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Fapel: Zukunft der Kinder steht auf dem Spiel
Politik 2 Min. 28.01.2016

Fapel: Zukunft der Kinder steht auf dem Spiel

Der Dachverband der Elternvereinigungen möchte, dass der Staat Eltern, die eine Auszeit nehmen wollen, um sich um ihren Nachwuchs zu kümmern, stärker unterstützt.

Fapel: Zukunft der Kinder steht auf dem Spiel

Der Dachverband der Elternvereinigungen möchte, dass der Staat Eltern, die eine Auszeit nehmen wollen, um sich um ihren Nachwuchs zu kümmern, stärker unterstützt.
Foto: Shutterstock
Politik 2 Min. 28.01.2016

Fapel: Zukunft der Kinder steht auf dem Spiel

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Der Dachverband der Elternvereinigungen und Elternvertreter, macht sich Sorgen um die Zukunft der Kinder. Die Familien- und Bildungspolitik werfe immer mehr Fragen auf, ohne Antworten zu geben.

(mig) - Die Beschwerdeliste der Fapel ist lang. Sie beginnt mit dem Bedauern, dass die Eltern nicht gehört werden. "Die Eltern haben Ängste, sind unsicher, was die Zukunft ihrer Kinder angeht, und haben das Gefühl, nichts ausrichten zu können", sagte die Vorsitzende Jutta Lux-Hennecke am Donnerstag bei einer Pressekonferenz zur aktuellen Bildungspolitik.

Das Bildungsniveau schwinde bereits in der Grundschule. Sprachdefizite und Verhaltensauffälligkeiten nähmen zu, "doch niemand interessiert sich für die wirklichen Ursachen". Die Ursachen seien in der frühen Kindheit, also vor der Einschulung zu suchen, "doch für diese Zeit gibt es für Eltern keinen Ansprechpartner", so die Fapel-Vorsitzende.

Die Fapel fordert von der Politik, Eltern, die eine Auszeit nehmen wollen, um sich um ihren Nachwuchs zu kümmern, stärker zu unterstützen und zu fördern, z. B. durch die Fortzahlung der Rentenbeiträge während der Auszeit.

"Wir brauchen ein Umdenken. Wir müssen jungen Eltern mit auf den Weg geben, dass sie, wenn sie sich um ihre Kinder kümmern wollen, dazu auch die Möglichkeit haben. Das ist natürlich mit finanziellen Einbußen verbunden, aber wir sollten auch dieses Modell unterstützen und fördern, und nicht nur Eltern, die beide arbeiten gehen", so die Fapel-Vorsitzende.

Arbeitgeber müssten zwar nicht jede gewünschte Form der Flexibilität mitmachen, ihren Mitarbeitern aber dennoch entgegenkommen.

Lycée: Mehr Anpassung als Reform

Bei der von Bildungsminister Claude Meisch angekündigten Lycée-Reform handle es sich nicht um eine Reform, sondern lediglich um Anpassungen, die haufenweise Fragen aufwerfen, "auf die es keine Antwort gibt", so Jutta Lux-Heinnecke.

Die Eltern fragen sich, welche Schule und welche Sektion ihre Kinder wählen sollen, um welchen Abschluss zu machen, der welches Studium an welcher Uni erlaubt, erklärte die Fapel-Präsidentin.

Es sei nicht damit getan, dass jede Schule sich ein eigenes Profil gebe. "Wir brauchen nicht noch mehr Spezialisierungen, sondern eine breit gefächerte Bildung und Abschlüsse, die den Weg in viele Richtungen offen lassen", so die Fapel.

Umstrittener Werteunterricht

Anders als bei der Lycée-Reform, "über deren Notwendigkeit seit Jahren ein Konsens besteht, jetzt aber nichts kommt", sei von der Einführung eines Werteunterrichts nie die Rede gewesen, "aber der kommt jetzt", meinte die Fapel-Präsidentin weiter.

Da weder die Glaubens- noch die laizistischen Vertreter sich mit dem nun vorliegenden Rahmenlehrplan einverstanden erklärten, sei es besser, es bei der Wahlmöglichkeit, wie sie heute besteht, zu belassen, findet die Fapel.  

Auch in diesem Fall seien die Eltern nicht um ihre Meinung gefragt worden, beanstandete die Vorsitzende, die sich darüber hinaus wundert, "dass es für alles eine Pilotphase gibt, außer für den Werteunterricht".

In eigener Sache

Die Fapel (Fédération des associations de parents d'élèves du Luxembourg) kann nicht verstehen, wieso der Bildungsminister von der Schaffung einer nationalen Elternvertretung spricht. "Wir sind die nationale Elternvertretung und brauchen keine zweite Organisation", meinte Jutta Lux-Hennecke, die vor einer Spaltung der Elternschaft warnte. 


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