Wählen Sie Ihre Nachrichten​

"Fonds national de la recherche" zieht Bilanz: Wenn Forschung auf Politik trifft
Politik 3 Min. 26.05.2017

"Fonds national de la recherche" zieht Bilanz: Wenn Forschung auf Politik trifft

Ein Luxemburger Forscher hat ein Unternehmen gegründet, das soziale Roboter entwickelt. Sie können als Lernunterstützung z.B. bei autistischen Kindern eingesetzt werden.

"Fonds national de la recherche" zieht Bilanz: Wenn Forschung auf Politik trifft

Ein Luxemburger Forscher hat ein Unternehmen gegründet, das soziale Roboter entwickelt. Sie können als Lernunterstützung z.B. bei autistischen Kindern eingesetzt werden.
Foto: AFP
Politik 3 Min. 26.05.2017

"Fonds national de la recherche" zieht Bilanz: Wenn Forschung auf Politik trifft

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
2016 war ein erfolgreiches Jahr für den nationalen Forschungsfonds. Zu den Highlights zählen die Entwicklung eines preisgekrönten sozialen Roboters, das Projekt "Politics meets Research" und die ehrenvolle Auszeichnung eines Luxemburger Forschers.

(mig) - Der "Fonds national de la recherche" (FNR) hat als Mission, öffentliche Forschungsprojekte zu finanzieren, die von gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Nutzen für das Land sind. Jedes Jahr erhält der nationale Forschungsfonds Hunderte von Forschungsanträgen, aus denen die vielversprechendsten auf Empfehlung unabhängiger internationaler Experten ausgewählt werden.

Im vergangenen Jahr fanden 195 von 582 eingereichten Projekten die Unterstützung des FNR, darunter 78 größere Projekte, 63 Stipendien für Doktoranden und Postdoktoranden sowie 54 Projekte im Bereich Kommunikation. Dabei geht es um die Kommunikation zwischen Forschern z.B. im Rahmen von wissenschaftlichen Konferenzen in Luxemburg, aber auch um die Bekanntmachung wissenschaftlicher Forschung in der breiten Öffentlichkeit.

Ganze 1.222 Expertisen sind im Rahmen des Auswahlverfahrens durchgeführt worden. Das Finanzierungsvolumen beläuft sich auf 80,4 Millionen Euro. Das geht aus der Jahresbilanz des FNR hervor, die am Freitag von der Vorsitzenden Véronique Hoffeld und Generalsekretär Marc Schiltz vorgestellt wurde.

Als prioritäre Forschungsgebiete gelten die Bereiche Materialwissenschaften (Projekte in Höhe von über 22 Millionen Euro), Biomedizin (17,8 Millionen Euro), Sozial- und Humanwissenschaften (12 Millionen Euro), Umwelt (6 Millionen Euro) und Informatik (11 Millionen Euro).

Die großen Projekte 2016

Zu den vom FNR finanzierten Projekten zählt z.B. das Institut für Zeitgeschichte, das „Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History", das im Oktober 2016 gegründet und vor wenigen Tagen offiziell eröffnet wurde. Das FNR finanziert elf Doktoranden mit zwei Millionen Euro. Schiltz will das als Zeichen verstanden wissen, "dass wir die Sozial- und Humanwissenschaften nicht vernachlässigen". 

2016 wurde erstmals ein Forscher der Universität Luxemburg mit dem "ERC Advanced Grant", einem der renommiertesten europäischen Forscherpreise, ausgezeichnet. Er ging an Prof. Dr. Lionel Briand vom Forschungszentrum SnT für seine Forschung im Bereich "Softwaresicherheit und -zuverlässigkeit".

2016 hat der Forscher Pouyan Ziafati in Luxemburg das Start-up-Unternehmen LuxAI gegründet. Die Firma entwickelt soziale Roboter, die z.B. mit autistisch veranlagten Kindern interagieren und als Lernunterstützung eingesetzt werden können. Die spezielle Programmierung war Gegenstand des vom FNR finanzierten Forschungsprojekts. "Die Forscher haben eine Software entwickelt, die auch von Nicht-Spezialisten, z.B. von Eltern oder Erziehern, programmiert werden kann", erklärte Marc Schiltz.

