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Greenpeace von Wahlprogrammen enttäuscht
Politik 18.09.2018

Greenpeace von Wahlprogrammen enttäuscht

Die Miniatur des Eiffelturms soll an die Klimaziele des Pariser Abkommens erinnern.

Greenpeace von Wahlprogrammen enttäuscht

Die Miniatur des Eiffelturms soll an die Klimaziele des Pariser Abkommens erinnern.
Foto: Greenpeace Luxemburg
Politik 18.09.2018

Greenpeace von Wahlprogrammen enttäuscht

Jonathan PONCHON
Jonathan PONCHON
Laut der Umweltschutzorganisation erkennt die Luxemburger Politik den Ernst der Lage in Sachen Klimaschutz und nachhaltige Politik nicht.

Während der kommenden drei Monate steht ein Miniatureiffelturm bei der Haltestellte der Standseilbahn Pfaffenthal-Kirchberg neben dem Pont Grande-Duchesse Charlotte. Damit erinnert Greenpeace an die Ziele der Pariser Weltklimakonferenz von 2015. Die Umweltorganisation will die Politik aufrütteln und ruft auch die Akteure der Finanzwirtschaft zur Verantwortung. Der Klimawandel sei auch in Luxemburg spürbar und man komme mit Trippelschritten nicht ausreichend voran. Außerdem begegnet den Passanten ein vorübergehendes Büro - "um auch Banker und Fondsmanager zu erreichen".

Greenpeace: Parteien erkennen den Ernst der Lage nicht

Die Erde ist in Aufruhr: Die Regierung in Nigeria ruft nach heftigem Regen den Notstand aus. Auch auf den Philippinen und in den USA hinterlassen katastophale  Unwetter großes Leid. Doch der Klimawandel ist spätestens dieses Jahr auch im Großherzogtum sichtbar geworden. Auch hier im Land haben die Menschen nach wie vor unter den Auswirkungen des heißen Sommers und der Unwetter im Osten zu leiden. "Die Parteien erkennen den Ernst der Lage nicht", kritisiert Martina Holbach, Kampagnenbeauftrage für Finanzfragen. Déi Gréng - jene Partei, die Greenpeace traditionell am nächsten steht -  wird ausdrücklich nicht aus dieser Gesamtfeststellung ausgenommen.

Finanzmittel für den Klimaschutz mobilisieren

Greenpeace hebt außerdem hervor, dass Luxemburg als weltweit zweitgrößter Fondsstandort im Kampf gegen den Klimawandel eine herausragende Verantwortung hat. Diogo Guia, Finanzexperte von Greenpeace, geht davon aus, "dass ein erheblicher Teil der 4.200 Milliarden Euro, die derzeit von der Luxemburger Fondsindustrie verwaltet werden, in fossile Brennstoffe und Kohlenstoff-intensive Industrien investiert werden". Bisher fließe nur ein marginaler Teil der in Luxemburg getätigten Investitionen in klimafreundliche und nachhaltige Projekte.

Anstatt dies als Wirtschaftsrisiko zu sehen, öffne es erhebliche wirtschaftliche Chancen für den Finanzstandort Luxemburg. "Das Umlenken von Milliarden Euro aus klimaschädlichen Investitionen in klimafreundliche und nachhaltige Anlagen ist eine Chance", kommentiert Raymond Aendekerk, Direktor von Greenpeace Luxemburg. "Dies könnte Luxemburgs größter Beitrag im Kampf gegen den weltweiten Klimawandel und für eine nachhaltige Zukunft werden."



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