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Grenzgänger-Kinder inbegriffen: Nachfrage nach Chèques-Service könnte deutlich steigen
Ob Kinder von Grenzgängern und jene von Einwohnern aus Luxemburg künftig häufig in der Tagesstätte zusammen spielen, bleibt abzuwarten.

Grenzgänger-Kinder inbegriffen: Nachfrage nach Chèques-Service könnte deutlich steigen

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Ob Kinder von Grenzgängern und jene von Einwohnern aus Luxemburg künftig häufig in der Tagesstätte zusammen spielen, bleibt abzuwarten.
Politik 2 Min. 28.04.2015

Grenzgänger-Kinder inbegriffen: Nachfrage nach Chèques-Service könnte deutlich steigen

5.500 Kinder aus dem nahen Ausland werden möglicherweise von den "Chèques-Service" profitieren, wenn ab September 2016 die finanzielle Förderung für die Kinderbetreuung auch Grenzgängern offen steht. Auf diese Zahl kommt das Bildungsministerium.

(ks) - In Luxemburg einen Platz in einer Kindertagesstätte zu bekommen, ist für Eltern nicht immer einfach. Wird es künftig noch schwieriger, wenn auch der Nachwuchs der Grenzgänger in den Genuss der "Chèques-Service" kommen? Ab September 2016 sollen auch sie von der staatlichen, finanziellen Förderung der Betreuung profitieren.

Spekulationen will sich Bildungsminister Claude Meisch (DP) in seiner Antwort auf eine parlamentarische Frage des Abgeordneten Marc Spautz (CSV) nicht hingeben: "Die Auswirkungen des Verzichts auf die Residenzklausel sind nur schwer einschätzbar." Schließlich könne nicht vorhergesehen werden, ob Grenzgänger ihre Kinder bald lieber wohnortfern betreuen lassen. Zumal die Einrichtungen im nahen Ausland qualitativ gut und erschwinglich seien. 

Mehrkosten von 28,9 Millionen Euro pro Jahr

Dennoch hat das Ministerium Schätzungen angestellt, um im Reformtext die Auswirkungen finanziell einordnen zu können. Dabei geht die Regierung davon aus, dass 2.300 Grenzgänger-Kinder im Alter bis drei Jahren und weitere 3.200 zwischen vier und zwölf Jahren von den Chèques-Service profitieren könnten. Zur Größeneinordnung: Im Januar 2013 befanden sich laut der Familienkasse 52.518 Kinder im Gutschein-System, wobei der Chèque-Service bisher auch noch für Freizeitaktivitäten in Musikschulen und Sportvereinen eingesetzt werden kann. Dies fällt künftig weg.

Laut dem Finanzplan zum Reformprojekt betragen die Mehrkosten durch die Öffnung für Grenzgänger rund 28,9 Millionen Euro. Die staatlichen Aufwendung für die Finanzierung beliefen sich zwischen Dezember 2013 und November 2014 auf 206,5 Millionen Euro.

Minister Meisch verweist darauf, dass die Einrichtungen in Luxemburg ihre Aufnahmekriterien selbst definieren. Im Klartext: Sie können beispielsweise festlegen, dass Familien aus der eigenen Gemeinde oder der näheren Umgebung bevorzugt werden, wodurch Grenzgänger-Kinder weniger Chancen auf einen Platz erhalten.

Der Minister geht nicht davon aus, dass es in den Grundschulen aufgrund der Neuregelung bei den "Chèques-Service" künftig zu wenige Plätze geben wird. Der Abgeordnete Spautz hatte die Idee aufgeworfen, dass Grenzgänger, die ihre Kinder bereits hierzulande in die Betreuung geben, anschließend auch die Schule in Luxemburg bevorzugen könnten. Die Schulbildung sei in erster Linie Kindern vorbehalten, die im Großherzogtum leben, wenngleich Ausnahmen möglich sind, meint der Minister dazu. 

Kein Label für Kindertageseinrichtungen

Auch in einer weiteren parlamentarischen Frage beschäftigte sich der Minister mit der Kinderbetreung. Wäre es nicht wünschenswert, wenn die luxemburgischen Einrichtungen ein Qualitätslabel erhielten? Diese Frage stellte die Abgeordnete Françoise Hetto-Gaasch (CSV).

Doch ist der Minister der Ansicht, dass Qualitätsstandards bereits durch die Reform zur Kinderbetreuung vorgegeben werden. Jede anerkannte Einrichtung muss ein pädagogisches Konzept ausarbeiten und Protokoll über die eigenen Aktivitäten führen. Erzieher müssen zudem künftig 32 Weiterbildungsstunden innerhalb von zwei Jahren nachweisen. Zudem werden Kontrolleure vor Ort überprüfen, ob die Regularien eingehalten werden.


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