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Für einen starken Sozialstaat
Politik 28.05.2018

Für einen starken Sozialstaat

Druck und Stress am Arbeitsplatz: Der OGBL fordert die Parteien dazu auf, sich für kürzere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn einzusetzen.

Für einen starken Sozialstaat

Druck und Stress am Arbeitsplatz: Der OGBL fordert die Parteien dazu auf, sich für kürzere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn einzusetzen.
Foto: Shutterstock
Politik 28.05.2018

Für einen starken Sozialstaat

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Die Gewerkschaft OGBL hat eine Broschüre mit Vorschlägen und Forderungen an die nächste Regierung ausgearbeitet und ihre Vorstellungen, was in Luxemburg zu tun ist, vorgestellt.

Luxemburg braucht einen starken Sozialstaat, leistungsfähige öffentliche Dienstleistungen, ein starkes öffentliches Bildungswesen, ein modernes Sozial- und Gesundheitswesen, eine offensive Wohnungspolitik und eine faire Lohnpolitik, die das Indexsystem nicht in Frage stellt, den gesetzlichen Mindestlohn um zehn Prozent erhöht und das Kollektivvertragswesen stärkt.

So steht es im Vorwort der Broschüre, die der OGBL ausgearbeitet hat und an alle Haushalte in Luxemburg verschicken wird. OGBL-Präsident André Roeltgen sieht dies als einen Beitrag zur Willensbildung in der Gesellschaft. "So können die Menschen die Wahlprogramme abgleichen und sehen, welche Parteien diesen Forderungen am ehesten nachkommen", so der Vorsitzende bei der Vorstellung des Forderungskatalogs am Montag.

Rote Linien

Für den OGBL gibt es zwei rote Linien: der Index, "der auf keinen Fall in irgendeiner Form manipuliert werden darf", und die Renten. Der OGBL setzt sich dafür ein, dass Teile der Rentenreform von 2013, die Anpassungen zum Beispiel beim Rentenalter vorsehen, gestrichen werden.

Handlungsbedarf sieht der OGBL auch in der Steuerpolitik. Die Steuerlast sei ungleich verteilt, monierte der Vorsitzende. Die Gewerkschaft fordert zum Beispiel, dass Kapital und Arbeit gleichwertig besteuert werden. Die Gewerkschaft ist für eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer und eine Anhebung des Spitzensteuersatzes. Zudem sollte die Steuertabelle an die Preisentwicklung angepasst werden, um die schleichende Erhöhung der realen Besteuerung (kalte Progression) zu umgehen.

Weiter kämpft der OGBL für ein modernes Arbeitsrecht. Ziel sei es, "die Arbeitsverträge, die Arbeitszeiten, die Arbeitsplätze sowie die beruflichen und sozialen Perspektiven der Beschäftigten zu schützen und zu verbessern".


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