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Grün wirkt
Politik 4 2 Min. 27.05.2019

Grün wirkt

So sehen Wahlsieger aus. Déi Gréng können sich zum dritten Mal nacheinander steigern.

Grün wirkt

So sehen Wahlsieger aus. Déi Gréng können sich zum dritten Mal nacheinander steigern.
Foto: Pierre Matgé
Politik 4 2 Min. 27.05.2019

Grün wirkt

Patrick BESCH
Patrick BESCH
Déi Gréng sind mit 18,91 Prozent drittstärkste Kraft und verteidigen ihr EU-Mandat. Tilly Metz verdoppelt ihr Resultat und darf somit fünf weitere Jahre im Europäischen Parlament die Grünen vertreten.

Seit den Europawahlen von 1984 mischen die Grünen in Luxemburg auf europäischen Parkett mit. Bisher eine Erfolgsgeschichte. Beim Urnengang 2014 eroberten sie mit 15,01 Prozent der Stimmen den zweiten Platz, nach 2009, als sie 16,82 Prozent der Wählerstimmen ergattern konnten, ihr zweitstärkstes Ergebnis. Doch grüne Politik ist stark im Aufwind, wie nicht zuletzt die Chamberwahlen im Herbst 2018 bewiesen.

Wir Luxemburger Grünen surfen auf der europäischen Erfolgswelle der Grünen mit"

Dementsprechend aufgeregt zeigten sich die Mitglieder und die sechs Kandidaten der Grünen in der Wahlzentrale. Selbst die Abwesenheit des langjährigen Abgeordneten und Stimmengaranten Claude Turmes, der 2014 fast 40 000 Stimmen Vorsprung auf die diesjährige Spitzenkandidatin Tilly Metz hatte, konnte ihren Optimismus nicht bremsen. Denn noch nie waren die Chancen auf ein zweites Mandat in Straßburg so groß.

Mission Titelverteidigung

20.16 Uhr: Schon reger Andrang in der Wahlzentrale der Grünen. Neben den sechs Kandidaten haben sich Minister, Abgeordnete und andere Mitglieder der Partei eingefunden.

20.24 Uhr: Reges Gespräch unter den Anwesenden. Erste Gerüchte machen die Runde. Große Verluste für die CSV und eine leichte Steigerung für uns, berichtet ein Mitglied der Grünen, der in einem Wahlbüro geholfen hat.

20.39 Uhr: Eine erste Runde Applaus gibt es, als das Wahlresultat aus Deutschland eingeblendet wird. Dort sind die Grünen der große Gewinner. „Es ist eine einmalige Gelegenheit, ein historisches Resultat einzufahren“, sagt ein deutlich angespannter Meris Sehovic, Co-Spitzenkandidat neben Tilly Metz. Auch den ehemaligen Europadeputierten und jetzigen Energieminister Claude Turmes stimmen die guten Resultate der Grünen europaweit optimistisch.

20.59 Uhr: Wissen die Grünen schon mehr? Eilig versammeln sich einige von ihnen draußen und reden miteinander. Die erste Wahlanalyse?

21.15 Uhr: „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag.“ „Vielen Dank, die kann mir jedenfalls keiner mehr nehmen“, antwortet die deutlich angespannte Tilly Metz.

22.10 Uhr: Die Uhr tickt, langsam wird es ernst. Nur noch 50 Minuten bis zum endgültigen Resultat. Die Nervosität in der Atmosphäre ist fast greifbar. Immer mehr Blicke richten sich zum großen Bildschirm.


Die CSV blickte am späten Wahlabend versteinert auf die Ergebnisse.
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23.01 Uhr: Großer Jubel. Die Grünen gehen als Sieger aus den EU-Wahlen 2019 hervor, sie verbuchen ein Plus von 3,9 Prozentpunkten und steigern sich auf 18,91 Prozent, sind jetzt drittstärkste Partei hinter der DP und der CSV. Hurra, hurra, hurra, eine Lo-Ola geht durch die Menge. Tilly Metz hat es geschafft, sie hat ihre Stimmen verdoppelt. Christian Kmiotek, Co-Präsident und selber Kandidat, verkündet unter anhaltendem Jubel das Resultat. „Wir Luxemburger Grünen surfen auf der europäischen Erfolgswelle der Grünen mit“, heizt er seine Parteikollegen ein. 

Neben der Parteibasis spricht er vor allem Claude Turmes seinen Dank aus. Meris Sehovic, der den zweiten Platz erreicht hat, bedankt sich vor allem bei der Parteibasis sowie der Jugendsektion. „Ein riesiges Dankeschön an euch alle“, so die einfache aber klare Botschaft von Tilly Metz. Die Grünen liegen sich in den Armen, denn für sie ist es der dritte Wahlerfolg nacheinander.


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