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Fonds-Präsidentin Diane Dupont: "Die Mitarbeiter sind voll motiviert"
Politik 1 2 Min. 19.01.2018

Fonds-Präsidentin Diane Dupont: "Die Mitarbeiter sind voll motiviert"

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Der Fonds du logement wird demnächst die Führungsebene besetzen und in ein größeres Gebäude umziehen. Die frisch gebackene Vorsitzende Diane Dupont blickt mit Zuversicht in die Zukunft und ist überzeugt, dass der Fonds seinen Missionen gerecht werden kann.

Von Michèle Gantenbein und Andreas Adam

Die Leidensgeschichte des Fonds du logement dürfte bald ein Ende haben. Der öffentliche Bauträger ist auf einem guten Weg. Die Reform, die am 1. Juli 2017 in Kraft trat, trägt ihre Früchte. 133 Wohnungen hat der Fonds im vergangenen Jahr gebaut. Im Krisenjahr 2016, das die Regierung als Übergangsjahr bezeichnete, waren es nur 19 Wohnungen. Es war das unproduktivste in der fast 40-jährigen Geschichte des Fonds.

Der Fonds hatte im vergangenen Jahr auch mit personellen Problemen zu kämpfen. Der erste Verwaltungsratsvorsitzende Claude Wagner legte Anfang Oktober 2017 nach nur drei Monaten sein Amt nieder. Der designierte Fonds-Direktor Pitt Mathieu trat seinen Posten nie an. 

Eine Frau an der Spitze des Fonds

Seit dem 1. Dezember 2017 leitet die 42-jährige Architektin Diane Dupont den Verwaltungsrat. Zwischen 2012 und 2014 war sie Vorsitzende des anderen öffentlichen Bauträgers SNHBM. Zudem arbeitet sie seit 2oo2 im Wohnungsbauministerium. An Erfahrung mangelt es ihr also nicht.

Im LW-Gespräch zeigt sie sich zuversichtlich, dass der Fonds bald in vollem Umfang arbeiten und seine Produktivität steigern kann. Die Rekrutierung eines Direktors läuft. Sobald er gefunden ist, werden noch zwei beigeordnete Direktoren gesucht, dann steht die neue Führungsmannschaft. Der Umzug in größere Räumlichkeiten ist für das erste Halbjahr 2018 geplant.

"Ich musste nicht erst überredet werden, den Job anzunehmen", sagt die Vorsitzende des Verwaltungsrats.
"Ich musste nicht erst überredet werden, den Job anzunehmen", sagt die Vorsitzende des Verwaltungsrats.
Foto: Anouk Antony

Damit der Fonds seine Ziele erreichen kann, wird das Etablissement public personell aufgestockt. Derzeit verfügt der Fonds über 80 Mitarbeiter. Bis 2021 wird die staatliche Unterstützung von 21,5 auf 36 Millionen Euro angehoben. Dabei handelt es sich um die Funktionskosten für den Bauträger. Hinzu kommen staatliche Subventionen für den Bau der Wohnungen. Beim Bau von  Mietwohnungen übernimmt der Staat 70 Prozent der Kosten. Studien werden zu 50 Prozent subventioniert.

5.500 Wohnungen geplant

Die Produktivität soll in den kommenden Jahren substanziell gesteigert werden. Kurzfristig plant der öffentliche Bauträger 350 Wohnungen, vor allem in Esch/Alzette und Differdingen.

Mittelfristig, das heißt in zwei bis zehn Jahren, sollen weitere 1.200 Einheiten auf den Wohnungsmarkt kommen.

Langfristig ist von bis zu 5.500 Wohneinheiten die Rede, darunter die beiden Großprojekte (projets d'envergure) in Wiltz und in Düdelingen mit jeweils 1.000 Einheiten. Der Anteil an Verkaufswohnungen soll ein Drittel, der Anteil an Mietwohnungen zwei Drittel ausmachen.

Bei diesem FDL-Projekt in Differdingen entstehen 75 Wohneinheiten.
Bei diesem FDL-Projekt in Differdingen entstehen 75 Wohneinheiten.
Foto: Claude Piscitelli

Auf die dunkle Zeit des Fonds seit dem Abgang von Daniel Miltgen im Frühjahr 2015, möchte die neue Fonds-Präsidentin nicht eingehen. "Ich habe keinen genauen Einblick in diese Zeit und ich möchte auch nicht auf Personalfragen eingehen. Das ist nicht meine Aufgabe", erklärt Diane Dupont. 

"Die Stimmung ist gut"

Die personellen Probleme, die es gegeben habe, seien alle geklärt worden. Restrukturierungen seien immer mit  Personalschwankungen verbunden. "Das ist in der Privatwirtschaft nicht anders." Die Stimmung im Fonds sei gut, sagt sie. "Ich erlebe dort motivierte Mitarbeiter und es macht Spaß, mit ihnen zu arbeiten."

Ich erlebe dort motivierte Mitarbeiter und es macht Spaß, mit ihnen zu arbeiten.

Diane Dupont blickt mit Zuversicht in die Zukunft. Wie ihr Vorgänger hofft auch sie, dass bald Ruhe in den Fonds einkehren wird. "Es tut den Mitarbeitern nicht gut, wenn Dinge immer wieder hochkochen."






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