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Gemeinsamer Religionenunterricht: "Neue Wege gehen"
Politik 18.11.2014

Gemeinsamer Religionenunterricht: "Neue Wege gehen"

Die Vertreter der Glaubensgemeinschaften setzen sich für einen gemeinsamen Religionenunterricht in den Schulen ein.

Gemeinsamer Religionenunterricht: "Neue Wege gehen"

Die Vertreter der Glaubensgemeinschaften setzen sich für einen gemeinsamen Religionenunterricht in den Schulen ein.
Guy Jallay
Politik 18.11.2014

Gemeinsamer Religionenunterricht: "Neue Wege gehen"

Die in Luxemburg vertretenen Glaubensgemeinschaften fordern einen gemeinsamen Religionenunterricht in den Schulen, doch Bildungsminister Claude Meisch lehnt ab.

(mig) - Am Dienstag unterzeichneten die in Luxemburg vertretenen Glaubensgemeinschaften ein Memorandum, in dem sie sich für einen Religionenunterricht in der Schule einsetzen. Kernpunkt des Unterrichts ist nicht die Glaubensvermittlung, sondern die Wissensvermittlung.

In diesem Unterricht soll Wissen über die großen Weltreligionen vermittelt werden. Religion sei wichtig und notwendig in der heutigen Gesellschaft, sagte Erzbischof Jean-Claude Hollerich, deshalb sie es auch wichtig, Religionen in der Schule zu thematisieren.

Die Glaubensvermittlung soll weiterhin in den Glaubensgemeinschaften stattfinden. Es gehe demnach nicht um Katechese. Vielmehr seien die Glaubensgemeinschaften als Träger bereit, einen gemeinsamen Religionenunterricht zu verantworten, in Zusammenarbeit mit dem Staat.

Wahlmöglichkeit beibehalten

Die Vertreter der Glaubensgemeinschaften treten weiterhin für eine Wahlmöglichkeit zwischen Religionen- und Ethikunterricht in den Schulen ein. Religionen seien öffentlich, der Glaube hingegen etwas ganz Persönliches. Aus diesem Grund trete man weiterhin für die Wahlfreiheit ein.

Meisch sagt Nein

Bildungsminister Claude Meisch begrüßt den Zusammenschluss der Glaubensgemeinschaften, hält aber am Regierungsprogramm fest, der die Abschaffung des Religionsunterrichts zugunsten eines einheitlichen Werteunterrichts vorsieht. Ein gemeinsamer Religionenunterricht werde vom Staat infrastrukturell unterstützt, sofern er außerhalb der obligatorischen Schulzeit stattfindet, sagte der Bildungsminister auf LW-Nachfrage.

Keine Alternative

Ein Religionenunterricht außerhalb des Schulunterrichts ist in den Augen des Erzbischofs aber keine Alternative. "Das würde bedeuten, dass der Religionenunterricht als nicht wichtig für die Gesellschaft angesehen würde", so Hollerich. "Das würde bedeuten, dass der Religionenunterricht verwechselt wird mit dem Glaubensunterricht, den wir in den Glaubensgemeinschaften praktizieren." Das seien zwei Paar Schuhe, so Hollerich.

Das Memorandum wurde unterzeichnet von den Vertretern der konventionierten Kirchen (katholische Kirche, israelitische Gemeinschaft, die Protestantische Kirche, die Protestantisch-reformierte Kirche, die orthodoxe Kirche und die anglikanische Kirche) sowie von den Vertretern der muslimischen Schura (Rat der islamischen Gemeinschaften) und der Neuapostolischen Kirche.


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