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Examen-Concours: Lehrer scheitern in Pädagogik und Didaktik
Politik 01.09.2014 Aus unserem online-Archiv

Examen-Concours: Lehrer scheitern in Pädagogik und Didaktik

191 von 315 angehenden Lehrern schafften in diesem Jahr den Examen-Concours nicht und müssen die Prüfungen im kommenden Jahr wiederholen.

Examen-Concours: Lehrer scheitern in Pädagogik und Didaktik

191 von 315 angehenden Lehrern schafften in diesem Jahr den Examen-Concours nicht und müssen die Prüfungen im kommenden Jahr wiederholen.
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Politik 01.09.2014 Aus unserem online-Archiv

Examen-Concours: Lehrer scheitern in Pädagogik und Didaktik

Die hohe Misserfolgsquote beim "Concours" für Lehranwärter hatte für Aufsehen gesorgt. Allein 56 Kandidaten sind wegen einer einzigen ungenügenden Note gescheitert. Ausgerechnet in Pädagogik und Didaktik.

(mig) - Von 315 Kandidaten haben in diesem Jahr 191 den Concours nicht bestanden. Das entspricht einer Misserfolgsquote von 61 Prozent. Diese Ergebnisse hatte das Ministerium Ende Juli veröffentlicht.

In seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der CSV-Abgeordneten Françoise Hetto-Gaasch gab der zuständige Minister Claude Meisch nun weitere Details bekannt.

56 Kandidaten sind wegen einer einzigen ungenügenden Note (< 7/20) in den Fächern Pädagogik und Didaktik durchgefallen, in den Kernthemen der Ausbildung also.

35 Kandidaten hatten eine ungenügende Note (> 7) in den gleichen Fächern, konnten diese aber kompensieren.

SNE-Präsident Patrick Remakel sprach gegenüber dem LW von bedenklichen Ergebnissen, „schließlich haben diese Kandidaten ein Diplom.“ Die Ergebnisse würfen Fragen auf, was die Anforderungen des Concours, aber auch die Lehrergrundausbildung betreffe. „Was fehlt, ist ein klares Lehrerprofil und klare Richtlinien zu den Inhalten der Ausbildung.“

Romain Martin, Bildungsforscher an der Universität Luxemburg, vergleicht den Grundschullehrer mit einem Generalisten, der in allem sehr kompetent sein muss, „wenn er offen für viele verschiedene Lernstrategien sein will“. Solche Lehrer seien dann doch eher selten, meint Martin, der sich deshalb fragt, ob man dieses makellose Profil heutzutage noch bei den Lehrern voraussetzen kann. Er siedelt das Profil des zukünftigen Grundschullehrers irgendwo zwischen einem Spezialisten (Secondaire) und dem Profil des Alleskönners an.

Über Maßnahmen zur Reduzierung der Misserfolgsquote wollte der Minister sich noch nicht äußern. Er wolle zunächst eine detaillierte Analyse der Ergebnisse abwarten. Dennoch stellte er eine Überarbeitung des Concours im Zuge der Reform im öffentlichen Dienst in Aussicht. Mit der Beamtendienstrechtsreform wird das dreijährige Praktikum für alle Staatsbeamten eingeführt, also auch für Lehrer. Künftig führt der Concours also nicht mehr unmittelbar zum Lehramt, sondern verschafft dem Lehranwärter lediglich Zugang zum Praktikum.  

Mit den Verantwortlichen der Universität Luxemburg will Meisch sich des Weiteren über mögliche Änderungen bei der Lehrergrundausbildung unterhalten, insbesondere was den Umgang mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen, Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten angeht.


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