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Google: "Die Stunde der Wahrheit kommt erst"
Politik 2 Min. 03.12.2019

Google: "Die Stunde der Wahrheit kommt erst"

Die CSV-Abgeordnete Martine Hansen hatte im Parlament viele Fragen zum Thema Google. Konkrete Antworten bekam sie nicht.

Google: "Die Stunde der Wahrheit kommt erst"

Die CSV-Abgeordnete Martine Hansen hatte im Parlament viele Fragen zum Thema Google. Konkrete Antworten bekam sie nicht.
Foto: dpa
Politik 2 Min. 03.12.2019

Google: "Die Stunde der Wahrheit kommt erst"

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Die CSV-Fraktionsvorsitzende Martine Hansen legte in Dossier Google noch einmal nach. Doch die Regierung konnte am Dienstag im Parlament nicht all ihre Fragen beantworten.

Fast ein Dutzend Fragen richtete Martine Hansen am Dienstag zum Thema Google an Wirtschaftsminister Etienne Schneider (LSAP) und an Energieminister Claude Turmes (Déi Gréng). Die beiden Regierungsmitglieder standen der CSV-Fraktionschefin im Parlament zum geplanten Datenzentrum in Bissen zwar Rede und Antwort, doch den Wissensdurst der Oppositionspolitikerin konnten sie nicht ganz stillen.


Lokales,Bürgerversammlung über Google Projekt in Bissen.Fabien Vieau,Frederic Descamps.Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort
Google: So klug als wie zuvor
Nach der Informationsversammlung von Google in Bissen bleiben noch viele Fragen zu klären.

Die beiden Minister betonten gleich mehrfach, dass es zu diesem Zeitpunkt zu vielen Fragen noch keine konkreten Antworten gibt: "Die Stunde der Wahrheit schlägt, wenn die Umweltimpaktstudie auf dem Tisch liegt", so Turmes. Solange das Papier nicht vorliege und solange die Kommodo-Proezedur nicht angelaufen sei, sei es beispielsweise unmöglich konkrete Angaben zum Strom- oder zum Wasserverbrauch zu machen. Für Turmes ist es wichtig, dass der Konzern sowohl beim Wasser als auch beim Strom auf größtmögliche Effizienz setzt. Die Umweltimpaktstudie soll laut Turmes im nächsten Jahr vorgelegt werden.

Wie schon in der Vergangenheit verwies der Minister erneut auf den technischen Fortschritt. Der Verbrauch und folglich die Belastung für Natur und Umwelt hänge davon ab, welche Technologien in Bissen zum Einsatz kommen würden. Noch habe Google sich beispielsweise nicht dazu geäußert, wie es um die Betriebstemperatur gestellt sei. Davon hänge wiederum ab, wie viel Kühlwasser benötigt wird. Turmes verwies in dem Kontext auf moderne Datenzentren in den skandinavischen Ländern, bei denen ganze Ortschaften mit der Restwärme beheizt werden können.

Wir brauchen ein Datenzentrum, Datenzentren sind die Lagerhallen der digitalen Wirtschaft. 

Beide Minister waren sich einig, dass kein Weg an dem Datenzentrum vorbeiführt, wenn die digitale Strategie der Regierung von Erfolg gekrönt sein soll. "Wir brauchen ein Datenzentrum, Datenzentren sind die Lagerhallen der digitalen Wirtschaft", so Etienne Schneider. Der Minister verwies darauf, dass Luxemburg durch die Schaffung eines Data-Centers auch für andere Unternehmen interessant werde. Für Schneider wird das Projekt in Bissen zu einem Aushängeschild für die ganze Luxemburger Wirtschaft. Trotzdem bekomme Google keine Extra-Wurst.

Der Internetkonzern Google will in Bissen ein Datenzentrum errichten. Das Projekt ist nicht zuletzt wegen der Umweltbelastung umstritten.
Der Internetkonzern Google will in Bissen ein Datenzentrum errichten. Das Projekt ist nicht zuletzt wegen der Umweltbelastung umstritten.
Foto: Pierre Matgé

Martine Hansen wollte auch wissen, was die Regierung zu tun gedenke, falls das Projekt doch noch platzen sollte. "Was passiert mit den Flächen, die Google  gekauft hat?", so die CSV-Fraktionschefin. Wirtschaftsminister Schneider stellte klar, dass der Staat die Flächen "ohne Spekulation"  zurückkaufen werde, um anschließend eine Gewerbezone dort aufzubauen. Ein Rückkauf der Immobilien sei "für den Staat keine Katastrophe", so Schneider.

350 neue Jobs

Im Rahmen einer Informationsversammlung hatte Google unlängst mitgeteilt, dass durch den Bau des Datenzentrums bis zu 350 Jobs geschaffen werden könnten.  Wo denn all diese Arbeitskräfte herkommen sollen, wollte Hansen vom Wirtschaftsminister wissen. Schneider betonte, dass die Regierung dafür sorgen werde, dass Google eng mit der Adem zusammenarbeiten wird. Die Arbeitsagentur werde Sorge tragen, dass die Mitarbeiter entsprechend geschult und ausgebildet werden. 


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