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Fragestunde: Atomwende unterstützen?
Politik 2 Min. 21.10.2020

Fragestunde: Atomwende unterstützen?

Die Bauschutt-Deponien kommen wie hier in Strassen an ihre Kapazitätsgrenzen.

Fragestunde: Atomwende unterstützen?

Die Bauschutt-Deponien kommen wie hier in Strassen an ihre Kapazitätsgrenzen.
Guy Jallay
Politik 2 Min. 21.10.2020

Fragestunde: Atomwende unterstützen?

Morgan KUNTZMANN
Morgan KUNTZMANN
Die Abgeordneten wollten wissen: Wie das Bauschutt-Problem gelöst werde, wie die Regierung den belgischen Atomausstieg bewertet und ob Schüler sich die Haare föhnen dürfen.

Mitte Oktober hat zuletzt ein Artikel des „Luxemburger Worts“ aufgezeigt wie der Mangel an Abfalldeponien die Bautätigkeit in Luxemburg bremsen könnte. Der ADR-Abgeordnete Fernand Kartheiser wollte im Rahmen der Fragestunde am Mittwoch von der Regierung wissen, wie diese den Deponie-Engpass lösen werde, da man einerseits riskiere, die dringend benötigte Bauaktivität zu drosseln, andererseits die LKWs Umwege fahren müssen, was für die CO2-Bilanz nicht förderlich sei. 

Die Umweltministerin Carole Dieschbourg (Déi Gréng) sagte, dass die Problematik bekannt sei. Aktuell gebe es nur zehn Bauschutt-Deponien in Luxemburg. „Es gibt noch Platz für 31 Millionen Kubikmeter“, so Dieschbourg. Dies wäre eine theoretische Kapazität für die nächsten zehn Jahre


Bis 2030 soll in Luxemburg kein Müll mehr auf Deponien verbracht werden.
Allgemeines Flaschenpfand kommt
Umweltministerin Carole Dieschbourg will das Müllvolumen mit einer Reihe von Maßnahmen drastisch verringern.

Der Mangel an Mülldeponien mache sich besonders im Süden des Landes bemerkbar. „Wir möchten die Sektorenpläne abschaffen, um neue Deponien ausheben zu können, da der Widerstand hauptsächlich von den Gemeinden kommt.“ Dadurch würde man an Flexibilität gewinnen, um neue Deponien zu errichten. 

Eine weitere Möglichkeit dieses Problem anzugehen, sei die Vermeidung von Bauschutt. Das Ministerium arbeite an mehreren Pisten, um dies zu bewerkstelligen. 

Atomausstieg

Eine andere Frage kam von einer Grünen-Abgeordneten der Regierungsmehrheit. Stéphanie Empain wollte im Hinblick auf die neugebildete Regierung Belgiens vom Energieminister Claude Turmes (Déi Gréng) wissen, wie die zukünftige bilaterale Zusammenarbeit in der Energiepolitik aussehen werde. „Wie wir wissen steht im belgischen Regierungsabkommen, das Ziel eines Atomausstiegs bis 2025“, so Empain. 


ARCHIV - 21.10.2015, Belgien, Huy: Das Atomkraftwerk Tihange. Hunderte Menschen sollen Anzeige gegen belgische Kernkraftwerke erstatten. Mehrere Anti-Atom-Bewegungen haben dazu aufgerufen, am Samstag in den belgischen Städten Namur, Tongeren und Eupen Anzeige gegen die Kernkraftwerke Tihange und Doel zu erstatten. Grund sind Tausende Haarrisse an den Reaktordruckbehältern und sogenannte Precursor-Ereignisse, die die Menschen verunsichern. Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Angst vor Atomunfall: Sorge um belgische Kernkraftwerke wird größer
Belgiens Atomkraftwerke sind sicher - sagen die Regierung, staatliche Behörden und der Betreiber. Die Nachbarländer und Menschen aus der Grenzregion beklagen aber gravierende Mängel bei Tihange und Doel.

„Es geht um die Abschaltung der Kernkraftwerk Tihange, die den Norden unseres Landes bedrohen. Die Chancen für einen Atomausstieg stehen besser als zuvor“, erklärte Turmes und spielte auf den bereits 2003 angekündigten belgischen Atomausstieg für das Jahr 2015 an. 

„Die Erfolgsaussicht ist nicht nur aus politischen Gründen höher“, so Turmes. Anfangs Dezember gehe eine Stromtrasse zwischen Belgien und Deutschland in Betrieb, diese werde die Stromversorgungssicherheit Belgiens erhöhen. 

Haare föhnen nach dem Schwimmunterricht

Die Frage, ob Schüler nach dem Schwimmunterricht ihre Haare trocken föhnen dürfen oder dies wegen Corona verboten sei, stammte ebenfalls von einem Abgeordneten der Regierungsmehrheit. 

Bildungsminister Claude Meisch konnte seinem Parteikollegen Claude Lamberty antworten, dass dies nur ein Gerücht sei und es den Schüler mit Einhaltung der sozialen Distanz erlaubt sei, sich die Haare zu föhnen

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