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"Ganz nah dran, aber noch nicht am Ziel"
Politik 11.10.2018

"Ganz nah dran, aber noch nicht am Ziel"

Für die CSV ist die Rückkehr an die Macht zum Greifen nah.

"Ganz nah dran, aber noch nicht am Ziel"

Für die CSV ist die Rückkehr an die Macht zum Greifen nah.
Foto: Gilles Kayser
Politik 11.10.2018

"Ganz nah dran, aber noch nicht am Ziel"

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Langsam, aber sicher neigt sich der Wahlkampf dem Ende zu. Es war ein Wahlkampf ohne Aufreger, ohne nennenswerten Schlagabtausch. Einzig LSAP-Spitzenkandidat Etienne Schneider versuchte auf spielerisch-provokative Art seine politischen Gegner aus der Reserve zu locken. Vergebens.

Während der amtierende Staatsminister Xavier Bettel (DP) die direkte Konfrontation mit seinem Vizepremier, der ihm 2013 den Regierungschefposten überließ, scheut, lässt der andere Anwärter auf den Premierposten, Claude Wiseler (CSV), sich nicht aus der Ruhe bringen. Unaufgeregt erläutert er seinen Plan für Luxemburg, was ihm wiederum den Vorwurf einbringt, leidenschaftslos und schulmeisterlich daherzukommen. Doch das ist ihm egal, so wie es Etienne Schneider egal ist, was andere von ihm und seinen Ideen halten.

Auch in der ganz heißen Endphase des Wahlkampfs, in der die Kandidaten zur Höchstform auflaufen und ein letztes Mal alles geben, bleibt der CSV-Spitzenkandidat sich und seiner Linie treu.

CSV-Spitzenkandidat Claude Wiseler appellierte gestern Abend im Tramsschapp an die Kandidaten und Parteimitglieder, bis zuletzt um jede Stimme zu kämpfen.
CSV-Spitzenkandidat Claude Wiseler appellierte gestern Abend im Tramsschapp an die Kandidaten und Parteimitglieder, bis zuletzt um jede Stimme zu kämpfen.
Foto: Gilles Kayser

Bei seinem vierten und letzten „Claude Wiseler Live“-Auftritt gestern Abend im Tramsschapp wetterte er zwar noch einmal kurz gegen Vizepremier Etienne Schneider wegen dessen Patzer in Sachen Steuerzahlungen, ansonsten aber beschränkte er sich darauf, den Parteimitgliedern und -anhängern noch einmal seinen Plan für Luxemburg zu erklären, im Schnelldurchlauf sozusagen, wobei er zeitweise Bettel-ähnlich zum Schnellsprecher wurde und die Übersetzer ihre liebe Mühe hatten, dem Spitzenkandidaten zu folgen.

Die ersten 100 Tage

Wiseler hat sich auch schon Gedanken gemacht, was seine ersten Schritte als Premier sein werden: die Zahl der Regierungsmitglieder reduzieren und den Zuschnitt des Kabinetts so gestalten, dass die Regierung in den prioritären Bereichen effizient arbeiten kann. Ein Kassensturz soll helfen, sich ein Bild über die in den vergangenen fünf Jahren eingegangenen finanziellen Verpflichtungen zu verschaffen.


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Der Sozialdialog mit den Gewerkschaften und Arbeitgebern soll wiederbelebt und gepflegt werden. Und Wiseler will die im Wohnungsbau implizierten Akteure an einen Tisch holen, um gemeinsam Lösungen auszuarbeiten.

Noch 65 Stunden

Nach fünf Jahren in der Opposition ist für die Christsozialen die Rückkehr an die Macht zum Greifen nah. „Wir sind ganz nah dran, aber noch nicht am Ziel“, sagte Wiseler. „Es sind noch 65 Stunden. Es ist noch ein langer Weg. Wir dürfen uns nicht ausruhen, nicht nachlassen, nicht langsamer werden, nicht jetzt, so kurz vor dem Ziel, für das wir in den vergangenen fünf Jahren gearbeitet haben“, sagte Wiseler vor einem prall gefüllten Tramsschapp.


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Der CSV-Spitzenkandidat appellierte an die Kandidaten und die Parteimitglieder, bis zuletzt um jede Stimme zu kämpfen. „Glaubt dran. Wir schaffen das, in den nächsten zwei Tagen.“



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