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Europäischer Binnenmarkt: Bürokratische Hindernisse abbauen
Politik 22.10.2015

Europäischer Binnenmarkt: Bürokratische Hindernisse abbauen

Ein Drittel der kleinen und mittleren Luxemburger Betriebe ist im grenznahen Ausland tätig und generiert dort im Schnitt 20 Prozent des Umsatzes.

Europäischer Binnenmarkt: Bürokratische Hindernisse abbauen

Ein Drittel der kleinen und mittleren Luxemburger Betriebe ist im grenznahen Ausland tätig und generiert dort im Schnitt 20 Prozent des Umsatzes.
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Politik 22.10.2015

Europäischer Binnenmarkt: Bürokratische Hindernisse abbauen

Luxemburger Betriebe sind im grenznahen Ausland tätig, ausländische Betriebe in Luxemburg. Das ist gängige Praxis. Doch national unterschiedliche Bestimmungen machen den Betrieben das Leben schwer. Die Luxemburger Handwerkskammer fordert einen Abbau bürokratischer Hürden.

(mig) - Auf dem Luxemburger Markt sind sehr viele ausländische Betriebe aktiv. Umgekehrt betreibt ein Drittel der Luxemburger Betriebe grenzüberschreitende Aktivitäten. Für zwei Drittel dieser Betriebe handelt es sich dabei nicht um gelegentliche Aktivitäten, sondern sie sind Teil ihrer Betriebsstrategie, nicht zuletzt, weil sie national einer starken Konkurrenz ausgesetzt sind. Sieben Prozent sind auch über die Grenzregion hinaus tätig.

Eine noch nicht ganz abgeschlossene Studie im Auftrag der Chambre des métiers (2015) hat ergeben, dass die Luxemburger Betriebe rund 20 Prozent ihres Umsatzes im Ausland realisieren. Eine andere Studie, die bereits einige Jahre zurückliegt, ergab ähnliche Zahlen für ausländische Betriebe, die in Luxemburg aktiv sind.

Unausgeschöpftes Potenzial

"Luxemburg ist ein Paradebeispiel für den europäischen Binnenmarkt", sagte Elke Hartmann von der Luxemburger Handwerkskammer am Donnerstag bei einer Pressekonferenz über die Probleme, mit denen kleine und mittlere Betriebe auf dem europäischen Binnenmarkt zu kämpfen haben.

Der europäische Binnenmarkt funktioniert, aber nur bedingt. Trotz freiem Warenverkehr und Dienstleistungsfreiheit hat jedes EU-Land eigene Bestimmungen, die auch für ausländische Unternehmen gelten und mit hohem administrativem Aufwand verbunden sind. Am augenscheinlichsten sind die Hürden bei der Entsendung von Arbeitnehmern, weil jedes Land seine eigenen Regelungen zu  Arbeitsschutz, Mindestlohn oder Sozialversicherungsrecht hat. Doch auch beim Mehrwertsteuer- und Einkommenssteuerrecht, bei baurechtlichen Regelungen und technischen Normen fährt jedes Land seinen eigenen Kurs.

Forderungen der Handwerkskammer

Marc Gross von der Handwerkskammer fordert eine neue politische Strategie für das Handwerk und den Mittelstand in Europa. Die neue politische Ausrichtung sollte folgende fünf Prioritäten berücksichtigen: einen besseren Zugang zu internationalen Märkten und zu Finanzierungsmöglichkeiten, Förderung des Unternehmergeistes, Abbau von bürokratischen Hürden sowie Bekämpfung des Fachkräftemangels.


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