Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Französischsprachige Frühförderung: Eine weitere Sprachendebatte steht an
Politik 18.04.2017

Französischsprachige Frühförderung: Eine weitere Sprachendebatte steht an

Die Debatte über Sinn und Zweck der französischsprachigen Frühförderung findet sicher statt.

Französischsprachige Frühförderung: Eine weitere Sprachendebatte steht an

Die Debatte über Sinn und Zweck der französischsprachigen Frühförderung findet sicher statt.
Foto: Shutterstock
Politik 18.04.2017

Französischsprachige Frühförderung: Eine weitere Sprachendebatte steht an

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Die Petition 785 des Grundschullehrers Jacques Dahm hat die Hürde geschafft. Mehr als 4.600 Personen haben sich gegen die französischsprachige Frühförderung ausgesprochen. Es kommt somit zu einer öffentlichen Anhörung im Parlament.

(mig) - Die Pläne von Bildungsminister Claude Meisch, die Kinder ab frühestem Alter zweisprachig (Luxemburgisch und Französisch) zu fördern, stößt nicht überall in der Gesellschaft auf Akzeptanz. Das zeigt die Petition 785 (Nein zur französischsprachigen Frühförderung), die über 4.600 Unterschriften gesammelt hat.

Bittsteller ist der Grundschullehrer Jacques Dahm, der sich dagegen ausspricht, den Kindern in den Betreuungseinrichtungen und in den Zyklen 1 und 2 der Grundschule neben der luxemburgischen auch die französische Sprache beizubringen.

Zwar müssen die Unterschriften noch vom zuständigen Petitionsausschuss kontrolliert werden, aber im Prinzip ist dem Bittsteller eine öffentliche Anhörung im Parlament in Anwesenheit von Bildungsminister Claude Meisch und den Parlamentariern des Petitions- und Bildungsausschusses sicher.

Nach den beiden Anhörungen über das Luxemburgische als erste Amtssprache von Lucien Welter und die Gegenpetition von Joseph Schloesser und Henri Werner ist dies nun die dritte Sprachendebatte, die auf eine Petition zurückzuführen ist.

Eine weitere Petition über Luxemburgisch als Pflichtsprache in den Krankenhäusern (767) hat seit dem 9. April knapp 390 Unterschriften gesammelt.

Die Petition 785 kann noch bis zum 24. April unterschrieben werden.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Leitartikel: Die Angst im Nacken
Was wird dem inzwischen prominentesten Bittsteller des Landes Lucien Welter durch den Kopf gegangen sein, als er am Montag die Treppe zum Parlament emporstieg und an der Fassade den französischen Schriftzug „Chambre des Députés“ erblickte?
Luxemburgisch im politischen Diskurs: Von Aussterben keine Spur
In keinem anderen Bereich der Gesellschaft ist die luxemburgische Sprache heute wohl so maßgebend wie in der Politik. Die Forderung nach der Einführung des Luxemburgischen als Amtssprache reiht sich dennoch in eine lang zurück verfolgbare politische Debatte ein.
Der ehemalige Premierminister Jean-Claude Juncker verhalf dem Luxemburgischen im parlamentarischen Betrieb zum Durchbruch.
Neue Petitionen: "Looss et sinn" statt "Let it be"
Am Donnerstag hat der Petitionsausschuss sechs neue Petitionen angenommen. Zwei wurden wegen mangelnder Ernsthaftigkeit abgelehnt. "Wir können nicht zulassen, dass das Petitionsrecht unter unseriösen Eingaben leidet", sagte der Vorsitzende Marco Schank auf LW-Nachfrage.
Die Petition 720 über die Einführung des Luxemburgischen als offizielle Radiosprache wurde vom Petitionsausschuss abgelehnt.