Zusammenarbeit mit USA und Japan

Der Forschungsstandort Luxemburg baut sein Netz an internationalen Verbindungen weiter aus. So wurden beispielsweise in den vergangenen zwei Jahren im "Luxembourg Centre for Systems Biomedicine" international anerkannte Forschungsergebnisse erzielt, "deren Veröffentlichung im Forschungsmagazin Cell dazu geführt hat, dass wir jetzt mit renommierten Forschungsstandorten wie den USA oder Japan zusammenarbeiten", so der FNR-Generalsekretär.

2016 fand erstmals ein Treffen zwischen 17 Forschern und 17 Politikern zwecks besseren Kennenlernens und gegenseitigen Verständnisses statt. Im Rahmen des Projektes "Pairing Scheme - Politics meets Research" tauchten ein Forscher und ein Abgeordneter jeweils einen Tag lang in die Welt des anderen. Bis auf die ADR nahmen alle Parteien an dem Projekt teil.

2016 wurde das "SciTeach Center" gegründet. Ziel des Projektes ist es, Grundschullehrern Aus- und Weiterbildungskurse für einen interaktiven und kindgerechten naturwissenschaftlichen Unterricht anzubieten und ihnen Unterrichtsmaterialien zur Verfügung zu stellen. Das Projekt kam auf Nachfrage von Lehrern zustande, "die um Nachhilfe bei der Gestaltung des naturwissenschaftlichen Unterrichts baten", so Jean-Paul Bertemes, der beim FNR für das Projekt verantwortlich ist.

Auf nationaler Ebene hat das FNR ein Abkommen mit der Universität Luxemburg und den Forschungszentren LIH, LIST und LISER sowie dem Max-Planck-Institut (MPI) über die Doktorandenausbildung unterzeichnet, wonach qualifizierte Forscher dieser Zentren Doktoranden der Universität Luxemburg betreuen dürfen.

Ethik in der Forschung

Zusammen mit der Universität Luxemburg und den Forschungszentren arbeitet der FNR am Aufbau einer "Agentur für Ethik in der Forschung", ein Projekt, das bereits im Dezember 2016 beschlossen worden war.

Auf internationaler Ebene kam es zu einem Abkommen zwischen dem FNR und dem nationalen Forschungsfonds in Singapur. Beide Institutionen planen gemeinsame Forschungsprojekte in den Bereichen digitale Finanztechnologien und Materialwissenschaften.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

FNR Awards: Exzellente Forschung
Der Fonds National de Recherche (FNR) hat am Freitag vier Preise für Exzellenz in der Forschung und Wissenschaftskommunikation vergeben.
"Luxembourg Science Center": Für die Wissenschaft begeistern
Mit seiner Stahlindustrie stand Luxemburg lange an der Speerspitze des technischen Fortschritts. Dieses Erbe soll im „Luxembourg Science Center“ zusammen mit neuester Technik neue Generationen begeistern. Doch die Macher brauchen jede Unterstützung.
Die "Groussgasmaschinn" soll zum Herzstück des "Science Center" werden. Der Gründer Nicolas Didier (l.) führt Premierminister Xavier Bettel durch die Anlage.
Projekt "SciTeach Center": Förderung des Forschergeists
Mit einem neuen Projekt namens "SciTeach Center", das sich an Grundschullehrer richtet, will man den Forschergeist und das Interesse der Kinder an den Naturwissenschaften fördern. Am Donnerstag wurde das Projekt an der Universität in Belval vorgestellt.
Mit dem Projekt "SciTeach Center" will man das Interesse der Grundschüler an den Naturwissenschaften wecken und fördern.
Projekt "SciTeach Center": Förderung des Forschergeists
Mit einem neuen Projekt namens "SciTeach Center", das sich an Grundschullehrer richtet, will man den Forschergeist und das Interesse der Kinder an den Naturwissenschaften fördern. Am Donnerstag wurde das Projekt an der Universität in Belval vorgestellt.
Mit dem Projekt "SciTeach Center" will man das Interesse der Grundschüler an den Naturwissenschaften wecken und fördern.
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.