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Ein Hilfeschrei
Politik 9 15.12.2016 Aus unserem online-Archiv
Gäste aus Aleppo im Mudam

Ein Hilfeschrei

"Morgen wird es für uns zu spät sein." Brita Hagi Hassan, der Bürgermeister von Ost-Aleppo, überbringt eine eindringliche Botschaft.
Gäste aus Aleppo im Mudam

Ein Hilfeschrei

"Morgen wird es für uns zu spät sein." Brita Hagi Hassan, der Bürgermeister von Ost-Aleppo, überbringt eine eindringliche Botschaft.
Foto: Steve Eastwood
Politik 9 15.12.2016 Aus unserem online-Archiv
Gäste aus Aleppo im Mudam

Ein Hilfeschrei

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Der syrische Arzt Dr. Raphaël Pitti und der Bürgermeister von Ost-Aleppo, Brita Hagi Hassan, berichteten im Mudam über die katastrophalen Zustände in Syrien. Hassan sprach am Donnerstag bei der EU in Brüssel.

(pley/tom) - Am Mittwochabend berichteten im Rahmen einer Konferenz, im Beisein von Großherzogin Maria Teresa, der Bürgermeister von Ost-Aleppo, Brita Hagi Hassan, und der Notfallarzt Dr. Raphaël Pitti über die katastrophalen Zustände in der belagerten syrischen Stadt.

Die von Amnesty International, Ärzte ohne Grenzen und dem syrischen Kulturzentrum organisierte Konferenz wurde moderiert von der Regisseurin Karolina Markiewicz und "LW"-Redakteur Gaston Carré.

Hassan reiste danach weiter nach Brüssel, wo er die Chefs der EU-Mitgliedsstaaten direkt ansprach. Er appellierte eindringlich, Beobachter in das Krisengebiet zu schicken.

Mehr als 50 000 Zivilisten seien in Gefahr, es müsse sichergestellt werden, dass sie die Stadt verlassen könnten, sagte Hassan am Donnerstag am Rande des Treffens der EU-Regierungschefs in Brüssel. „Sie sind kurz davor massakriert zu werden“. Er verlange nicht, dass Länder in den Krieg zögen, er wolle nur den Schutz der Zivilisten, sagte Hasan weiter.

Der lange von Rebellen gehaltene Ostteil von Aleppo war in den vergangenen Tagen von syrischen Truppen mit Unterstützung von verbündeten Milizen sowie russischen Luftangriffen zurückerobert worden. Ost-Aleppo gleicht einem Trümmerfeld, Zehntausende Menschen sind ohne Versorgung.

Der EU-Gipfel am Donnerstag in Brüssel wollte die Kämpfe in Syrien und die Rolle Russlands dabei scharf verurteilen, wie aus dem Entwurf der Abschlusserklärung hervorging. Neue Sanktionen zeichneten sich allerdings nicht ab. Hassan sollte später auch direkt in der Runde der 28 EU-Chefs sprechen - in der Geschichte der Gipfelrunden ein beispielloses Ereignis.



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