Eurobarometer Herbst 2015: Einwanderung dringendstes Problem
(mig) - Die Eurobarometer-Befragung wurde im November 2015 durchgeführt, zu einem Zeitpunkt also, als die Flüchtlingskrise sich in der EU verschärfte. Die Ergebnisse spiegeln das Ausmaß dieser Krise wider: Die Einwanderung stellt nach Ansicht der Europäer das wichtigste Problem dar, das die EU zu bewältigen hat. 58 Prozent der Befragten sind dieser Meinung. Im Vergleich zur Erhebung im Frühjahr 2015 ist der Prozentsatz um 20 Punkte gestiegen.
Die Einwanderung wird auch in den einzelnen Mitgliedstaaten auf nationaler Ebene als dringendstes Problem angesehen. In Luxemburg wählten 35 Prozent der Befragten diese Antwort, an zweiter Stelle wurde hierzulande das Wohnungsproblem genannt (34 Prozent), gefolgt von der Arbeitslosigkeit (31 Prozent).
Ganz anders die Einschätzung auf europäischer Ebene, wo die Angst vor Terrorismus auf Platz 2 der wichtigsten Probleme rangiert. Mit 25 Prozent Zustimmung ist dieser Prozentsatz seit Frühjahr 2015 um acht Punkte gestiegen. In Luxemburg hält sich die Angst vor Terroranschlägen in Grenzen, sie rangiert lediglich auf Platz 10 (5 Prozent).
Negatives Gefühl
Die Einwanderung von Menschen aus anderen Mitgliedstaaten ruft bei einer breiten Mehrheit der Europäer ein positives Gefühl hervor (55 Prozent, + 4 Prozent seit Frühjahr 2015), 38 Prozent stehen der innereuropäischen Migration eher negativ gegenüber, wobei dieser Prozentsatz seit Frühjahr 2015 um zwei Punkte zurückgegangen ist. In Luxemburg befürworten 77 Prozent der Befragten die Einwanderung von EU-Bürgern. Damit liegt das Großherzogtum an zweiter Stelle nach Schweden (80 Prozent).
Ganz anders verhält es sich bei der Einwanderung von Menschen aus Drittstaaten. Sie ruft lediglich bei 34 Prozent der Europäer ein positives, bei 59 Prozent jedoch ein negatives Gefühl hervor. In 25 Mitgliedstaaten stehen die Bürger der Einwanderung von Nicht-EU-Bürgern mehrheitlich negativ gegenüber. In Luxemburg sind es 41 Prozent. Nur in zwei Ländern hat die Mehrheit (Schweden: 70 Prozent, Spanien: 53 Prozent) ein positives Gefühl im Zusammenhang mit der Einwanderung von Drittstaatsangehörigen.
