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Flugzeug kostet 168 Millionen Euro: Wo wird der Militär-Airbus stationiert?
Politik 31.12.2014 Aus unserem online-Archiv

Flugzeug kostet 168 Millionen Euro: Wo wird der Militär-Airbus stationiert?

Sieben europäische Länder haben bei Airbus 174 Exemplare des A400M bestellt.

Flugzeug kostet 168 Millionen Euro: Wo wird der Militär-Airbus stationiert?

Sieben europäische Länder haben bei Airbus 174 Exemplare des A400M bestellt.
AP
Politik 31.12.2014 Aus unserem online-Archiv

Flugzeug kostet 168 Millionen Euro: Wo wird der Militär-Airbus stationiert?

In vier Jahren soll der luxemburgische A400M geliefert werden. Sollte es zu Verzögerungen kommen, muss Airbus mit einer Strafe rechnen.

(ml) - 2003 hatte sich Luxemburg dazu entschlossen, ein Militärtransportflugzeug A400M zu kaufen, das zusammen mit sieben belgischen Maschinen vom gleichen Typ in eine gemeinsame Flotte eingegliedert wird. Inflationsbereinigt entspricht der Anschaffungspreis nach wie vor dem initialen Wert von 120 Millionen Euro. Rechnet man es auf heute um, handelt es sich um einen Betrag von 168 Millionen Euro, bestätigte Paul Zenners, Pressesprecher von Minister Etienne Schneider dem "Wort". Nicht inbegriffen sind die Betriebs- und Infrastrukturkosten, die Wartung des Flugzeugs und die Ausbildung der luxemburgischen Besatzung. Rechnet man alles zusammen, beträgt der Gesamtkostenpunkt rund 200 Millionen Euro.

Der ADR-Abgeordnete Fernand Kartheiser wollte in einer parlamentarischen Anfrage in Erfahrung bringen, ob der luxemburgische Staat die Mehrwertsteuer für den Airbus zahlen muss, und wenn ja, wie viel und an welches Land. Diese Frage wird derzeit in Zusammenarbeit mit dem Finanzministerium geklärt, heißt es in der Antwort von Verteidigungsminister Etienne Schneider.

Wo das Militärtransportflugzeug stationiert wird, steht nach wie vor nicht fest. Im vergangenen Monat hatte Schneider behauptet, die belgische Regierung habe sich für das wallonische Florennes entschieden. Dem ist jedoch nicht so. Ende November hatte Schneider eine Unterredung mit seinem belgischen Amtskollegen. Beide Seiten einigten sich darauf, die kostengünstigste Variante zurück zu behalten. Auch der Flughafen Melsbroek nahe Brüssel kommt als Standort in Frage. Die Belgier werden die endgültige Entscheidung treffen, heißt es aus dem Vertreidigungsministerium. Luxemburg übernimmt einen Achtel der Umbaukosten. Die Höchstgrenze liegt bei 17,26 Millionen Euro. Ursprünglich waren 20 Millionen Euro geplant.

Die Airbus-Maschine soll im Februar 2019 an Luxemburg geliefert werden. Sollte es dennoch zu Verzögerungen kommen, muss sich der Flugzeughersteller auf eine Strafe gefasst machen, so Schneider. Der rund 80 Tonnen schwere Militärtransporter, der Platz bietet für bis zu acht kleine Panzer, zwei Hubschrauber oder 116 Fallschirmjäger, hatte am Anfang zahlreiche technische Mängel. Der Hersteller hat sich dazu verpflichtet, diese Probleme nach und nach aus der Welt zu schaffen. Derzeit läuft das Ausbildungsprogramm für die sechs luxemburgischen Piloten und sechs Loadmaster. Vorgesehen sind drei Besatzungen. Die Pilotenausbildung wird auch nach 2018 fortgesetzt.


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