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Fast 3.800 Neuinfektionen in einer Woche
Politik 2 4 Min. 11.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Fast 3.800 Neuinfektionen in einer Woche

Auch wenn einige Indikatoren auf eine mögliche Entspannung hindeuten, bleibt es eine "ungewisse Reise", erklärte Gesundheitsministerin Lenert am Freitag.

Fast 3.800 Neuinfektionen in einer Woche

Auch wenn einige Indikatoren auf eine mögliche Entspannung hindeuten, bleibt es eine "ungewisse Reise", erklärte Gesundheitsministerin Lenert am Freitag.
Foto: Chris Karaba
Politik 2 4 Min. 11.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Fast 3.800 Neuinfektionen in einer Woche

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Wegen einer technischen Panne konnte Gesundheitsministerin Paulette Lenert den Corona-Wochenbericht erst am Freitag präsentieren. Die Zahl der Neuinfektionen steigt. Es gibt aber auch Zeichen, die auf eine leichte Entspannung hindeuten.

„Es sind keine guten Voraussetzungen für die Feiertage“, so Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) am Freitag gleich zu Beginn der Pressekonferenz, bei der sie die Corona-Zahlen der vergangenen Woche  präsentierte. Weil es eine technische Panne gegeben hatte, konnte der Wochenbericht erst mit zwei Tagen Verspätung veröffentlicht werden.


Deputy charge nurse Katie McIntosh administers the first of two Pfizer/BioNTech Covid-19 vaccine jabs to Clinical Nurse Manager Fiona Churchill, at the Western General Hospital in Edinburgh, Scotland on December 8, 2020. - Britain on December 8 hailed a turning point in the fight against the coronavirus pandemic, as it begins the biggest vaccination programme in the country's history with a new Covid-19 jab. (Photo by Andrew Milligan / POOL / AFP)
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Wirklich optimistisch stimmt die jüngste Entwicklung nicht. In der Woche vom 30. November bis zum 6. Dezember haben sich 3.797 Personen mit dem Corona-Virus infiziert, 232 mehr als in der Woche davor. Zwischen dem 23. und dem 29. November hatte die Santé 3.565 Neuinfektionen registriert. Die Zahl der Tests blieb nahezu unverändert: Zwischen dem 30. November und dem 6. Dezember ließen 69.959 Personen sich testen, gegenüber 69.558 in der Vorwoche. Die 7-Tage-Inzidenz lag in der ersten Dezember-Woche bei 606,44. Die Woche davor waren es „nur“ 569,39 Neuinfektionen. 

Auch der Altersdurchschnitt der Neuinfizierten ist gestiegen, und zwar von 38,8 auf 40,2 Jahre. Das Team des Contact-Tracing hat vergangenen Woche insgesamt 10.708 Kontakte zurückverfolgt.

Bei den Tests errechnete die Santé eine Positivrate von 5,4 Prozent (5,13 Prozent). Nimmt man nur die Tests, die im Rahmen des Large-Scale-Testings durchgeführt wurden, lag die Quote bei 1,19 Prozent ( 1,28 Prozent). Bei den Tests, die auf Basis eines ärztlichen Attests durchgeführt wurden, lag sie bei 11,5 Prozent (10,86 Prozent).


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Allerdings waren in der ersten Dezember-Woche weniger Menschen in Isolation: Nach 7.645 Ende November sank die Zahl auf 7.412. Ein leichter Rückgang macht sich auch bei der Quarantäne bemerkbar: Nach 12.537 Personen in der letzten November-Woche, musste die Santé Anfang Dezember „nur“ 12.178 Personen in Quarantäne schicken. Die Santé zählte in der vergangenen Woche 8.425 aktive Infektionen, 93 weniger als in der letzten November-Woche. Der Reproduktionswert stieg leicht, und zwar von 0,97 am 29. November auf 1,02 am 6. Dezember. 

Weniger Tote

Erleichtert zeigte sich die Gesundheitsministerin, dass es Anfang Dezember weniger Tote gab als Ende November: Zwischen dem 30. November und dem 6. Dezember starben 39 Menschen an, beziehungsweise mit einer Covid-Erkrankung. In der Woche davor waren es noch 50. Das Durchschnittsalter der Toten lag bei 84 Jahren

Positiv ist auch, dass die Zahl der Patienten, die stationär im Krankenhaus versorgt werden müssen, gesunken ist, und zwar von 176 in der 48. Kalenderwoche (KW) auf 160 in KW 49. Am Freitag lag die Zahl der auf der Normalstation hospitalisierten Covid-Patienten bei 170

Leicht zurückgegangen ist auch die Zahl der intensiv-medizinisch betreuten Patienten. Nach 43 Ende November waren es in der ersten Dezemberwoche „nur“ noch 41. Allerdings lagen am Freitag wieder 47 Personen auf einer Intensivstation. Das Durchschnittsalter der Personen, die wegen einer Covid-Erkrankung ins Krankenhaus mussten, lag bei 66 Jahren (65).

Die Mitarbeiter der Krankenhäuser sind müde und ausgelaugt. 

Paulette Lenert

Die Situation in den Krankenhäuser ist weiterhin sehr angespannt. Phase 4, in der geplante Eingriffe verschoben werden müssen, ist seit geraumer Zeit erreicht. Man sei zwar noch nicht am Limit, erklärte Ministerin Lenert. Auf längere Sicht sei eine derart hohe Auslastung aber nicht tragbar. Das Problem ist weniger das Material, es ist vielmehr eine Frage des Personals. „Die Mitarbeiter sind müde und ausgelaugt.“ Dazu kommen die Krankmeldungen, sei es weil sich Mitarbeiter selbst infiziert haben oder weil sie eine andere Erkrankung haben.  

Etwas Hoffnung schöpft die Gesundheitsministerin auch aus den Daten aus den Kläranlagen. Zuletzt gingen die Werte etwas zurück, allerdings noch nicht signifikant. Das bedeutet, dass das Virus in der gesamten Bevölkerung nach wie vor stark präsent ist. 

Nicht der gewünschte Erfolg

Dass die Zahlen nicht deutlicher zurückgehen, treibt Gesundheitsministerin Paulette Lenert die Sorgenfalten auf die Stirn. Seit dem 30. Oktober gilt eine Ausgangssperre zwischen 23 und 6 Uhr, zudem war damals die Zahl der erlaubten Kontakte von zehn auf vier heruntergesetzt worden. Die exponentielle Wachstumsrate konnte dadurch zwar gebrochen werden, die Zahlen blieben aber auf hohem Niveau. Auch die zweite Verschärfung der Corona-Regeln zeigt nach wie vor nicht die gewünschte Wirkung. Seit dem 26. November sind die Gastronomie-Betriebe und Kultureinrichtungen geschlossen, Sportveranstaltungen untersagt. Die Zahl der Kontakte wurde von vier auf aktuell nur noch zwei heruntergefahren.


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Deshalb sollen die Maßnahmen noch einmal verschärft werden. Am Mittwoch hatte die Regierung angekündigt, dass die großen Einkaufszentren einen detaillierten Maßnahmenkatalog vorlegen müssen, damit die Besucherströme besser kanalisiert werden können. Zudem ist es nicht mehr erlaubt, in den Zentren etwas zu essen oder zu trinken. Diese Maßnahme war nötig geworden, um eine strikte generelle Maskenpflicht durchzusetzen. Der Gesetzentwurf befindet sich auf dem Instanzenweg, das Parlament wird am Dienstag darüber abstimmen.

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