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Gedenkminute im Parlament: "Ein Flüchtling ist kein Terrorist"
Premier Bettel sieht Hass und Terrorismus als "traurige Realität" an.

Gedenkminute im Parlament: "Ein Flüchtling ist kein Terrorist"

Screenshot: Chamber TV
Premier Bettel sieht Hass und Terrorismus als "traurige Realität" an.
Politik 17.11.2015

Gedenkminute im Parlament: "Ein Flüchtling ist kein Terrorist"

Um der Opfer der feigen Terroranschläge in Frankreich zu gedenken, legten auch die Abgeordneten vor der Sitzung vom Dienstagnachmittag eine Gedenkminute ein. Premier Xavier Bettel und Präsident Mars di Bartolomeo zeigten sich berührt und besorgt zugleich.

(TJ) - Um der Opfer der feigen Terroranschläge in Frankreich zu gedenken, legten die Abgeordneten vor der Sitzung vom Dienstagnachmittag eine Gedenkminute ein. Premier Xavier Bettel und Präsident Mars di Bartolomeo zeigten sich berührt und besorgt zugleich.

Der erste Bürger des Landes sprach von einer "neuen Dimension des Terrors", die Europa am Freitag erlebt habe. Er sprach allen Opfern das Mitgefühl Luxemburgs aus. Visiert seien die Grundwerte - Freiheit, Gleichheit, Demokratie - unserer Gesellschaft gewesen. Allerdings könnten weder Kugeln noch Sprengstoff diese Werte erschüttern, wenn die Menschen solidarisch blieben. Angst, Hass und Radikalismus müsste der Kampf angesagt werden, um die Rückkehr in die Barbarei zu verhindern. Die blutigen Attacken hätten Europa verletzt und erschüttert. Die Urheber seien jedoch keinesfalls unter den Flüchtlingen zu suchen, so di Bartolomeo.

Dem ganzen französichen Volk sprach er das Mitgefühl der Volksvertretung Luxemburgs aus, bevor er das Wort an Premier Bettel übergab.

129 Jugendliche, Mitbürger und lebensfrohe Menschen

Dieser ging auf die 129 lebensfrohen jungen Menschen, Mitbürger und Menschen ein, die am Freitag unschuldig ums Leben gekommen sind. Er erwähnte jedoch auch die Opfer anderer Anschläge, die während der vergangenen Wochen auf unnütze und grausame Weise bei feigen Attentaten ums Leben kamen. Hass, Gewalt und Terrorismus seien eine traurige Realität. Man müsse sie rigoros bekämpfen, am besten bevor sie entstehe.

Der IS missbrauche die Werte des Islams, um seine kranken Werte durchzusetzen, so Bettel, der auch unterstrich, dass keiner der Attentäter aus Flüchtlingskreisen stamme. Europa habe die Pflicht, den vor dem Terror flüchtenden Menschen zu helfen. "Ein Flüchtling ist kein Terrorist, ein Terrorist ist kein Flüchtling", so Bettel abschließend.

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Screenshot: Chamber TV



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