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„Fonds ab 2024 konform zum Pariser Klimaabkommen“
Politik 29.06.2022
Rentenkompensationsfonds

„Fonds ab 2024 konform zum Pariser Klimaabkommen“

Greenpeace und ASTM hatten in ihrem Bericht 2020 bemängelt, dass die Investitionen des Rentenkompensationsfonds nicht nachhaltig genug seien.
Rentenkompensationsfonds

„Fonds ab 2024 konform zum Pariser Klimaabkommen“

Greenpeace und ASTM hatten in ihrem Bericht 2020 bemängelt, dass die Investitionen des Rentenkompensationsfonds nicht nachhaltig genug seien.
Foto: Shutterstock
Politik 29.06.2022
Rentenkompensationsfonds

„Fonds ab 2024 konform zum Pariser Klimaabkommen“

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Im Parlament erkundigte sich Paul Galles (CSV) bei Sozialversicherungsminister Claude Haagen über die Anlagestrategie des Rentenkompensationsfonds.

Der Rentenkompensationsfonds hat als Mission die langfristige Absicherung der Renten. Zudem soll darauf geachtet werden, dass die Anlagestrategie nachhaltig ist, also in Unternehmen investiert wird, die klimafreundlichen Aktivitäten nachgehen und die Menschenrechte respektieren. 


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69 Unternehmen auf der schwarzen Liste
Der luxemburgische Pensionsfonds hat den Volkswagen-Konzern ausgeschlossen. Bis Mitte des Jahres will der Fonds seine gesamte Investitionsstrategie überdenken.

In einer erweiterten Frage erkundigte sich der CSV-Abgeordnete Paul Galles am Mittwoch bei Sozialversicherungsminister Claude Haagen (LSAP) über die langfristige Strategie des Kompensationsfonds, wissend, dass die Reserven in Höhe von 23 Milliarden Euro voraussichtlich im Jahr 2043 aufgebraucht sein werden. 

Galles ging auf einen kritischen Bericht von Greenpeace und ASTM ein, in dem beide Vereinigungen bemängeln, dass der Fonds immer noch in Unternehmen investiere, die die Nachhaltigkeitskriterien nicht erfüllen oder die Menschenrechte nicht respektieren und dass die aktuellen Investitionen die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht erfüllen, sondern auf eine Erderwärmung um 2,7 Grad Celsius ausgerichtet seien. 

Auch die Arbeitnehmerkammer (CSL) hatte die Investitionspolitik kritisiert und Galles zufolge vorgeschlagen, die Reserven strategisch anders zu nutzen.

Minister Claude Haagen erklärte, der Kompensationsfonds habe sich selbst seit 2011 eine nachhaltige Investitionspolitik auferlegt. Dazu führt der Fonds eine schwarze Liste, auf der Haagen zufolge momentan 120 Unternehmen figurieren, in die nicht mehr investiert werden darf. Auf der grauen Liste befänden sich 180 Unternehmen, die geprüft würden und gegebenenfalls auf die schwarze Liste gesetzt werden. 

2022 seien vier Milliarden Euro neu in nachhaltige Unternehmen investiert worden. Derzeit gebe es nur ein einziges nicht nachhaltiges Mandat, das im Laufe dieses Jahres auslaufen werde. 

2019 seien zwei neue Kompartimente lanciert worden, eines mit grünen Anleihen sowie ein Weltaktienmandat, das Umweltkriterien sowie den sozialen Impakt der Investition berücksichtige. Bis Ende des Jahres sollen die Investitionen von 300 auf 600 Millionen erhöht worden. 

Rezent seien weitere 500 Millionen Euro passiv investiert worden in zum Pariser Klimaabkommen konforme Projekte. Mit Blick auf die neue Strategie meinte Haagen, dass der Kompensationsfonds ab 2024 konform zum Pariser Klimaabkommen sein werde, allerdings ausgerichtet auf die Einhaltung des Zwei-Grad-Ziels.

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