Frühjahrstagung der Gesundheitskassen-Quadripartite: Zweite Chance für den Referenzarzt
(jm) - "Der Referenzarzt spielt eine wichtige Rolle bei der Orientierung der Patienten", sagte Gesundheitsministerin Lydia Mutsch am Mittwoch nach der Sitzung der Gesundheitskassen-Quadripartite. "Die Politik will am Referenzarzt festhalten", betonte ihr Kollege Romain Schneider (soziale Sicherheit).
In den vergangenen Wochen hat ein Expertengremium das Instrument des Vertrauensarztes, das im Zuge der Gesundheitsreform von 2012 ins Leben gerufen überprüft und Vorschläge ausgearbeitet, wo es hakt und wie es eventuell verbessert werden kann. Diese Vorschläge sollen nun umgesetzt werden, auch wenn sich die Ärzteschaft und auch die Vertreter der Versicherten skeptisch zeigen. "Der Referenzarzt kostet die Gesundheitskasse viel Geld und bringt nicht viel Neues", sagte Carlos Pereira vom OGBL.
AMMD-Generalsekretär Claude Schummer will dem Referenzarzt nur unter der Bedingung eine Chance geben, dass die Gebührenordnung und auch die Konvention mit der CNS überarbeitet werden, und dass an den Gesprächen mit der CNS auch die Sozialpartner teilnehmen. Hilfreich wäre auch eine Verringerung des Verwaltungsaufwands.
Dass die Prozeduren etwas zu schwerfällig sind, sehen die Minister ein. Hier könnten also die Reformen ansetzen, die in den kommenden Wochen in die Wege geleitet werden sollen mit dem Ziel, das System des Referenzarztes so aufzustellen, dass es seine Ziele erreicht, so der Sozialminister.
Ein weiteres Thema der Frühjahrs-Quadripartite war die finanzielle Lage der Gesundheitskasse, die ein "vorsichtiges Gleichgewicht" aufweist, wie Romain Schneider es formulierte. "Die Entwicklung ist günstig. Wir müssen sie aber weiter im Auge behalten."