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Großes Vertrauen in die Landwirtschaft
Neun Zehntel der Bevölkerumg haben eine positive Meinung von der Landwirtschaft.

Großes Vertrauen in die Landwirtschaft

Foto: Gerry Huberty
Neun Zehntel der Bevölkerumg haben eine positive Meinung von der Landwirtschaft.
Politik 3 Min. 21.06.2018

Großes Vertrauen in die Landwirtschaft

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Die Landwirtschaft genießt großes Ansehen in der Bevölkerung. 90 Prozent der Bürger haben eine positive Meinung in Bezug auf den Agrarsektor. Dies hat eine Studie von TNS-Ilres im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums ergeben.

90 Prozent der Bürger  haben eine positive Meinung in Bezug auf die Luxemburger Landwirtschaft. Dabei spielt weder der Wohnort, noch das Geschlecht, noch die Nationalität eine Rolle. 71 Prozent sind der Meinung, dass der Agrarsektor eine wichtige Branche der einheimischen Wirtschaft ist.  Dies geht aus einer Umfrage hervor, die das Meinungsforschungsinstitut TNS-Ilres zwischen dem 5. und dem 17. Juni im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums bei 1.013 Einwohnern durchgeführt hat. Landwirtschaftsminister Fernand Etgen (DP) zeigt sich denn auch sehr zufrieden mit den Ergebnissen der Umfrage.

Landwirtschaftsminister Fernand Etgen (DP) freut sich über die breite Zustimmung der Bevölkerung für die Landwirtschaft und die regionalen Produkte.
Landwirtschaftsminister Fernand Etgen (DP) freut sich über die breite Zustimmung der Bevölkerung für die Landwirtschaft und die regionalen Produkte.
Foto: Gerry Huberty

Die meisten der Befragten geben an, dass sie gut oder gar sehr gut über den Agrarsektor informiert sind. Wenn trotzdem 38 Prozent der Befragten angeben, dass sie nur über unzureichende Informationen über die Landwirtschaft verfügen, bedeutet dies auch, dass die Bürger unabhängig von ihrem Wissensstand Vertrauen in die Bauern, Winzer und Gärtner haben. Es fällt allerdings auf, dass die älteren Bürger nach eigenen Angaben besser informiert sind als die jüngere Generation.  In dem Kontext fällt auch auf, dass die Luxemburger sich durchwegs für besser informiert halten, als die Nicht-Luxemburger. 72 Prozent der Luxemburger geben an, dass sie über sehr gut, gut oder aber eher gute Kenntnisse hinsichtlich de Agrarsektor verfügen. Bei den portugiesischen Mitbürgern sind es hingegen nur 47 Prozent. Auch im Norden des Landes scheinen die Einwohner besser informiert zu sein. 

Am liebsten entnehmen die Bürger ihre Informationen zur Landwirtschaft übrigens den Medien (56 Prozent). Allerdings würden  39 Prozent der Befragten ihre Kenntnisse am liebsten gleich vor Ort beziehen, etwa indem sie Bauernhöfe oder Gärtnereien besuchen.

Das Know-how macht's

Die Bürger sind zudem mehrheitlich der Meinung, dass das Know-how der Bauern, Winter und Gärtner eine wichtige oder gar sehr wichtige Rolle spielt. Die Studie zeigt aber auch, das die meisten Bürger in Bezug auf die Zukunft der Landwirtschaft eher skeptisch sind. Nur rund ein Viertel der Befragten glauben, dass der Agrarsektor  für die Jugend attraktiv ist.

Gleichwohl sind 37 Prozent der Bürger der Meinung, dass sich Arbeitsbedingungen der Bauern, Winzer und Gärtner in der Vergangenheit verbessert haben. So schätzen denn auch nur 26 Prozent der Befragten die Situation in der Landwirtschaft als gut oder sehr gut ein. Auch in Bezug auf das Image der Landwirtschaft sind die Bürger eher skeptisch. Lediglich 28 Prozent der Befragten geben an, dass das Image sich in den letzten Jahren verbessert hat. 

Die breite Mehrheit der Befragten glaubt, dass das Know-how der Bauern eine wesentliche Rolle spielt.
Die breite Mehrheit der Befragten glaubt, dass das Know-how der Bauern eine wesentliche Rolle spielt.
Foto: Pierre Matgé

Luxemburger Produkte sind beliebt

Die Produkte aus der einheimischen Produktion sind extrem beliebt: Sage und schreibe 95 Prozent der Befragten geben an, dass sie mit der Qualität der Luxemburger Produkte zufrieden sind. 91 Prozent haben Vertrauen in die Erzeugnisse der Luxemburger  Produzenten. Lediglich vier Prozent sagen, dass die Produkte von schlechter Qualität sind.

Dabei würdigen die meisten Bürger auch die Fortschritte, die in den letzten Jahren erzielt wurden. 61 Prozent der Befragten betonen, dass sich die Auswahl verbessert hat. 59 Prozent sagen, dass es einfacher geworden ist, sich einheimische Erzeugnisse zu beschaffen und 49 Prozent sind der Meinung, dass sich die Qualität verbessert hat.

In Bezug auf ihre Kaufentscheidung spielen vor allem die Herkunft (76 Prozent), das Verfallsdatum (66 Prozent)  und der Preis (62 Prozent) eine Rolle. Den Konsumenten ist aber auch wichtig, dass die Umwelt bei der Produktion geschont wird.  71 Prozent der Befragten sind denn auch gewillt, mehr für die lokalen Produkte zu bezahlen.

Zu viele Pestizide

Aus der Studie des Ackerbauministeriums geht aber auch ganz deutlich hervor, dass die Konsumenten den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln kaum noch akzeptieren: 66 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Landwirte zu viele Pestizide einsetzen. Nur 44 Prozent glauben, dass dass die Bauern die Umwelt respektieren und  ebenfalls 44 Prozent geben an, dass sich die Landwirte um die Gesundheit der Bürger sorgen. Im Gegensatz sind aber auch 59 Prozent überzeugt, dass sich die Bauern Sorgen um das Wohlergehen ihrer Tiere machen.

Die Akzeptanz der Konsumenten für den Einsatz von Pestiziden sinkt.
Die Akzeptanz der Konsumenten für den Einsatz von Pestiziden sinkt.
Foto: LW-Archiv

So kann es denn auch nicht verwundern, dass 94 Prozent der Befragten sagen, dass  der Erhalt und der Schutz von Umwelt und Natur  zu den wichtigsten Kriterien der Landwirtschaft gehören. Sechs Prozent weniger sind der Meinung, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und die Autonomie bei der Nahrungsmittelversorgung wichtig sind.




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