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Geschäfte müssen schließen, Ausgangssperre vorverlegt
Politik 2 4 Min. 21.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Geschäfte müssen schließen, Ausgangssperre vorverlegt

Premier Xavier Bettel und Gesundheitsministerin Paulette Lenert haben am Montag strengere Corona-Regeln angekündigt.

Geschäfte müssen schließen, Ausgangssperre vorverlegt

Premier Xavier Bettel und Gesundheitsministerin Paulette Lenert haben am Montag strengere Corona-Regeln angekündigt.
Foto: GUy Jallay
Politik 2 4 Min. 21.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Geschäfte müssen schließen, Ausgangssperre vorverlegt

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Die Regierung verschärft die Corona-Regeln erneut: Ab dem 26. Dezember müssen die Geschäfte schließen. Die Ausgangssperre gilt ab dem Datum bereits um 21 Uhr.

Obwohl die Situation sich langsam entspannt, zieht die Regierung im Kampf gegen die Pandemie die Schraube weiter an. Ab dem 26. Dezember müssen alle Geschäfte ihre Türen schließen. Ausgenommen sind lediglich Lebensmittelgeschäfte, Apotheken und Läden, die lebenswichtige Waren verkaufen.

Der Verkauf wird produktbezogen eingeschränkt - demnach müssen auch größere Geschäfte die Abteilungen abriegeln, in denen nicht essentielle Waren verkauft werden. Durch diese Maßnahme sollen große und kleine Läden gleich behandelt werden. Die Regelung gilt vorerst bis zum 10. Januar.

Zur Erinnerung: Das Parlament hatte erst am vergangenen Dienstag das aktuelle Covid-Gesetz bis zum 15. Januar verlängert und in einigen Punkten angepasst.  

In dem Gesetz, das voraussichtlich an Heiligabend vom Parlament verabschiedet werden wird, ist genau aufgeführt, welche Geschäfte geöffnet bleiben und welche nicht. Im Gegensatz zum Lockdown im Frühjahr wird diesmal genau nach dem Warenassortiment unterschieden.

Die betroffenen Geschäftsleute werden wie im Frühjahr mit einer staatlichen Unterstützung rechnen können. Zudem hat das House of Entrepreneurship unter der Nummer 42 39 39 330 eine Hotline eingerichtet, an die sich die Geschäftsinhaber mit ihren Fragen wenden können. Der Winterschlussverkauf wird übrigens verschoben. 

Premier Bettel und Gesundheitsministerin Lenert auf dem Weg zur Pressekonferenz.
Premier Bettel und Gesundheitsministerin Lenert auf dem Weg zur Pressekonferenz.
Foto: Guy Jallay

Die Ausgangssperre wird um zwei Stunden verlängert: Ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag müssen die Menschen zwischen 21 Uhr und 6 Uhr zuhause bleiben. Bislang galt die Ausgangssperre erst ab 23 Uhr. Zudem wird der Alkoholkonsum im öffentlichen Raum verboten. Auch diese Regelung gilt vorerst bis zum 10. Januar. 

An die Betriebe geht der Appell, dass ihre Mitarbeiter soweit wie möglich von zuhause aus arbeiten sollen. Der Staat geht mit gutem Beispiel voran und schickt die Beamten und Angestellten ebenfalls ins Home-Office.

Home-Schooling nach den Weihnachtsferien

Auch die Schüler müssen sich auf Änderungen einstellen. Nach den Weihnachtsferien ist für eine Woche in allen Grund- und Sekundarschulen Fernunterricht angesagt. Kitas müssen zwischen dem 26. Dezember und dem 10. Januar schließen. Weitere Details zu den Schulen wird Bildungsminister Claude Meisch (DP) am Dienstag um 10.30 Uhr verkünden. Auch alle außerschulischen Aktivitäten sind bis zm 10. Januar untersagt. 


Lokales,2ieme Centre de Consultation Covid Esch/Alzette.Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort
Santé meldet 163 Neuinfektionen
Am Dienstag werden 163 neue Covid-Fälle bei 9.318 Tests gemeldet. Sechs Menschen sind verstorben. Alle Details im Ticker.

