits in der Aussprache eine Antwort von Sam Tanson erhalten. Diese hatte erklärt, dass es im Rahmen einer „PMA“, also einer medizinisch unterstützten Fortpflanzung, den Fall geben könne, dass ein Kind aus einer gespendeten Eizelle und aus einer Samenspende entstehe - mithin gebe es für den Begriff „autre parent de naissance“ also noch mehr Bedeutungsvarianten als nur männliche Personen. Und das sei nach dieser Antwort auch Kartheiser klar gewesen, der aber dennoch weiterhin „Halbwahrheiten“ verbreite. Das mache sie „rosen“, so Empain.  

Die ADR wiederum reagierte am Samstagmittag auf Empains Vorwürfe. Es werde am Montag eine ausführliche Stellungnahme geben. In der Zwischenzeit ergehe der Aufruf an die Väter: „Léif Pappen: Wiert Iech!“

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