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Förderung der luxemburgischen Sprache: Regierung will "Aktionsplan" vorlegen
Politik 25.01.2017

Förderung der luxemburgischen Sprache: Regierung will "Aktionsplan" vorlegen

Die Forderungen von Petitionär Lucien Welter (2.v.l.) werden von der Politik nur ansatzweise aufgegriffen.

Förderung der luxemburgischen Sprache: Regierung will "Aktionsplan" vorlegen

Die Forderungen von Petitionär Lucien Welter (2.v.l.) werden von der Politik nur ansatzweise aufgegriffen.
Foto: Chris Karaba
Politik 25.01.2017

Förderung der luxemburgischen Sprache: Regierung will "Aktionsplan" vorlegen

Christoph BUMB
Christoph BUMB
Mit einem "Aktionsplan" will die Regierung auf die Forderungen der Petition 698 zur luxemburgischen Sprache reagieren. Mehr oder weniger konkrete Maßnahmen wurden am Mittwoch im Parlament diskutiert.

(CBu) - Mit einem "Aktionsplan" will die Regierung auf die Forderungen der Petition 698 zur luxemburgischen Sprache reagieren. Dies geht aus einem entsprechenden Austausch in der parlamentarischen Institutionen- und Petitionskommission am Mittwochmorgen hervor.

Alle Parteien in der Chamber teilen das Ziel, den Gebrauch der luxemburgischen Sprache im Alltag zu fördern. Dies soll allerdings im mehrsprachigen Kontext und auf Basis bereits existierender sprachpolitischer Initiativen stattfinden, heißt es aus dem Petitionsausschuss.

Auf eine eher symbolische Maßnahme hatte man sich schon vor dem Aufkommen der Petition 698 geeinigt. In die neue Verfassung soll in einem neu verfassten Artikel 4 der Satz festgehalten werden: "La langue du Luxembourg est le luxembourgeois." Ebenso werde man weiter die Aufwertung des Luxemburgischen auf EU-Ebene prüfen, heißt es aus dem Ausschuss.

Sprachurlaub und Kommunikation

Neue Maßnahmen könnten unter anderem die Aufwertung bzw. Verlängerung des Sonderurlaubs zur sprachlichen Weiterbildung ("congé linguistique"), insbesondere für medizinische Berufe umfassen. Ebenso wolle man die Kommunikation der staatlichen Verwaltungen und Institutionen optimieren.

Der Aktionsplan der Regierung, in dem wohl auch die Schaffung eines Regierungskommissars für die luxemburgische Sprache, eine Rolle spielen könnte, soll den Abgeordneten innerhalb von zwei Wochen vorgestellt werden. Die Idee eines Regierungskommissars, der dem Ministerrat Reformvorschläge unterbreiten könnte, hatte Premier Xavier Bettel (DP) im Anschluss an die Debatte über die Sprachenpetitionen im Parlament ins Spiel gebracht.

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