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Keine Mehrbelastung für die Gemeinden
Politik 2 Min. 04.07.2017 Aus unserem online-Archiv
Gratisbetreuung in den Kitas

Keine Mehrbelastung für die Gemeinden

Kleinkinder erhalten im kommenden Schuljahr eine teilweise kostenlose mehrsprachige Frühförderung in den Kindertagesstätten.
Gratisbetreuung in den Kitas

Keine Mehrbelastung für die Gemeinden

Kleinkinder erhalten im kommenden Schuljahr eine teilweise kostenlose mehrsprachige Frühförderung in den Kindertagesstätten.
Foto: Shutterstock
Politik 2 Min. 04.07.2017 Aus unserem online-Archiv
Gratisbetreuung in den Kitas

Keine Mehrbelastung für die Gemeinden

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Ab September wird in den Kitas eine wöchentliche mehrsprachige Gratisbetreuung von 20 Stunden eingeführt. Den Gemeinden blieben zusätzliche Kosten erspart, sagt Bildungsminister Claude Meisch. Der Staat erhöht die Betreuungsstunden.

(ml) - Kinder spielend an verschiedene Sprachen heranführen, lautet die Zielsetzung der mehrsprachigen Frühförderung des Bildungsministeriums. Ab der Rentrée 2017/2018 wird die multilinguale Betreuung in den Kindertagesstätten eingeführt. Pro Woche finanziert der Staat 20 kostenlose Betreuungsstunden für sämtliche ein- bis vierjährigen Kinder. Finanziert werden jährlich maximal 46 Wochen.

Ab September soll das Personal in den Kitas entsprechend ausgebildet und um zehn Prozent aufgestockt werden. In einer parlamentarischen Anfrage zeigten sich die beiden CSV-Abgeordneten Léon Gloden und Emile Eicher darüber besorgt, dass die teilweise Gratisbetreuung zu Engpässen bei den Betreuungsplätzen führen könne. Von Bildungsminister Claude Meisch wollten sie in Erfahrung bringen, ob die Regierung in Erwägung ziehe, die staatliche Finanzhilfe anzuheben, damit die Kommunen künftige Investitionen im Bereich der Betreuungsstrukturen stemmen können.

410 Betreuungsstrukturen

Die Frühförderung ziele darauf ab, die Qualität der Kinderbetreuung zu gewährleisten, stellt Minister Meisch in seiner Antwort klar. Die Bildungseinrichtungen würden zum sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft beitragen. Mit der Vorbereitung auf das luxemburgische Schulsystem werde die Chancengleichheit gefördert.

Derzeit sind hierzulande 410 Betreuungsstrukturen registriert, wovon 112 eine Konvention mit dem Staat abgeschlossen haben. Bei den restlichen 298 Einrichtungen handelt es sich um kommerzielle Strukturen. Statec-Zahlen zufolge leben zurzeit in Luxemburg 18.800 Kinder im Alter zwischen einem und drei Jahren. 51 Prozent von ihnen besuchen eine Betreuungsstruktur.

Kein Mangel an Betreuungsplätzen

3.430 Kinder sind in einer staatlich konventionierten Tagesstätte eingeschrieben. 6.141 Kinder werden unterdessen in einer kommerziellen Einrichtung betreut. Dazu kommen 935 Kinder, die von Tageseltern begleitet werden. Demnach greifen 56 Prozent aller Kinder auf die nicht formale Bildung zurück. Zudem kommen 4.370 Drei- bis Vierjährige in den Genuss der Früherziehung.

Meisch rechnet nicht mit einem Mangel an Betreuungsplätzen. Seit der Einrichtung der Chèques-service im Jahr 2009, die bereits eine teilweise Unentgeltlichkeit möglich machte, habe sich der Sektor stets an die steigende Nachfrage angepasst. Die Träger von konventionierten Kitas haben derzeit die Wahl. Falls sie Hilfen für die Infrastrukturen in Anspruch nehmen, beteiligt sich der Staat nur zu  75 Prozent an den Betriebskosten (Personalkosten einbegriffen). Übernimmt der Staat die Betriebskosten ganz, steht den Kitas keine Hilfe für die Infrastrukturen zu.

Kosten gehen zu Lasten des Staates

Damit die multlinguale Frühforderung gelingt, hebt der Staat die Betreuungsstunden um zehn Prozent an. Die Stunden können von den jeweiligen Strukturen für die Betreuung der Kinder oder für die Vorbereitung zur Umsetzung des neuen Systems genutzt werden. Die Gemeinden bräuchten keine finanzielle Mehrbelastung befürchten. Die zusätzlichen Kosten würden zu Lasten des Staates gehen, heißt es.


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