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Fedil fordert Reform des Emissionshandels: Unternehmen fehlt Perspektive
Politik 27.11.2014 Aus unserem online-Archiv

Fedil fordert Reform des Emissionshandels: Unternehmen fehlt Perspektive

Kohlekraftwerke als Klimasünder: Europäische Emissionszertifikate erlauben es Unternehmen, eine bestimmte Menge Kohlendioxyd auszustoßen.

Fedil fordert Reform des Emissionshandels: Unternehmen fehlt Perspektive

Kohlekraftwerke als Klimasünder: Europäische Emissionszertifikate erlauben es Unternehmen, eine bestimmte Menge Kohlendioxyd auszustoßen.
AP
Politik 27.11.2014 Aus unserem online-Archiv

Fedil fordert Reform des Emissionshandels: Unternehmen fehlt Perspektive

Die Luxemburger Industriellen- und Unternehmervereinigung Fedil verlangt eine Reform des EU-Emissionshandels. Sie müsse so ausgerichtet sein, dass ein leistungsfähiger Betrieb in Europa wieder seine Investitionen über Jahrzehnte hin planen könne. Beim aktuellen System gebe es zu viele Unsicherheiten.

(pley) - Bei ihrem Treffen Ende Oktober in Brüssel haben sich die Staats- und Regierungschefs auf ein umfassendes Klima- und Energiepaket mit Zielen bis 2030 geeinigt. Der Ausstoß an Treibhausgasen in der EU soll bis 2030 um mindestens 40 Prozent bezogen auf 1990 reduziert werden. In den nicht vom Emissionshandel erfassten Bereichen wie Verkehr, private Haushalte oder Landwirtschaft sollen die Einsparungen 30 Prozent betragen.

Die Industrie- und Unternehmervereinigung Fedil hat mit den Einsparzielen kein Problem – der Schuh drückt nicht so sehr bei den Zielen, sondern bei dem wichtigsten Instrument, sie zu erreichen – dem EU-Emissionshandel. „Wir fordern eine tiefgreifende Reform des Emissionshandels“, erklärt Fedil-Generalsekretär René Winkin.

Diese Reform müsse so ausgerichtet sein, dass ein leistungsfähiger Betrieb in Europa wieder seine Investitionen über Jahrzehnte hin planen könne. Energieintensive Unternehmen könnten dies innerhalb des aktuellen Rahmens nicht. Es gebe zu viele Unsicherheiten. „Mehr produzieren darf nicht bestraft werden, nicht zu produzieren darf nicht belohnt werden“, verlangte Winkin.

Die europäische und damit auch die luxemburgische Industrie sei verzerrten Marktbedingungen ausgesetzt. Die Regeln und Auflagen, die für sie gelten, müssen von konkurrierenden Unternehmen ausserhalb der EU nicht befolgt werden. Seine Hoffnungen setzt Winkin auf Paris: Ein globales Klimaabkommen 2015 würde ein „Level playing field“ schaffen, mit gleichen Bedingungen für alle Teilnehmer. Um investieren zu können, brauche die Industrie einen vorhersehbaren Rahmen, was die Preisentwicklung der Zertifikate anbelange, sagte der Fedil-Generalsekretär. Ein reformiertes Zuteilungssystem von CO2-Zertifikaten sollte kostenfrei in Höhe der Emissionen der zehn Prozent effizientesten Anlagen erfolgen, und nicht durch Kürzungs- und Korrekturfaktoren abgeschwächt werden.


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