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Europäische Woche gegen den Krebs: Vorbeugen statt heilen
Politik 2 Min. 31.05.2016

Europäische Woche gegen den Krebs: Vorbeugen statt heilen

Um das Strahlenrisiko zu minimieren, sollen in Zukunft alle Röntgenaufnahmen eines Patienten im "carnet radiologique électronique" erfasst werden.

Europäische Woche gegen den Krebs: Vorbeugen statt heilen

Um das Strahlenrisiko zu minimieren, sollen in Zukunft alle Röntgenaufnahmen eines Patienten im "carnet radiologique électronique" erfasst werden.
Armand Wagner
Politik 2 Min. 31.05.2016

Europäische Woche gegen den Krebs: Vorbeugen statt heilen

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Im Rahmen des nationalen Krebsplans sollen ab Herbst Reihenuntersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs durchgeführt werden. Geplant ist auch ein Rauchverbot in privaten Fahrzeugen, wenn Kinder mitfahren.

(DS) - Demnächst soll die EU-Tabakdirektive vom Mai 2014 in nationales Recht umgesetzt werden. Gesundheitsministerin Lydia Mutsch will den Gesetzentwurf noch  vor der Sommerpause auf den Instanzenweg schicken. 

Rauchverbot in Privatfahrzeugen angedacht

In der ersten Version war lediglich ein Rauchverbot auf öffentlichen Spielplätzen vorgesehen, jetzt denkt die Ministerin darüber nach, das Rauchen auch in Privatfahrzeugen zu verbieten, wenn minderjährige Kinder mit an Bord sind. Damit will sie verhindern, dass Kinder und Jugendliche zum Rauchen animiert werden.

Das Gesetz sieht zudem eine Gleichbehandlung von elektronischer und normaler Zigarette vor. In Zukunft muss man überall dort auf die E-Zigaretten verzichten, wo auch normale Zigaretten verboten sind.

Ministerin Mutsch begründet ihren Schritt damit, dass E-Zigaretten mit süßen Aromen vor allem Jugendliche ansprechen. Und gerade die Jugendlichen, sind die Hauptzielgruppe der verschiedenen Anti-Raucherkampagnen. Tabak gilt bei Krebs als einer der Hauptrisikofaktoren. Der Kampf gegen den blauen Dunst ist daher einer der Schwerpunkte beim „Plan National Cancer“.

Programm zur Früherkennung von Darmkrebs

Der nationale Krebsplan, der seit 2014 in Kraft ist, setzt verstärkt auf die Vorbeugung. Um Vorbeugung geht es auch bei dem neuen Programm zur Früherkennung von Darmkrebs, das im Herbst anlaufen soll.

Wenn alles nach Plan verläuft, werden ab September gratis Kits für eine Stuhlprobe an alle Personen im Alter zwischen 55 und 74 Jahren verschickt. Die Probe kann dann an das Nationale Gesundheitslaboratorium zurückgeschickt werden, wo sie auf Blutspuren – ein mögliches Indiz für Dickdarmkrebs – untersucht wird. Fällt das Resultat positiv aus, wird zu einer Darmspiegelung geraten. Auch Personen, die einer Risikogruppe zugerechnet werden, sollen sich einer Koloskopie unterziehen. Ob man zu einer der Risikogruppen gehört, kann man selbst an Hand eines Fragebogens ermitteln, dass mit dem Kit verschickt wird.

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsart in Luxemburg. Wird die Krankheit im Frühstadium erkannt, sind die Heilungschancen gut: In neun von zehn Fällen ist Darmkrebs im Anfangsstadium heilbar. Für die Implementierung des Programms hat das Ministerium drei Millionen Euro veranschlagt.

Elektronisches Röntgen-Register

Um Risikovermeidung geht es bei dem geplanten „Carnet radiologique électronique“ (CRE). Mit dem Programm soll verhindert werden, dass Patienten unnötig der Röntgenstrahlung ausgesetzt werden.

In dem Register werden sämtliche bildgebende Untersuchungen elektronisch festgehalten, so dass die behandelnden Ärzte auf bereits vorliegende Aufnahmen zurückgreifen können. Zur Zeit befindet sich das Programm in der technischen Umsetzungsphase durch die Agentur E-Santé. Geklärt werden muss noch u. a. die Datensicherheit.

Auch die Arbeiten an dem Aktionsplan gegen Alkoholmissbrauch laufen auf vollen Touren. Im Gesundheitsministerium setzt man dabei vor allem auf Aufklärung.

Gut im Rennen

Was die Umsetzung des „Plan National Cancer“ für die Jahre 2014 bis 2018 anbelangt, zeigt sich Gesundheitsministerin Lydia Mutsch zuversichtlich. Der nationale Krebsplan war 2014 ins Leben gerufen worden und umfasst zehn Schwerpunkte mit insgesamt 73 verschiedenen Maßnahmen: „15 Aktionen konnten bereits abgeschlossen werden, 28 befinden sich in der Umsetzungsphase. Die restlichen 30 werden wir bis 2018 schaffen“, so die Ministerin optimistisch. Mutsch hatte die Europäischen Krebswoche und den heutigen Weltnichtrauchertag zum Anlass genommen, um über die Fortschritte bei der Krebsbekämpfung zu informieren.


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