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Frauenstreik: Arbeitsbedingungen im Fokus
Politik 2 Min. 11.02.2021 Aus unserem online-Archiv

Frauenstreik: Arbeitsbedingungen im Fokus

Am ersten Frauenstreik in Luxemburg hatten sich am 7. März 2020 zahlreiche Demonstranten beteiligt.

Frauenstreik: Arbeitsbedingungen im Fokus

Am ersten Frauenstreik in Luxemburg hatten sich am 7. März 2020 zahlreiche Demonstranten beteiligt.
Foto: LW-Archiv
Politik 2 Min. 11.02.2021 Aus unserem online-Archiv

Frauenstreik: Arbeitsbedingungen im Fokus

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Im Vorfeld des zweiten Frauenstreiks in Luxemburg, der für den 8. März geplant ist, präsentieren die Organisatoren ihre Forderungen. Die Arbeitszeit soll kürzer und der Mindestlohn höher werden.

Am 8. März, dem Weltfrauentag, wird in Luxemburg der zweite Frauenstreik organisiert. Dies erneut auf Initiative der zivilen Plattform JIF, der neben 15 Organisationen auch engagierte Privatpersonen angehören. Am Donnerstag wurden während einer Pressekonferenz die Hauptforderungen und der geplante Ablauf des Streiks präsentiert. Dieser steht ganz im Zeichen der Arbeitsbedingungen, drehen sich doch drei der vier Hauptforderungen um deren Verbesserung. 

So wird eine Reduzierung der Arbeitszeit verlangt. Oftmals arbeiteten Angestellte in Luxemburg länger als 40 Stunden in der Woche, dies vor allem in Berufen, in denen Frauen stark vertreten sind, wie im Gesundheits- oder Horeca-Bereich. Und selbst nach dem Arbeitstag könnten viele Frauen nicht abschalten, weil nach wie vor zumeist sie für die Hausarbeit und die Kindererziehung verantwortlich seien. Deswegen müsse sowohl die bezahlte als auch die unbezahlte Arbeit besser aufgeteilt werden. 

„Pappecongé“ durch congé de naissance ersetzen

Um das Armutsrisiko zu senken, soll der Mindestlohn erhöht werden. Die aktuell alle zwei Jahre vorgenommene Anpassung reiche nicht aus. Damit jeder Elternteil sich gleichermaßen in die Kindererziehung einbringen kann, soll der zehntägige congé de paternité abgeschafft und durch einen dreimonatigen congé de naissance ersetzt werden. Neben der zu geringen Dauer stört man sich beim JIF auch am Namen „Pappecongé“, weil dieser lesbische Paare diskriminiere. 

Eine andere Forderung betrifft den Zugang zu Wohnraum. Das Recht auf Wohnen müsse in der Verfassung verankert und Diskriminierung verhindert werden. Vor allem alleinerziehende Frauen hätten es häufig schwer eine Wohnung für sich und ihre Kinder zu finden. Zudem soll die Zahl von Notunterkünften für Personen in prekären Situationen erhöht werden.

Mundschutz und Abstand obligatorisch 

Mit Blick auf den für den 8. März geplanten Demonstrationsmarsch unterstreichen die Organisatoren, dass das Tragen eines Mundschutzes und das Einhalten des Mindestabstands obligatorisch sind. Wenn die sanitäre Situation es erlaubt, ziehen die Demonstranten um 17 Uhr vom hauptstädtischen Bahnhofsgebäude bis zur Place d'Armes, wo mehrere Reden gehalten werden. 


Am siebten März 2020 wird der erste Frauenstreik in Luxemburg stattfinden.
Erster Frauenstreik Luxemburgs
Luxemburgs Frauen werden am 7. März 2020 streiken. Mehr Zeit, Geld und Respekt sind die drei zentralen Forderungen der Streikenden.

Sollte sich die Corona-Situation bis dahin eklatant verschlechtern, sind dezentrale Aktionen im ganzen Land geplant. Unabhängig davon wird es in der Mittagsstunde eine Online-Demonstration geben.

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