Beim Sport sind ebenfalls weitere Einschnitte geplant. In den kommenden beiden Wochen sind nur noch private sportliche Aktivitäten erlaubt. Ausgenommen sind lediglich die Elitesportler, die weiter trainieren dürfen. 

Die neuen Regeln gehen mit strengeren Strafen einher. So werden die Bußgelder verdoppelt. Wer die Maßnahmen in Zukunft nicht respektiert, muss 300 Euro, statt wie bisher 150 Euro bezahlen. 

Leichte Entspannung

Nachdem Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) bereits Mitte vergangener Woche durchblicken gelassen hatte, dass die Regierung die Corona-Maßnahmen verschärfen könnte, hatte Premierminister Xavier Bettel (DP) für Montagmorgen das Kabinett zusammengerufen, um über die Entwicklung zu beraten.  

„Die Situation entspannt sich“, erklärte der Regierungschef beim anschließenden Pressebriefing. Allerdings seien die Zahlen trotz der rückläufigen Tendenz immer noch zu hoch: „Die Situation kann schnell wieder kippen“, erklärte Bettel. So registrierte die Santé in der vergangenen Woche trotz einer Baisse immer noch durchschnittlich 438 Neuinfektionen pro Tag.


Illustration, beim LMS, Covid-Testzentrum, Corona, Testing, testen, Covid-19, Foto: Anouk Antony/Luxemburger Wort
Corona-Wochenbericht: Leichte Entspannung
Nach wie vor werden jede Woche beunruhigend viele Personen positiv auf Covid-19 getestet. Doch die Zahl ging vergangene Woche leicht zurück.

Bettel und Lenert wollen die Verschärfung der Regeln als Vorsichtsmaßnahme verstanden wissen: „Wir brauchen Spielraum in den Kliniken. Wir müssen die Krankenhäuser entlasten.“ „Die Zahlen sind noch nicht so niedrig, wie wir das gerne hätten. Wir müssen die Zahl der Neuinfektionen weiter und schneller nach unten drücken“, ergänzte die Gesundheitsministerin. Lenert verglich die Pandemie mit einem Eisberg: „Wir sehen und kennen nur die Spitze des Eisbergs. Über alles andere können wir lediglich spekulieren.“

Angst vor den Feiertagen

Es sind vor allem die Feiertage und die damit einhergehenden Kontakte, die der Regierung Sorgen bereiten. Bettel und Lenert fürchten, dass die Erfolge durch das unvorsichtige Verhalten der Menschen wieder zunichte gemacht werden könnten.

„Wir brauchen Spielraum in den Kliniken. Wir müssen die Krankenhäuser entlasten.“  

Premier Bettel und Gesundheitsministerin Lenert

Auf die Frage, wieso die Maßnahmen dann nicht früher verschärft wurden, verwies der Regierungschef auf eine mögliche „soziale Isolation“, die man unbedingt verhindern wolle. Daher sei es weiterhin erlaubt, zwei Personen bei sich zuhause zu empfangen. Die Möglichkeit müsse aber die Ausnahme sein, ergänzte Lenert und betonte einmal mehr, dass jeder zusätzliche Kontakt eine weitere Infektionsquelle darstellt. 

Impfungen ab dem 28. Dezember

Nachdem die Europäische Arzneimittelagentur EMA am Montag dem Impfstoff von Biontech/Pfizer die Zulassung erteilt hat, wird Luxemburg am 28. Dezember mit den Impfungen beginnen. Zunächst wird an zwei Tagen das Krankenhauspersonal in der Hall Victor Hugo geimpft. Ab dem 30. Dezember werden dann auch die Mitarbeiter der Pflegeeinrichtungen geimpft. 

Wegen der Virusvariante, die sich seit Tagen in Großbritannien rasant verbreitet, werden die Flüge aus dem Vereinigten Königreich vorest bis zum 3. Januar  ausgesetzt. Luxemburg hatte bereits am Sonntag eine Landeverbot für 24 Stunden verhängt. In Brüssel laufen die Verhandlungen, um einer gemeinsame europäische Regelung zu finden.

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