Flüchtlingsunterkünfte : Foyers zu 75 Prozent ausgelastet
(ml) - Anfang des Jahres beschloss die Regierung die Halle 6 auf Kirchberg zu einer Art Abschiebezentrum umzufunktionieren. Inzwischen werden dort nur noch Menschen untergebracht, deren Asylantrag abgelehnt wurde oder die in jenes Land zurückgeschickt werden sollen, in dem sie erstmals Asyl beantragt haben.
Die Maßnahme habe dazu geführt, dass Ruhe eingekehrt sei, sagte am Dienstag Familien- und Integrationsministerin Corinne Cahen im RTL-Interview. Derzeit würden rund 2.750 Menschen in den verschiedenen Flüchtlingsunterkünften der Integrationsbehörde Olai wohnen, davon 2.500 Personen in dauerhaften Einrichtungen.
Zusätzliche Feldbetten
Die Foyers sind zu 75 Prozent ausgelastet, das ist ein leichter Anstieg im Vergleich zum Jahresbeginn, so Cahen. Noch immer würden viele Menschen, die als Flüchtlinge anerkannt wurden, in den entsprechenden Strukturen wohnen. In Stoßzeiten müssten zusätzliche Feldbetten aufgerichtet werden.
Vor geraumer Zeit hatte die Familienministerin die Gemeinden dazu aufgerufen, zusätzliche Unterkünfte für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Ob der Aufruf gefruchtet hat, vermochte sie nicht zu sagen. Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden, um die Integration der Asylbewerber zu fördern, sei ausgezeichnet, so Cahen.
Die Integration fördern
Im Herbst soll der "Plan d'intégration" umgesetzt werden. Ziel ist es, den betroffenen Menschen die Sprache näher zu bringen. Des Weiteren sollen Personen, die internationalen Schutz beantragen, u.a. Informationen über die Staatsform Luxemburgs erhalten. Die Integrationskurse, die obligatorisch für alle Asylbewerber sind, werden künftig in den jeweiligen Foyers angeboten.
Die Solidarität, die die zahlreichen Freiwilligen mit ihrem Engagement bekunden, habe im Laufe der Zeit nicht abgenommen, betont Cahen. Handlungsbedarf sieht die Ministerin unter anderem bei den Sozialarbeitern. Zurzeit betreut ein "assistant social" im Schnitt 165 Personen. Laut Olai-Direktor Yves Piron sollte ein Sozialarbeiter im Idealfall nicht mehr als 30 Personen begleiten. Von diesem Ziel sei man derzeit noch weit entfernt, räumte Ministerin Cahen ein, da es schwierig sei, die nötigen Arbeitskräfte zu finden.