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Fest verankert in der Parteienlandschaft
Politik 2 Min. 08.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Fest verankert in der Parteienlandschaft

Unter den zahlreichen Ehrengästen beim 35. Jubiläum von Déi Gréng befanden sich u.a. Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa.

Fest verankert in der Parteienlandschaft

Unter den zahlreichen Ehrengästen beim 35. Jubiläum von Déi Gréng befanden sich u.a. Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa.
Foto: Lynn Theisen
Politik 2 Min. 08.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Fest verankert in der Parteienlandschaft

„Déi Gréng“ feiern in Anwesenheit zahlreicher Gäste 35-jähriges Bestehen

Von Steve Bissen

Als sich 1984 erstmals eine grüne Partei unter dem Namen „Déi Gréng Alternativ“ anschickt, in die Chamber einzuziehen, räumen nur wenige ihr echte Erfolgsaussichten ein. Am Wahltag dann die Sensation. Obwohl die Grünen nur in zwei von vier Wahlbezirken antreten, erreichen sie auf Anhieb 5,8 Prozent der Stimmen. Damit ist der Einzug ins Parlament perfekt.

Ab sofort sind die Grünen fester Bestandteil der luxemburgischen Parteienlandschaft – wenn auch nicht immer geeint unter dem Banner einer Partei und unter wechselnden Namen. In den Folgejahren gelingt es der Grünen, sich im politischen System Luxemburgs fest zu verankern. Der Erfolg der Grünen sorgt allmählich auch bei den etablierten Parteien für ein verstärktes Interesse an der Umweltpolitik und an Aspekten der Nachhaltigkeit.

1983, unmittelbar vor ihrem Einzug in die Chamber, wurde offiziell die Partei „Déi Gréng Alternativ“ aus der Taufe gehoben – ein Zusammenschluß außerparlamentarischer Bewegungen, der in erster Linie aus der Anti-Atombewegung hervorgegangen ist. Aber auch zahlreiche Bürgerinitiativen und soziale Bewegungen organisierten sich in der Partei.

1984, ein Jahr nach ihrer Gründung, ziehen Déi Gréng ins Parlament ein. Jupp Weber (l.) und Jean Huss freuten sich sichtlich.
1984, ein Jahr nach ihrer Gründung, ziehen Déi Gréng ins Parlament ein. Jupp Weber (l.) und Jean Huss freuten sich sichtlich.
Foto: LW-Archiv

Etwas nostalgisch blickte der heutige Parteipräsident Christian Kmiotek am Mittwochabend anläßlich der Feierlichkeiten zum 35. Jubiläum von „Déi Gréng“ auf die Anfangszeiten der grünen Bewegung zurück. Mit etwas Wehmut und einem Schmunzeln im Gesicht denkt er an „die strickenden Frauen“ und „die Protestmärsche zur Verhinderung des Baus eines Kernkraftwerks in Remerschen“.

Stolz ist Kmiotek derweil auf das Erreichte. Die Frauenquote bei Wahlen steigt an. Die Umwelt- und Nachhaltigkeitsdebatte sind aus dem politischen Diskurs nicht mehr wegzudenken. Außerdem habe man sich einen Platz in der Parteienlandschaft erkämpft, sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene. Durch die Übernahme von Verantwortung in den Gemeinden sei die erste grüne Regierungsbeteiligung erst möglich geworden.

Neben den grünen Abgeordneten, Ministern und kommunalen Mandatsträgern waren auch viele Ehrengäste und Vertreter anderer Parteien in der Maison des Arts auf Campus Belval zusammengekommen, u.a Großherzog Henri, Großherzogin Maria Teresa, Premierminister Xavier Bettel, Vize-Premier Etienne Schneider, CSV-Spitzenkandidat Claude Wiseler und der ADR-Abgeordnete Gast Gibéryen. Den erst kürzlich verstorbenen Camille Gira – der den Grünen 1993 beitrat, erster grüner Bürgermeister war und den ersten Sitz für die grüne Partei im Wahlbezirk Norden erobern konnte – ehrten die Gäste zu Beginn der Feierlichkeiten mit einer Gedenkminute.


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