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Gemeindewahlen: Promis im Wahl-Check
Pascale Schmoetten verlängert ihr kommunales Mandat in Diekirch.

Gemeindewahlen: Promis im Wahl-Check

Foto: Fernand Konnen
Pascale Schmoetten verlängert ihr kommunales Mandat in Diekirch.
Politik 8 4 Min. 10.10.2017

Gemeindewahlen: Promis im Wahl-Check

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Die Parteien greifen bei der Aufstellung ihrer Kandidatenlisten gerne auf bekannte Gesichter zurück. Welche Promis haben bei den Gemeindewahlen mitgemacht und wie haben sie abgeschnitten? Ein Überblick.

(mig) - Promis sind seit jeher begehrte Kandidaten für Kommunal-, Landes- und Europawahlen. Bekannte Gesichter, die aus ihrer Prominenz politisches Kapital schlagen konnten, gibt es haufenweise.

Einige von ihnen sind heute im Parlament, wie z.B. die ehemalige Triathletin Nancy Kemp-Arendt (CSV), der Mount-Everst-Bezwinger Eugène Berger (DP), der ehemalige RTL-Moderator Félix Eischen (CSV), der sich auf kommunaler Ebene durchsetzen konnte und fortan den Bürgermeisterposten besetzen wird, oder noch Cécile Hemmen (LSAP), ehemalige RTL-Moderatorin, "Télévie"-Gesicht und Noch-Bürgermeisterin von Weiler-la-Tour.

Andere Promis wie Corinne Cahen, Francine Closener oder Marc Hansen - alle drei frühere RTL-Journalisten - sind Mitglieder der aktuellen Regierung.

Hier eine Auswahl von bekannten und etwas weniger bekannten Gesichtern, die bei den diesjährigen Kommunalwahlen teilgenommen haben, und ihre Ergebnisse:

  • Die Athletin Pascale Schmoetten, die im Juli 2015 für den scheidenden LSAP-Vertreter Emile Eischen in den Diekircher Gemeinderat nachrückte, schaffte erneut den Sprung ins Rathaus (Platz 6 von 13).
  • In Ettelbrück sitzt künftig der Basketballer Jairo Delgado als vierter von vier LSAP-Vertretern im Gemeinderat. 
  • In Bad Mondorf landete Steve Schleck, Bruder der Radprofis Andy und Fränk Schleck, auf Platz 3. Obwohl die DP die absolute Mehrheit hat, hat sie mit dem jetzigen Koalitionspartner Déi Gréng ein Koalitionsabkommen unterzeichnet. Somit behält Steve Schleck (Déi Gréng) sein Schöffenratsmandat.
  • John Van Rijswick, ehemaliger Fußballnationalspieler und Gemeinderatsmitglied, ging in Monnerich erneut für die LSAP an den Start. Er landete auf Platz 7 von 13, muss nun aber auf der Oppositionsbank Platz nehmen. In Monnerich hat jetzt eine schwarz-blaue Mehrheit das Sagen, nachdem die LSAP die absolute Mehrheit (- 2 Sitze) verloren hat. 
  • In Rümelingen gelang es dem Präsidenten des Rümelinger Fußballvereins USR, Gérard Jeitz, sein Mandat im Gemeinderat zu verlängern.
  • Frank Kuffer, ehemaliger RTL-Journalist und erfolgloser CSV-Kandidat bei den Landeswahlen 2013, schaffte auf Anhieb den Sprung in den Gemeinderat der Majorzgemeinde Erpeldingen (Platz 5 von 7).
  • In der Majorzgemeinde Dalheim kam der Journalist Nic Dicken auf Platz 2 und kann sein Schöffenmandat behalten.
  • In der Majorzgemeinde Waldbillig gelang dem 35-jährigen Jazzmusiker Maxime Bender auf Anhieb der Sprung in den Gemeinderat (Platz 4 von 9). Ähnlich erging es seinem Musikerkollegen und Drummer Jeff Herr, der in Lintgen die Wähler überzeugen konnte. Er kam aus dem Stand auf Platz 5 (von 9).
  • In der Hauptstadt gingen gleich mehrere Prominente für mehrere Parteien an den Start. Die ehemalige RTL-Moderatorin Tanja De Jager sitzt fortan für die DP im hauptstädtischen Gemeinderat. 

Wer es nicht geschafft hat

  • In der Hauptstadt ging auch Sylvia Camarda für die DP an den Start. Die Tänzerin und Choreografin sowie DP-Kandidatin bei den Europawahlen 2014, verpasste den Sprung ins Rathaus auf dem Knuedler nur knapp um einen Platz. Sie könnte allerdings für die gewählte Vronny Krieps nachrücken, deren Tochter Héloïse Bock ebenfalls gewählt wurde, aber mit weit mehr Stimmen als ihre Mutter. Vronny Krieps müsste somit auf ihr Mandat verzichten.
  • Auch Robert L. Philippart, Historiker und DP-Kandidat, schaffte den Sprung ins hauptstädtische Rathaus nicht. Die Triathletin Liz May landete auf Platz 8 der LSAP-Kandidaten und wird ebenfalls nicht im Gemeinderat vertreten sein. Das gleiche Schicksal ereilte den Schauspieler Mickey Hardt, der sich als 15. unter den 27 LSAP-Kandidaten platzierte. Die Sozialisten sind nur mehr mit drei Räten vertreten.
  • In Mersch ging es für den früheren Journalisten und jetzigen grünen Gemeinderatsvertreter Tom Graas nicht gut aus. Er wurde nicht wiedergewählt.
  • Marc Mathekowitsch, früherer "Administrateur général" im Sportministerium und seit dem 1. Oktober Vorsitzender des Verwaltungsrates der nationalen Sportstätte "d'Coque", versuchte sich auf der LSAP-Liste in Kehlen, verpasste den Sprung ins Rathaus jedoch um einen Platz.
  • In Esch/Alzette ging Laurent Biltgen, jüngerer Bruder des ehemaligen CSV-Ministers François Biltgen, erneut für déi Lénk an den Start, verfehlte den Sprung in den Gemeinderat aber um zwei Plätze. Da bei den Linken das Rotationsprinzip gilt, wird Laurent Biltgen vermutlich aber in der Halbzeit für Line Wies nachrücken. 2014 war er für Marc Baum nachgerückt. François Biltgens Frau Denise Biltgen war da etwas erfolgreicher. Sie kandidierte auf der CSV-Liste und sitzt fortan als sechste von sechs gewählten CSV-Vertretern im Escher Gemeinderat.
  • In Ettelbrück kandidierte die Judoka Marie Muller für die DP. Doch auch sie schaffte es nicht in den Gemeinderat. Sie wurde die sechste von 13 DP-Kandidaten.
  • Der ehemalige Präsident des Handball Esch, Marc Fancelli, kandidierte bei den Sozialisten in Monnerich, verpasste den Sprung ins Rathaus jedoch knapp.
  • Paul Hammelmann, Jurist und bekanntes Gesicht der "Sécurité routière", ging schon mehrfach für die LSAP an den Start, national (2009 und 2004) und kommunal (2005). Geklappt hat es allerdings auch diesmal nicht. Hammelmann verpasste den Sprung in den Bartringer Gemeinderat um einen Platz. Die Sozialisten haben in Bartringen unverändert nur einen Sitz. Der ist von Fernand Caas besetzt.
  • Olivier Toth, Direktor der Rockhal, ging in Strassen für die Liberalen in den Wahlkampf. Für ein Mandat aber reichte es nicht.

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