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Gewerkschaften: UEL will keinen Sozialdialog
Politik 05.11.2019

Gewerkschaften: UEL will keinen Sozialdialog

Patrick Dury (Zweiter von Links), André Roeltgen und Romain Wolff (v.l.n.r.) unterstreichen den Zusammenhalt von LCGB, OGBL und CGFP.

Gewerkschaften: UEL will keinen Sozialdialog

Patrick Dury (Zweiter von Links), André Roeltgen und Romain Wolff (v.l.n.r.) unterstreichen den Zusammenhalt von LCGB, OGBL und CGFP.
Foto: Pierre Matgé
Politik 05.11.2019

Gewerkschaften: UEL will keinen Sozialdialog

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Die drei national repräsentativen Gewerkschaften fordern die Arbeitgebervertreter auf, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Andernfalls drohten soziale Konflikte.

„Salariatsfeindlich und unverantwortlich“, so bezeichnete OGBL-Präsident André Roeltgen am Dienstagmorgen im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz von OGBL, LCGB und CGFP die Boykotthaltung der Arbeitgebervereinigung UEL in Bezug auf das Comité permanent du travail et de l'emploi (CPTE).  Beim CPTE handele es sich um ein gesetzlich vorgesehenes Instrument, um den Sozialdialog zu fördern. Dass die UEL nicht mehr an dessen Sitzungen teilnehmen will, zeige, dass die Arbeitgeber nicht mehr an einem solchen Dialog interessiert seien.

Dies gefährde laut Roeltgen das luxemburgische Sozialmodell und sei sowohl ein Affront gegenüber den Gewerkschaften, da deren Verhandlungsrechte beschnitten würden, als auch gegen die Regierung. Premierminister Xavier Bettel (DP) habe zu Beginn seiner ersten Amtszeit eine Revitalisierung des Sozialdialogs in Aussicht gestellt und deswegen dürfe die Regierung jetzt auch nicht vor der UEL in die Knie gehen.

Digitalisierung als große Herausforderung

Roeltgen fordert die UEL auf, im Dezember wieder in das CPTE zurückzukehren, da die Gewerkschaften ansonsten alleine mit der Regierung verhandeln würden.


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LCGB-Präsident Patrick Dury erklärte seinerseits, dass die Arbeitswelt in Zeiten der Digitalisierung vor großen Veränderungen und die Arbeitnehmer vor großen Herausforderungen stünden. Um prekäre Arbeitsverhältnisse zu verhindern, benötige man ein modernes Arbeitsrecht und das CPTE sei das geeignete Instrument um Lösungen bei Streitfragen zu finden.

Flexiblere und kürze Arbeitszeiten gefordert

Im Rahmen ihrer Plattform 4.0 hätten die Gewerkschaften eine ganze von Vorschlägen zusammengetragen. So sollen beispielsweise flexiblere Arbeitszeitmodelle eine bessere Vereinigung von Berufs- und Privatleben ermöglichen und die Arbeitszeit wegen der höheren Produktivität generell verkürzt werden.


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Die Gewerkschaften sprechen sich zudem für eine Reform des Kollektivvertragsgesetzes aus. Laut Roeltgen fällt derzeit weniger als die Hälfte aller Arbeitnehmer unter einen Kollektivvertrag, ein Zustand, der sich dringend wieder ändern müsse, da die Verhandlungen in den Betrieben selten auf Augenhöhe stattfänden.

Um ihre Forderungen zu untermauern, organisieren die Gewerkschaften am 19. November, um 19 Uhr, eine Protestaktion im Parc Hôtel Alvisse in Dommeldingen. Über weitere konkrete Schritte wollten die Gewerkschaftler zu diesem Zeitpunkt noch nicht reden. Es drohten allerdings soziale Konflikte, ein Umstand, der eigentlich in niemandes Interesse sein könne.


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