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Fage begräbt Plan für Joghurt-Fabrik in Luxemburg
Politik 22.09.2020

Fage begräbt Plan für Joghurt-Fabrik in Luxemburg

Die Großmolkerei sollte in der Industriezone Wolser gebaut werden.

Fage begräbt Plan für Joghurt-Fabrik in Luxemburg

Die Großmolkerei sollte in der Industriezone Wolser gebaut werden.
Foto: Lex Kleren
Politik 22.09.2020

Fage begräbt Plan für Joghurt-Fabrik in Luxemburg

Die umstrittene Großmolkerei nahe Düdelingen und Bettemburg wird nicht gebaut. Der griechische Konzern zog das Projekt zurück.

(jt) - Der griechische Joghurt-Produzent Fage gibt sein Projekt für den Bau einer Fabrik im Süden Luxemburgs auf. Das bestätigte das Wirtschaftsministerium am Dienstag in einer Pressemitteilung. Zuvor hatte RTL darüber berichtet.

Demnach wird sich Fage nicht in der Industriezone Wolser in der Nähe von Bettemburg und Düdelingen niederlassen. Letzte Verhandlungen mit Behördenvertretern hätten nicht gefruchtet. 

Treffen am Montag brachte keine Meinungsumkehr


An diesem Standort in der Industriezone Wolser nahe Bettemburg sollte die Joghurtfabrik eigentlich entstehen.
Ein Schuss in den Ofen
Kein Wunder, dass bei all den lautstarken Protesten und dem vergleichsweise lauwarmen Zuspruch der Joghurthersteller die Reißleine zieht.

Wirtschaftsminister Franz Fayot (LSAP) bedauerte die Entscheidung von Fage in einem Kommuniqué. Man sei am 17. September darüber informiert worden. Die Verantwortlichen des Konzerns hätten ihre Entscheidung bei einem Treffen am Montag im Ministerium noch einmal bekräftigt.

Das Projekt hätte zur Entwicklung der regionalen Wirtschaft beigetragen, die unter der gegenwärtigen Krise leide, so der Minister. Fayot sprach von einem geplanten Investitionsvolumen in Höhe von 277 Millionen Euro und 300 Arbeitsplätzen. Alles nun passé.


Desk, Industriegebiet, Gewerbezone, Corona Virus, Z.I. Wolser, Foto: Lex Kleren/Luxemburger Wort
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Die Minister Dieschbourg und Fayot haben im Parlament den Stand der Dinge im Dossier Fage präsentiert. Selbst Abgeordnete der Regierungsparteien üben Kritik.

Der Staat werde das Grundstück für den damaligen Kaufpreis zurückkaufen, erklärte der Minister. Fage hatte die Fläche für 30 Millionen Euro erstanden.

Fage wollte an dem 15 Hektar großen Standort 80.000 Tonnen Joghurt pro Jahr herstellen. Die Prozeduren zogen sich allerdings seit Bekanntwerden des Projekts im Jahr 2016 in die Länge. Der hohe Wasserverbrauch, der für die Produktion notwendig gewesen wäre, hatte immer wieder Anlass für Kontroversen gegeben. Zuletzt wurden gegen Fage International auch Vorwürfe wegen dubioser Steuerpraktiken laut.

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