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Hohe Infektionszahlen in den Schulen
Politik 3 Min. 20.01.2022
Corona-Wochenbericht

Hohe Infektionszahlen in den Schulen

Die Lehrergewerkschaft SNE vermutet, dass die Regierung eine Durchseuchung der Bevölkerung mittels einer Infektionswelle in den Schulen beabsichtigt.
Corona-Wochenbericht

Hohe Infektionszahlen in den Schulen

Die Lehrergewerkschaft SNE vermutet, dass die Regierung eine Durchseuchung der Bevölkerung mittels einer Infektionswelle in den Schulen beabsichtigt.
Foto: Getty Images
Politik 3 Min. 20.01.2022
Corona-Wochenbericht

Hohe Infektionszahlen in den Schulen

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
In den Schulen steigen die Infektionszahlen, Bildungsminister Meisch reagiert mit einer Lockerung der Quarantäneregeln, um Schulschließungen zu vermeiden.

In den Schulen steigen die Zahlen rasant. In der Woche vom 3. Januar hatte die Santé 1.797 positive Fälle im Fondamental und 1.822 Fälle im Secondaire gemeldet. 

Am Dienstag hatte Bildungsminister Claude Meisch (DP) im Rahmen einer Fragestunde mitgeteilt, dass sich in der vergangenen Woche (Woche des 10. Januar) 34 Klassen in einem Szenario 4 (mehr als fünf Fälle) befunden hätten. In diesen Klassen wurden alle Schüler, die nicht geimpft oder genesen sind, unter Quarantäne gestellt. Laut dem Wochenbericht der Santé, der am Donnerstag veröffentlicht wurde, gab es im Fondamental insgesamt 2.984 positive Fälle, im Secondaire waren es 1.929 Fälle.


In Luxemburg waren die Schulen im internationalen Vergleich am längsten geöffnet, dennoch hatte die Krise negative Auswirkungen auf die Leistungen der Schüler.
"Die Herausforderung ist akut"
Krankheitsbedingte Ausfälle in den Schulen seien in der kalten Jahreszeit kein neues Phänomen, so Minister Meisch. Die Herausforderung sei diesmal dennoch akut.

Am Dienstag hat Minister Meisch die Schulen darüber unterrichtet, dass die Quarantäneregeln nun auch im Zyklus 1 gelockert werden, das heißt, dass auch dort die Klassen (die Ungeimpften und nicht Genesenen) erst ab sechs Fällen unter Quarantäne gestellt werden. 

Die Lehrergewerkschaft SNE spricht in einer Pressemitteilung von einer „Durchseuchung“ und vermutet, dass die Lockerung darauf abzielt, „Klassenschließungen zu vermeiden und den Schulbetrieb so lange wie möglich aufrechtzuerhalten“. Das sei einerseits verständlich, andererseits aber löse dieses Vorgehen bei vielen Lehrkräften nur Kopfschütteln aus und stoße auf Unverständnis.

Die Gewerkschaft fragt sich, „ob in Anbetracht der rasant steigenden Infektionszahlen in den Grundschulen und der Bevölkerung jetzt wirklich der Zeitpunkt gekommen ist, die Quarantänebestimmungen im ersten Zyklus zu mildern" – zumal im Zyklus 1 keine Maskenpflicht herrscht und die Lehrer mit den Kindern in engem körperlichem Kontakt sind. 

„Wenn das Ziel der Regierung wirklich eine Durchseuchung der Gesellschaft mittels einer Infektionswelle unter den Jüngsten ist, dann sollte sie der Bevölkerung im Allgemeinen und den Professionellen des Erziehungsbereichs im Besonderen zumindest reinen Wein einschenken“, so noch das „Syndicat national des enseignants“. 

Dem Wochenbericht der Santé ist zu entnehmen, dass die Positivrate bei den Null- bis Zehnjährigen mit 38 Prozent und bei den Zehn- bis 19-Jährigen mit 43,9 Prozent am höchsten ist. In der Altersgruppe o-9 Jahre wurden 2.560 Kinder positiv getestet, in der Gruppe 10-19 Jahre waren es 2.154 Personen. 

In der Woche des 10. Januar wurden 37.804 PCR-Tests durchgeführt, von denen 11.728 positiv waren (Positivrate: 31,02 Prozent). Die getesteten Personen waren im Schnitt 28 Jahre alt (Vorwoche: 31,3 Jahre). 22.625 Personen befanden sich wegen einer Infektion in Isolation (Vorwoche: 14.657) und 8.787 Personen in Quarantäne (Vorwoche: 6.222). Der R-Wert lag bei 1,03 (Vorwoche: 1,46).

Von den 11.728 positiv getesteten Personen sind 5.406 un- oder nur teilgeimpft, 6.323 sind komplett geimpft. Bei den Ungeimpften liegt die Inzidenz bei 2.808 Fällen pro 100.000 Einwohner, bei den vollständig Geimpften bei 1.430 pro 100.000 Einwohner. 

Situation im Krankenhaus

67 Personen wurden wegen einer Covid-Erkrankung im Krankenhaus behandelt, davon 19 auf der Intensivstation. 14 der 19 Intensivpatienten sind nicht geimpft, fünf sind vollständig geimpft. Von den 48 Patienten auf der normalen Pflegestation sind 26 ungeimpft, 22 sind komplett geimpft. Die Krankenhauspatienten sind im Schnitt 48 Jahre alt. 

Sieben Personen sind in der Woche des 10. Januar in Verbindung mit einer Covid-Erkrankung gestorben (Vorwoche: 13). Das Durchschnittsalter der Verstorbenen liegt bei 78 Jahren.

Die Infektionswelle greift auch in den Alten- und Pflegeheimen weiter um sich. Am Mittwoch teilte Familienministerin Corinne Cahen (DP) in einem Video via Facebook mit, dass aktuell 108 Bewohner aus 22 Alters- und Pflegeheimen mit Corona infiziert seien. Vor exakt einer Woche hatte sie bei einer Pressekonferenz 42 positive Fälle gemeldet.

In den meisten Fällen handle es sich um geboosterte Personen, deshalb komme es auch nur selten zu schweren Krankheitsverläufen. Fünf Personen befänden sich im Krankenhaus, so noch die Ministerin, die an die ungeimpften Menschen appellierte, sich unbedingt impfen zu lassen. 

Impfungen

In der Woche des 10. Januar wurden 47.372 Impfdosen verabreicht, 4.039 Personen haben eine erste Impfung erhalten, 4.232 eine zweite und 39.101 Personen eine Boosterimpfung.


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