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Grüne Energie als Exportschlager
EU-Vizepräsident und Energiekommissar Maros Sefcovic erklären, zusammen mit dem luxemburgischen EU-Abgeordneten, Claude Turmes, dass die grüne Energie die Zukunft von morgen ist.

Grüne Energie als Exportschlager

Foto: Guy Jallay
EU-Vizepräsident und Energiekommissar Maros Sefcovic erklären, zusammen mit dem luxemburgischen EU-Abgeordneten, Claude Turmes, dass die grüne Energie die Zukunft von morgen ist.
Politik 2 Min. 12.03.2018

Grüne Energie als Exportschlager

Rosa CLEMENTE
Rosa CLEMENTE
Der luxemburgische EU-Abgeordnete Claude Turmes stand am Montag zusammen mit dem EU-Energiekommissar Maros Sefcovic vor einem gespannten Publikum in der Abbaye Neumünster, um über die Zukunft Europas zu diskutieren. Thema: nachhaltige Energie.

In den kommenden Jahren werden die großen Ölkonzerne von ihrem Thron als Giganten der Industriebranche abdanken müssen; das behauptete der Luxemburger EU-Abgeordneter Claude Turmes am Montag in einem Podiumsgespräch mit EU-Energiekommissar Maros Sefcovic in der Abbaye Neumünster.

Im Rahmen der sogenannten "Citizens' Dialogues oder EU-Dialogues" - also der Gespräche, an denen EU-Bürger teilnehmen dürfen, um mit den Repräsentanten der Europäischen Kommission diskutieren zu können - fand das Zusammentreffen beider Politiker statt. Zur Debatte stand die Energiepolitik Europas. Laut Turmes, werden in der Zukunft die Produzenten von grüner Energie den ersten Platz in der Rangliste der Weltmächte einnehmen.

"Es ist wichtig, dass wir als Europäische Union es schaffen, uns in diesem Wettlauf gegen den Klimawandel zu behaupten. Die großen Unternehmen in Europa müssen so schnell wie möglich den Nutzen in der grünen Energie erkennen. Wir müssen diese nachhaltige Energie einsetzen, um in den kommenden Jahren nicht von anderen Weltmächten wie China - die in der Entwicklung von nachhaltiger und energiesparender Technologie bereits weit vorne ist - abhängig zu werden", erklärt Turmes.

"In ein paar Jahren sind nachhaltige Energieproduzenten die Nummer eins in der Industriebranche", betont Claude Turmes am Montag in der Abbaye Neumünster.
"In ein paar Jahren sind nachhaltige Energieproduzenten die Nummer eins in der Industriebranche", betont Claude Turmes am Montag in der Abbaye Neumünster.
Foto: Guy Jallay

Luxemburg ist, so EU-Vizepräsident und Energiekommissar Maros Sefcovic, ein fleißiger Schüler in Sachen Energiepolitik. Die sogenannten "Smart Houses", also Häuser die keine Energie konsumieren, sondern sogar welche produzieren können, sind laut EU-Vizepräsident die Infrastrukturen der Zukunft und Luxemburg würde sich in dieser Frage besonders engagieren.

In den "EU-Dialogues"-Gesprächsrunden kann das Publikum mitwirken; so auch am Montag, in der Abbaye Neumünster. Ein junger Mann fragte, ob es denn fair sei, dass nun die Dieselfahrer nicht mehr in verschiedenen Städten Europas fahren dürften, obwohl es ja im Grunde nicht ihre Schuld sei, sondern die der großen Autokonzerne.

Claude Turmes antwortet kritisch: " Es ist der größte Skandal der Industriegeschichte. Ich finde es unerhört, dass Angela Merkel und die SPD die deutsche Autolobby so sehr schützen. Ich dachte Deutschland wäre eine Demokratie".


"35 Millionen manipulierte Diesel Autos, das ist enorm. Ich verstehe nicht, dass die Politik so wenig reagiert hat. Da muss noch einiges geschehen, denn nun stellt sich die Frage was mit den bereits bestehenden Fahrzeugen passieren wird. Denn wahrscheinlich werden diese Autos in naher Zukunft an Länder im Osten Europas verkauft, das heißt, dann wird die dortige Bevölkerung mit den schädlichen Abgasen konfrontiert werden. Das ist ein Problem.", erklärt Claude Turmes.

Maros Sefcovic packte das Thema diplomatischer an. Europa hätte vor Jahren das Ziel gehabt mit den Dieselautos, die saubersten und performantesten Autos auf den Markt zu bringen. "Die europäische Autoindustrie muss ihre Produktion überdenken. Sie muss sich an die europäischen Werte und Ziele erinnern und es nun richtig machen. Die neuen europäischen Gesetze werden die Industrie auch sicherlich in diese umweltfreundlichere Richtung drängen."

Weitere Fragen, die über Twitter mit dem Hashtag #EUdialogues hereinkamen, wurden von beiden Politiker kommentiert.

So auch eine Frage von einem Twitter-User über die Sonnen-Besteuerung, die die konservative spanische Regierung nun vor Kurzem eingeführt hat. Die Frage lautet " Wie kann die EU-Kommission es zulassen, dass ein (spanischer) Staat seine Bevölkerung in Sachen Solarenergie besteuert?".

Claude Turmes reagierte prompt: "Wir werden im Mai auf europäischer Ebene, neue Regelungen durchzusetzen, die es jedem in Europa ermöglichen werden, daheim grüne Energie zu produzieren. Somit müsste auch Spanien ihr Besteuerungsgesetz bei der privaten Produktion von Sonnenenergie zurückziehen."


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