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Aus für Gramegna
Politik 04.12.2017 Aus unserem online-Archiv
Eurogruppenchef

Aus für Gramegna

Die 19 Finanzminister des Euroraums entschieden sich gegen den Luxemburger.
Eurogruppenchef

Aus für Gramegna

Die 19 Finanzminister des Euroraums entschieden sich gegen den Luxemburger.
Foto: Guy Jallay
Politik 04.12.2017 Aus unserem online-Archiv
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Aus für Gramegna

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Luxemburgs Pierre Gramegna hat es am Montag nicht geschafft, genügend Euro-Staaten davon zu überzeugen, dass er die Eurogruppe künftig leiten sollte.

(dv/dpa) - Luxemburgs Pierre Gramegna hat es am Montag nicht geschafft, genügend Euro-Staaten davon zu überzeugen, dass er die Eurogruppe künftig leiten sollte.

Mario Centeno leitet als Nachfolger von Jeroen Dijsselbloem künftig die Eurogruppe.
Mario Centeno leitet als Nachfolger von Jeroen Dijsselbloem künftig die Eurogruppe.
AFP

Die 19 Finanzminister des Euroraums entschieden, den portugiesischen Finanzminister Mario Centeno zu ihrem Vorsitzenden zu machen.

Das Rennen hatte sich auf die zwei Kandidaten Centeno und Gramegna zugespitzt. Gramegna wurde Zweiter.

Die Gruppe tagt seit 1998 informell. In den vergangenen Jahren spielte sie vor allem in der Schuldenkrise eine maßgebliche Rolle.

Hinter verschlossenen Türen entschieden die Minister aus den Ländern mit der Gemeinschaftswährung dabei über milliardenschwere Hilfsprogramme und teils harsche Reformauflagen für Krisenländer.

„Ronaldo der Eurogruppe”

Der an der Algarve geborene Mario Centeno ist seit zwei Jahren Finanzminister Portugals. Für sein Wirken in den Nachwehen der Finanzkrise erhielt er dabei von etlichen Seiten Lob. Nach jahrelangen Spar- und Reformmaßnahmen und gut drei Jahren unter dem EU-Rettungsschirm steht Portugal seit Mai 2014 finanziell wieder auf eigenen Beinen. 2016 wurde mit 2,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gar das niedrigste Haushaltsdefizit seit 1974 registriert.

Der frühere Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble verlieh dem 50-Jährigen den mittlerweile viel zitierten Spitznamen „Ronaldo der Eurogruppe“ - in Anspielung auf den ebenfalls aus Portugal stammenden Weltfußballer.

Centeno studierte Wirtschaftswissenschaften in Lissabon, bevor er 1995 in die USA zog, wo er an der renommierten Harvard-Universität promovierte und dort auch seinen Master in Wirtschaft machte. Im Jahr 2000 kehrte er mit seiner Frau und den drei Kindern in die Heimat zurück, wo er in den Folgejahren verschiedene Posten bei der Bank von Portugal besetzte. Seit knapp vier Jahren ist er Sonderberater des Geldinstituts. Zudem ist er Buchautor und Gastprofessor an der Lissaboner „Universidade Nova“. Centeno spricht laut Lebenslauf neben Portugiesisch fünf weitere Sprachen.


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