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Geschichtsstunde in der Chamber
Politik 09.06.2016 Aus unserem online-Archiv
„Comité pour la mémoire“

Geschichtsstunde in der Chamber

Das Erinnerungskomitee bekommt seinen Sitz in der Villa Pauly.
„Comité pour la mémoire“

Geschichtsstunde in der Chamber

Das Erinnerungskomitee bekommt seinen Sitz in der Villa Pauly.
Gerry Huberty
Politik 09.06.2016 Aus unserem online-Archiv
„Comité pour la mémoire“

Geschichtsstunde in der Chamber

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Am Donnerstag sprach sich das Parlament mehrheitlich für das „Comité pour la Mémoire de la Deuxième Guerre mondiale“ aus. Das neue Gremium soll die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg wach halten.

(DS) - Es ging schnell, sehr schnell. Am 17. Februar hatte das Kabinett grünes Licht gegeben, am 2. März hatte Premierminister Xavier Bettel den Entwurf im Parlament hinterlegt. Am Donnerstag verabschiedete das Parlament mit breiter Mehrheit die gesetzliche Grundlage für das „Comité pour la Mémoire de la Deuxième Guerre mondiale“. 56 Abgeordnete stimmten dafür, die drei ADR-Parlamentarier stimmten dagegen.

Die Aufgabe des „Comité pour la mémoire de la Deuxième Guerre mondiale“ ist es, die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg wachzuhalten. Dem 18-köpfigen Gremium gehören je sechs Vertreter des „Comité directeur pour le Souvenir de la Résistance“ (CDSR), des „Comité directeur pour le Souvenir de l'Enrôlement forcé“ (CDSEF) und der jüdischen Gemeinde an. Das CDSR und das CDSEF werden abgeschafft.

Das neue Komitee wird in allen Belangen, die mit der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg zu tun haben, der einzige Ansprechpartner der Regierung sein und untersteht dem Staatsministerium. Im Staatsministerium wird daher ein „service unique“ geschaffen, der wiederum als direkter Ansprechpartner für das „Comité pour la mémoire“ dienen wird. Aller Voraussicht nach, soll der frühere Direktor der Nationalbibliothek, Jean-Claude Müller, mit der Aufgabe betraut werden. Seine Bleibe wird das Erinnerungskomitee in der Villa Pauly finden, die bislang das „Centre de documentation et de recherche sur la résistance“ (CDRR) beherbergte.

Institut für Zeitgeschichte

Das CDRR wurde zusammen mit dem „Centre de documentation et de recherche sur l'enrôlement forcé“ (CDREF), dem „Centre virtuel de la connaissance sur l'Europe“ (CVCE) und dem „Centre d'études et de recherches européennes Robert Schuman“ (CERE) in das neue Institut für Zeitgeschichte an der Uni überführt. Während sich das Komitee ausschließlich mit der Erinnerung beschäftigt, hat das IfZ einen reinen Forschungsauftrag. Leiter des interdisziplinären Zentrums ist der belgische Geschichtsprofessor Andreas Fickers.

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