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Gesetzesvorschlag auf dem Instanzenweg: Die Fragen des Referendums
Politik 3 Min. 05.11.2014

Gesetzesvorschlag auf dem Instanzenweg: Die Fragen des Referendums

Die Fragen liegen in luxemburgischer, deutscher und französischer Sprache vor.

Gesetzesvorschlag auf dem Instanzenweg: Die Fragen des Referendums

Die Fragen liegen in luxemburgischer, deutscher und französischer Sprache vor.
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Politik 3 Min. 05.11.2014

Gesetzesvorschlag auf dem Instanzenweg: Die Fragen des Referendums

Am Mittwoch hat der der Vorsitzende der Verfassungskommission Alex Bodry den Gesetzesvorschlag mit dem genauen Wortlaut der vier Fragen für das Referendum vom 7. Juni 2015 im Parlament eingebracht.

(DS) – Am 13. Oktober hatte der Verfassungsausschuss Alex Bodry (LSAP) mit der Ausarbeitung einer Gesetzesvorlage zu den konsultativen Referenden beauftragt. Am Dienstag hat der Vorsitzende der Verfassungskommission die Vorlage mit dem genauen Wortlaut der vier Fragen im Parlament eingereicht. Die Fragen liegen auf luxemburgisch, auf deutsch und auf französisch vor.

Die Volksbefragung wird am 7. Juni kommenden Jahres stattfinden. Die Bürger sind aufgerufen, ihre Meinung zum Ausländerwahlrecht, zur Absenkung des Mindestalters beim Wahlrecht auf 16 Jahre, zur Begrenzung der Mandatszeit der Minister auf zehn Jahre und zum künftigen Verhältnis zwischen Kirche und Staat zu äußern. Rein juristisch ist das Resultat des Referendums nicht bindend, allerdings wollen sich Blau-Rot-Grün dem Wählerwillen beugen.

Die genaue Formulierung der Referendumsfragen

Wahlrecht ab 16:

«Approuvez-vous l'idée que les Luxembourgeois âgés entre seize et dix-huit ans aient le droit de s'inscrire de manière facultative sur les listes électorales en vue de participer comme électeurs aux élections pour la Chambre des Députés, aux élections européennes et communales ainsi qu'aux référendums?»

«Sidd Dir mat der Iddi averstanen, datt d'Lëtzebuerger, déi tëschent 16 an 18 Joer al sinn, d'Recht kréien, sech fakultativ an d'Wielerlëschten anzeschreiwen, fir als Wieler bei de Wahle fir d'Chamber, d'Europaparlament an de Gemengerot souwéi bei de Referende kënne matzemaachen?»

«Befürworten Sie die Idee, dass die Luxemburger im Alter zwischen sechzehn und achtzehn Jahren das Recht erhalten, sich fakultativ in die Wählerlisten einzutragen, um sich als Wähler an den Wahlen zur Abgeordnetenkammer, dem Europaparlament und dem Gemeinderat sowie an den Referenden beteiligen zu können?»

Wahlrecht für Ausländer:

« Approuvez-vous l'idée que les résidents non luxembourgeois aient le droit de s'inscrire de manière facultative sur les listes électorales en vue de participer comme électeurs aux élections pour la Chambre des Députés, à la double condition particulière d'avoir résidé pendant au moins dix ans au Luxembourg et d'avoir préalablement participé aux élections communales ou européennes au Luxembourg?»

«Sidd Dir mat der Iddi averstanen, datt d'auslännesch Matbierger d'Recht kréien, sech fakultativ an d'Wielerlëschten anzeschreiwen, fir als Wieler bel Chamberwahle kënne matzemaachen, an dat ënnert der besonnescher duebeler Bedéngung, datt si op d'mannst zënter 10 Joer zu Lëtzebuerg gewunnt hunn a virdru scho bei Gemengen- oder Europawahlen zu Lëtzebuerg matgemaach hunn?»

«Befürworten Sie die Idee, dass ausländische Mitbürger das Recht erhalten, sich fakultativ in die Wählerlisten einzuschreiben, um sich als Wähler an den Wahlen zur Abgeordnetenkammer beteiligen zu können, und dies unter der besonderen doppelten Bedingung, während mindestens zehn Jahren in Luxemburg gewohnt und sich vorher bereits an Kommunal- oder Europawahlen in Luxemburg beteiligt zu haben?»

Begrenzung der Ministermandate:

«Approuvez-vous l'idée de limiter à dix ans la durée maximale pendant laquelle, de façon continue, une personne peut faire partie du gouvernement ? »

«Sidd Dir mat der Iddi averstanen, d'Zäit, während där eng Persoun ouni Ënnerbriechung an der Regierung daerf sinn, op maximal 10 Joer ze begrenzen?»

«Befürworten Sie die Idee, die Dauer während der eine Person ohne Unterbrechung in der Regierung sein darf, auf maximal zehn Jahre zu begrenzen?»

Kirche und Staat:

«Approuvez-vous l'Idée que l'Etat n'ait plus l'obligation de prendre en charge les traitements et pensions des ministres des cultes reconnus?»

«Sidd Dir mat der Iddi averstanen, datt de Stat net méi d'Verflichtung huet, d'Paien an d'Pensioune vun de Geeschtlechen a Laienhelfer vun den unerkannte Glawensgemeinschaften ze iwwerhuelen?»

«Befürworten Sie die Idee, dass der Staat nicht mehr die Verpflichtung hat, die Gehälter und Pensionen der Geistlichen und Laienhelfer der anerkannten Glaubensgemeinschaften zu übernehmen?»


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