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Gesundheitstisch: Was tun gegen Personalmangel?
Politik 16.09.2020

Gesundheitstisch: Was tun gegen Personalmangel?

Mittelfristig wird Luxemburg nicht genügend Ärzte und Pflegepersonal haben. Das Land muss gegensteuern, zum Beispiel mit attraktiven Ausbildungen und attraktiven Arbeitsbedingungen.

Gesundheitstisch: Was tun gegen Personalmangel?

Mittelfristig wird Luxemburg nicht genügend Ärzte und Pflegepersonal haben. Das Land muss gegensteuern, zum Beispiel mit attraktiven Ausbildungen und attraktiven Arbeitsbedingungen.
Foto: Shutterstock
Politik 16.09.2020

Gesundheitstisch: Was tun gegen Personalmangel?

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Am Mittwoch tagte der Gesundheitstisch und befasste sich mit dem Personalmangel im Gesundheitswesen und möglichen Lösungswegen.

Am 14. Februar haben Gesundheitsministerin Paulette Lenert und Sozialversicherungsminister Romain Schneider (beide LSAP) den Gesundheitstisch lanciert – mit dem Ziel, das Gesundheitssystem zu verbessern. Fünf Themenbereiche wurden definiert. Durch die Covid-Krise hat sich der Zeitplan etwas verschoben, sodass die dritte Arbeitsgruppe sich nicht – wie geplant – am 24. Juni, sondern erst am Mittwoch treffen konnte. 


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Im Zentrum stand der Personalmangel im Gesundheitswesen, der längerfristig zum Problem wird, wenn nichts unternommen wird. Zu dieser Schlussfolgerung war ein Bericht gekommen, der Ende 2019 noch unter dem damaligen Gesundheitsminister Etienne Schneider (LSAP) vorgestellt worden war. 

Am Mittwoch ging es um eben dieses Thema und zahlreiche Akteure haben ihre Ideen und Lösungen in Anwesenheit der beiden Minister Lenert und Schneider vorgestellt. 

Über die Feststellung, dass es in einigen Jahren eng wird und dringend gehandelt werden muss, seien sich alle Akteure einig gewesen, sagte Romain Schneider. Einig war man sich auch, dass Luxemburg weiterhin auf Personal aus dem Ausland angewiesen sein wird und das Land seine Attraktivität steigern muss. Ziel sei es, die Ausbildung attraktiver zu machen – auch für Personen aus dem Ausland –, und über günstige Arbeitsbedingungen mehr Menschen zum Arbeiten nach Luxemburg zu locken, sagte Paulette Lenert.  

Werben für Gesundheitsberufe 

Fünf Themengebiete wurden am Mittwoch erörtert. So ging es beispielsweise darum, zu prüfen, ob die Berufsprofile noch den heutigen Anforderungen entsprechen und inwiefern neue Berufsbilder geschaffen werden müssen. Es wurden Reformvorschläge gemacht, wie die Personalvertretungen gestärkt werden können. 


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Diskutiert wurde über die Möglichkeit einer Zusammenarbeit in Gesellschaften, um Kosten zu teilen und Arbeits- und Privatleben besser in Einklang zu bringen. 

Kurzfristig soll eine große nationale Werbekampagne gestartet werden, um den jungen Menschen hierzulande die Gesundheitsberufe schmackhaft zu machen. Erörtert wurde auch die Notwendigkeit, die Ausbildung an die Bedürfnisse in der Realität anzupassen, sowie die Notwendigkeit, die Interdisziplinarität, also die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und weiteren Gesundheitsberuflern zu stärken, unter anderem durch eine gemeinsame Ausbildung. 

Diskutiert wurde ferner über die Möglichkeit einer Quereinsteigerausbildung für Menschen, die sich umschulen lassen wollen. 

Bis Ende 2020 sollen alle Arbeitsgruppen ihre Arbeit abgeschlossen haben und Bilanz gezogen werden. 

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(de g. à dr.) Marie-Lise Lair, auteur de l'étude ; Étienne Schneider, Vice-Premier minister, ministre de la Santé