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Explodierende Infektionszahlen in den Schulen
Politik 2 Min. 13.01.2022
Aus dem Corona-Wochenbericht

Explodierende Infektionszahlen in den Schulen

In den Schulen sind die Infektionszahlen in der ersten Schulwoche regelrecht explodiert.
Aus dem Corona-Wochenbericht

Explodierende Infektionszahlen in den Schulen

In den Schulen sind die Infektionszahlen in der ersten Schulwoche regelrecht explodiert.
Foto: Getty Images
Politik 2 Min. 13.01.2022
Aus dem Corona-Wochenbericht

Explodierende Infektionszahlen in den Schulen

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
In der ersten Schulwoche wurden 3.619 positiv getestete Schüler und Lehrer gemeldet, das ist eine Steigerung um das Viereinhalbfache.

In der vergangenen Woche hat sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Vergleich zur Vorwoche quasi verdoppelt, von 5.643 auf 10.680 Fälle. Das teilte die Santé am Mittwoch in ihrem Wochenbericht mit. 

In den Krankenhäusern erfolgten 49 Neuaufnahmen von Patienten auf der normalen Pflegestation. Auf der Intensivstation blieb die Zahl der belegten Betten mit 20 unverändert. Das Durchschnittsalter der Covid-Patienten im Krankenhaus stieg von 56 auf 57 Jahre. 


Lehrer, Lehrerin, Grundschule, Schule (Foto: Shutterstock)
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Die Krankmeldungen bei Lehrern nehmen zu. Allein in den vergangenen Tagen wurden 158 zusätzliche Mitarbeiter rekrutiert.

27 von 49 neu eingewiesenen Patienten auf der Normalstation waren nicht geimpft, auf der Intensivstation sind 13 von 20 Patienten ungeimpft. Die Zahl der PCR-Tests stieg von 23.014 auf 36.198. Die Positivrate lag bei 29,50 Prozent, in der Vorwoche lag sie bei 24,52 Prozent. 

Zwischen dem 3. und 9. Januar sind zwölf Personen an oder mit Covid-19 gestorben. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen betrug 77 Jahre. 

Situation in den Schulen

Besondere Aufmerksamkeit verdient das Infektionsgeschehen bei den Minderjährigen beziehungsweise Schülern. In der ersten Woche nach den Weihnachtsferien sind die Zahlen durch die Decke gegangen: 1.797 positive Fälle im Fondamental und 1.822 Fälle im Secondaire. Zum Vergleich: In der letzten Schulwoche vor den Weihnachtsferien waren es laut dem Santé-Bericht 609 Fälle im Fondamental und 215 im Secondaire. 

Diese Explosion, gepaart mit einer hohen Abwesenheitsquote beim Personal – sei es krankheitsbedingt oder durch covidbedingte Isolation oder Quarantäne – ist ein Hinweis dafür, dass das System der Erfassung und Meldung der positiven Fälle an die Santé inklusive Verschicken von Quarantäneanordnungen komplett zusammengebrochen sein muss. 

Dies wiederum könnte eine Erklärung dafür sein, dass Bildungsminister Claude Meisch (DP) am vergangenen Montag die Quarantänen für geimpfte und genesene Schüler und Lehrer abgeschafft hat und warum positive Schnelltests nicht mehr durch einen PCR-Test bestätigt werden müssen und die Schnelltests jetzt als zertifizierte Tests gelten. Die Änderungen waren notwendig, weil das bisherige System mit der Entwicklung nicht mehr Schritt halten konnte. 

Vergleich mit der Gesamtbevölkerung 

Seitens der Santé heißt es, das Infektionsgeschehen in den Schulen reflektiere das Infektionsgeschehen in der Gesamtbevölkerung. Das stimmt aber nur bedingt. In der Bevölkerung liegt die Positivrate bei knapp 30 Prozent, das heißt: 30 Prozent der PCR-Tests sind positiv. 

Bei den Null- bis Neunjährigen hingegen liegt die Positivrate bei 40,1 Prozent. Von zehn getesteten Kindern sind vier positiv. Bei den Zehn- bis 19-Jährigen ist die Positivrate mit 42,5 Prozent sogar noch höher. 

In der Woche vor den Ferien lag die Positivrate bei zwölf bzw. neun Prozent, in der zweiten Ferienwoche bei 21,6 bzw. 28,7 Prozent und in der ersten Schulwoche sind die Zahlen explodiert. 

Man muss bedenken, dass zumindest in den Grundschulen quasi alle Schüler dreimal pro Woche und vielerorts wegen eines positiven Falles sogar täglich getestet werden, das Reservoir an Getesteten also viel größer ist als in der Gesamtbevölkerung, wo nicht systematisch getestet wird. Obwohl also in den Schulen proportional mehr Personen getestet werden als in der Gesamtbevölkerung, ist dort die Positivrate höher. Insofern lässt sich eher vermuten, dass das Virus in den Schulen stärker zirkuliert als in der Gesamtbevölkerung.

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