Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Feiern ohne zu frieren
Politik 2 Min. 01.05.2017 Aus unserem online-Archiv
LCGB-Feier in Remich

Feiern ohne zu frieren

LCGB-Präsident Patrick Dury forderte die Regierung dazu auf, ihre Sozialpolitik zu stärken.
LCGB-Feier in Remich

Feiern ohne zu frieren

LCGB-Präsident Patrick Dury forderte die Regierung dazu auf, ihre Sozialpolitik zu stärken.
Foto: Guy Jallay
Politik 2 Min. 01.05.2017 Aus unserem online-Archiv
LCGB-Feier in Remich

Feiern ohne zu frieren

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Die Gewerkschaften nutzen den Tag der Arbeit, um auf die Situation der Arbeitnehmer aufmerksam zu machen und an das Gewissen der politisch Verantwortlichen zu rühren. Der LCGB sieht den sozialen Zusammenhalt in Gefahr und fordert mehr Rechte für die Arbeitnehmer.

(mig) - Der LCGB hatte seine Mitglieder und Anhänger zur 1.Mai-Feier dieses Jahr nach Remich eingeladen, in ein geheiztes Zelt mit reichlich Sitzplätzen. Das war eine gute Entscheidung, denn die frühlingshaften Temperaturen wollten sich ausgerechnet am Tag der Arbeit nicht einstellen.

Anders als Premierminister Xavier Bettel, der sich in seiner Rede zur Lage der Nation vor knapp einer Woche vor Freude über die gute wirtschaftliche und finanzielle Situation des Landes kaum mehr einkriegte, zeichnete der LCGB-Vorsitzende Patrick Dury am Montag vor mehreren Hundert Mitgliedern und Anhängern ein völlig anderes Bild.

Der LCGB feierte den Tag der Arbeit in Remich.
Der LCGB feierte den Tag der Arbeit in Remich.
Foto: Guy Jallay

Dury sieht den sozialen Zusammenhalt in Gefahr, in Europa, in dem das Soziale auf der Strecke geblieben sei, aber auch in Luxemburg. Die Regierung habe es verpasst, die gute wirtschaftliche Entwicklung zu nutzen, um ihre Sozialpolitik zu stärken. Stattdessen würden Reformen auf den Weg gebracht, die durch finanzielle Einsparungen gekennzeichnet seien, wie die Reform des Kindergeldes oder auch die geplante Reform der Pflegeversicherung.

Angesichts der Rekordüberschüsse der Kranken- und Rentenkassen in den vergangenen Jahren, forderte Dury die Regierung dazu auf, sich von der Kostenbegrenzungslogik zu lösen und für "mehr Qualität und bessere Leistungen" für die Versicherten zu sorgen.

Arbeitslosigkeit nicht im Griff

Weiter forderte der LCGB-Vorsitzende neue Ansätze bei der Bekämpfung der Langzeit- und Jugendarbeitslosigkeit sowie neue Ansätze im Zuge der Digitalisierung, "die die Arbeitsprozesse und das Zusammenleben tiefgreifend verändern wird". Dury rief die Regierung dazu auf, schnellstmöglich Antworten auf drängende Fragen zu finden, "sonst werden wir die dritte industrielle Revolution am Ende verschlafen".

Der LCGB-Präsident richtete den Blick auch auf die Arbeitgeber und warf ihnen vor, das Luxemburger Sozialmodell in Frage zu stellen. Dury forderte eine Wiederbelebung des Tripartite-Modells, starke Kollektivverträge, "damit die Familien von ihrer Arbeit angemessen leben können", einen besseren Kündigungsschutz und bessere  Weiterbildungsbedingungen für die Beschäftigten sowie Maßnahmen, die einen sanften Übergang vom Berufsleben ins Rentendasein ermöglichen.

Endlich Nägel mit Köpfen machen

Dury ging des Weiteren auf den Stillstand in den Kollektivvertragsverhandlungen im Bussektor und den schwelenden Konflikt im konventionierten Gesundheits- und Sozialsektor ein, wo die Beschäftigten immer noch auf eine Gleichstellung mit dem öffentlichen Sektor warten. Es könne nicht angehen, dass die Beschäftigten jahrelang auf die Aufwertung ihrer Karriere warten müssten und am Ende die Verlierer seien.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

1.Mai-Feier des LCGB in Wiltz
In seiner Ansprache zum Tag der Arbeit in Wiltz rief der Vorsitzende Patrick Dury am Sonntag die Regierung dazu auf, den Menschen wieder in den Mittelpunkt ihrer Politik zu stellen. Dem OGBL empfahl er, sich mehr von der Regierung zu distanzieren.
Mehrere hundert LCGB-Mitglieder und Militanten feierten den Tag der Arbeit in Wiltz.
CGFP, LCGB, OGBL
Am Donnerstag trafen sich die Führungsspitzen von CGFP, LCGB und OGBL, um sich auf eine gemeinsame Marschroute gegen die Pläne der Regierung zu einigen. In einer Resolution appellieren sie an Blau-Rot-Grün, die Austeritätspläne zu überarbeiten und endlich eine wahren Sozialdialog einzuleiten.
Rund 600 Gewerkschafter nahmen an der Veranstaltung teil.