Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Großherzog Henri: Ein Jahr der Emotionen
Politik 1 3 Min. 24.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Großherzog Henri: Ein Jahr der Emotionen

Großherzog Henri ging in seiner Ansprache auf die gesellschaftlichen Herausforderungen ein.

Großherzog Henri: Ein Jahr der Emotionen

Großherzog Henri ging in seiner Ansprache auf die gesellschaftlichen Herausforderungen ein.
Foto: © Cour grand-ducale / Claude Piscitelli
Politik 1 3 Min. 24.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Großherzog Henri: Ein Jahr der Emotionen

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Großherzog Henri erinnert in seiner Weihnachtsansprache an die wichtigsten Ereignisse des Jahres. Im zweiten Teil seiner Rede stellt er die gesellschaftlichen Herausforderungen in den Mittelpunkt.

"Das Jahr war von starken Emotionen geprägt", so Großherzog Henri am Dienstag in seiner traditionellen Weihnachtsansprache. Er erinnerte zunächst an die schweren Momente der vergangenen zwölf Monate, etwa an den Tod der beiden Unteroffiziere, die ihr Leben beim Entschärfen einer alten Artilleriegranate verloren haben.

"Ausgerechnet in dem Jahr, in dem wir die Befreiung des Landes durch die alliierten Streitkräfte vor 75 Jahren feierten, haben die Überbleibsel des Krieges einen schrecklichen Tribut gefordert", so das Staatsoberhaupt. Die Erinnerungsfeierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkriegs hätten erneut gezeigt, "wie dankbar wir jenen Menschen sein müssen, die im Einsatz für unsere Werte und unsere Freiheit ihr Leben verloren haben".

Was bleibt, ist die Erinnerung an einen großartigen und aufopferungsvollen Staatschef.

Großherzog Henri

Großherzog Henri ging natürlich noch einmal auf den Tod von Großherzog Jean am 23. April ein. Das ganze Land habe mit ihm und seiner Familie getrauert: "Was bleibt, ist die Erinnerung an einen großartigen und aufopferungsvollen Staatschef."

Als prägend für das vergangene Jahr bezeichnete der Großherzog zudem den Tornado, der im Sommer eine Spur der Verwüstung im Süden des Landes hinterlassen hatte. Es sei ein Schock gewesen, der durch die anschließende Welle der Solidarität zumindest etwas gelindert werden konnte. 


Thronfolger unterwegs: Guillaume und Stéphanie erwarten erstes Kind
Der großherzogliche Hof meldet sich am Freitagmorgen mit einer freudigen Nachricht: Erbgroßherzogin Stéphanie und Erbgroßherzog Guillaume erwarten ihr erstes Kind.

2019 gab es aber auch positive und zuversichtlich stimmende Ereignisse, so der Staatschef, etwa die Erhebung von Erzbischof Hollerich in den Kardinalsstand oder aber die Ankündigung von der bevorstehenden Geburt eines Thronfolgers. 

Er erinnerte noch einmal an den Erfolg des Forums "Stand, Speak, Rise Up", der im März auf Initiative von Großherzogin Maria Teresa stattfand. Das Ereignis habe es ermöglicht, den Finger in eine grausame Wunde zu legen. Es habe aber auch gezeigt, dass ein Überleben und ein Weiterleben nach solch unvorstellbaren Taten möglich ist.

Traditionen als Fundament

Im zweiten Teil seiner Rede ging Großherzog Henri auf die gesellschaftlichen Herausforderungen ein. In einer sich rasant verändernden Welt, sei es wichtig, dass man sich auf seine Wurzeln besinne: "Die Werte, auf denen unser Zusammenleben fußt, dürfen nicht so weit relativiert werden, dass sie nicht mehr erkennbar sind."

Der Mensch müsse sein Leben auf festen Fundamenten verankern können, er brauche Orientierung, um nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen. Stabilität garantiere vor allem der institutionelle, demokratische Rahmen, der die Rechte und Freiheiten der Bürger garantiere. Die Grundrechte seien keine Selbstverständlichkeit, sie seien vielmehr eine Errungenschaft, die es ständig zu verteidigen gelte. 


Gedenken an Großherzog Jean
Vor sechs Wochen verstarb Großherzog Jean im Alter von 98 Jahren. Am Samstag fand ihm zu Ehren die Sechswochenmesse statt.

Halt gebe aber auch die Gesellschaft, der Freundeskreis und die Familie. Dazu gehöre auch die Solidarität: "Was die Solidarität anbelangt, sind wir weiterhin gefordert ... allein erreicht man schnell seine Grenzen."

Politische, moralische oder philosophische Meinungen würden dazu beitragen, dass der Mensch sich nicht nur als Individuum wahrnimmt, sondern als Teil des Ganzen.

Meinungsverschiedenheiten seien Teil einer pluralistischen Gesellschaft und hätten allesamt denselben Ausgangspunkt: Die Menschen wollen etwas verändern, um eine bessere Zukunft zu schaffen. Deshalb müsse man an Ideale und an Vorbilder glauben und an Werten wie Respekt, Toleranz und Mitgefühl festhalten. Auch die Sprache, die Traditionen und die Kultur gehörten zu dem Zement, der die Gesellschaft zusammenhalte so der Staatschef.

Abschließend wünschte der Großherzog allen Bürgern ein gesegnetes Weihnachtsfest und viel Glück im neuen Jahr.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Nachwehen des Tornados
Zwei Monate, nachdem der Süden Luxemburgs vom Wirbelsturm getroffen wurde, bleibt in den Gemeinden Petingen und Käerjeng noch viel zu tun.
Lokales, Petingen, Einen Monat nach dem Tornado, Rue Neuve, Foto: Guy Wolff/Luxemburger Wort
Nachlese: Abschied von Großherzog Jean
Mehrere tausend Menschen kamen zur Trauerfeier: Mit einem Staatsakt wurde Großherzog Jean am Samstag zu Grabe getragen. Alle Informationen im Newsticker zum Nachlesen.
Grand-Duc Jean, der ewige Soldat
Von Schloss Berg zu den umkämpften Stränden der Normandie: Schon als junger Mann scheute Prinz Jean nicht vor seinen Pflichten zurück.