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Großherzoglicher Hof : Braz: "Regierung schaltet sich nicht ein"
Politik 2 Min. 18.06.2016 Aus unserem online-Archiv

Großherzoglicher Hof : Braz: "Regierung schaltet sich nicht ein"

Justizminister Félix Braz: "Es gab keine Krisensitzung."

Großherzoglicher Hof : Braz: "Regierung schaltet sich nicht ein"

Justizminister Félix Braz: "Es gab keine Krisensitzung."
Foto: Anouk Antony
Politik 2 Min. 18.06.2016 Aus unserem online-Archiv

Großherzoglicher Hof : Braz: "Regierung schaltet sich nicht ein"

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Justizminister Félix Braz dementierte Presseberichte, denen zufolge die Regierung sich in die Einstellungspolitik des großherzoglichen Hofes einmischen möchte. Des Weiteren stellte er klar, dass diesbezüglich keine Krisensitzung stattgefunden habe.

(ml) - Seit Monaten dreht das Personalkarussell beim großherzoglichen Hof auf vollen Touren. In seiner Ausgabe vom 17. Juni hatte der "Feierkrop" berichtet, dass am 8. Juni eine Unterredung zwischen Großherzog Henri und Regierungsvertretern stattgefunden habe.

Bei dem Treffen, an dem Premier Xavier Bettel, Vizepremier Etienne Schneider und Justizminister Félix Braz teilgenommen hätten, habe die Personalpolitik des großherzoglichen Hofes im Vordergrund gestanden. Um den Schaden in Grenzen zu halten und eine Krise der Monarchie zu verhindern, wolle die Regierung künftig bei der Rekrutierung von Angestellten des Hofes ein Wort mitreden, so die Satire-Zeitung. 

"Es gab keine Krisensitzung wegen Problemen am großherzoglichen Hof", sagte Justizminister Félix Braz am Samstag in der RTL-Sendung Background. Premierminister Xavier Bettel habe nahezu wöchentlich eine Unterredung mit dem Staatschef, um diverse Themen zu besprechen. Dabei handele es sich um einen institutionellen Dialog. Auch Vizepremier Etienne Schneider und er selbst würden den Regierungschef bei diesen Gesprächen begleiten.

Braz dementierte zudem Presseberichte, denen zufolge die Regierung sich in die Personalpolitik des großherzoglichen Hofes einmischen wolle. "Dies ist nicht die Aufgabe der Regierung", so der Justizminister. Er verwies darauf, dass es zwei Institutionen gebe, deren Kompetenzen klar definiert seien.

Kurzfristige Absage von Großherzogin Maria Teresa

Dennoch reißen die Gerüchte in Bezug auf den großherzoglichen Hof seit Monaten nicht ab. In regelmäßigen Abständen hat sich der Hof von engsten Mitarbeitern getrennt. Erst vergangene Woche warf Pressesprecher Oswald Schröder nach nur fünf Wochen im Amt das Handtuch. Die im September 2015 angekündigte Umorganisierung und Modernisierung der luxemburgischen Monarchie schien ins Stocken geraten zu sein

Die Spekulationen wurden vor Kurzem durch eine kurzfristige Absage von Großherzogin Maria Teresa befeuert. Einen Tag vor dem Staatsbesuch des rumänischen Präsidentenpaares gab der Hof bekannt, dass Maria Teresa wegen familiärer Angelegenheiten nicht am offiziellen Programm teilnehmen werde.

Gerichtliche Verurteilung verschwiegen

Diese familiären Verpflichtungen seien jedoch nicht der wahre Grund für das Fernbleiben gewesen, berichtete der "Feierkrop". Die Großherzogin sei darüber verärgert gewesen, dass die Regierung die Personalpolitik des Hofes infrage stelle. Laut "Feierkrop" soll Chantal Selva, die als externe Beraterin die tiefgreifende Reorganisation des großherzoglichen Hofes leitete, ihrem Arbeitgeber eine gerichtliche Verurteilung verschwiegen haben.

Chantal Selva, die externe Beraterin des großherzoglichen Hofes (links im Bild), soll in Ungnade gefallen sein.
Chantal Selva, die externe Beraterin des großherzoglichen Hofes (links im Bild), soll in Ungnade gefallen sein.
Foto: Guy Jallay

Managementmethoden in der Kritik

Wie RTL ebenfalls am Freitag berichtete, sei die Angelegenheit aufgeflogen, nachdem feststand, dass Selva anlässlich des Nationalfeiertages einen Orden überreicht bekommen sollte. Großherzogin Maria Teresa habe daraufhin kurzfristig eine Reise in die Schweiz angetreten und auf eine Teilnahme an der Staatsvisite des rumänischen Präsidentenpaares verzichtet. Inzwischen soll der Vertrag der externen Beraterin und diplomierten Psychosoziologin Chantal Selva gekündigt worden sein.

Laut "Feierkrop" standen die Managementmethoden der Strategieberaterin in der Kritik: "Die Rede geht von einem völlig vergifteten Arbeitsklima und mehreren Fehlgriffen bei den jüngsten Einstellungen bei Hofe, wo sich im Zuge der Reorganisation laut einem Insider Personen französischer Nationalität 'eingeschlichen' hätten, die sich untereinander kennen würden." Auch in der großherzoglichen Vermögensverwaltung soll nicht alles in Ordnung sein.



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