Wählen Sie Ihre Nachrichten​

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker: Spekulationen um Verzicht auf zweite Amtszeit
Politik 2 Min. 31.05.2016 Aus unserem online-Archiv

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker: Spekulationen um Verzicht auf zweite Amtszeit

Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Gespräch mit Journalisten auf der "Geburtstagsfeier" der EVP am Montag in Luxemburg.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker: Spekulationen um Verzicht auf zweite Amtszeit

Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Gespräch mit Journalisten auf der "Geburtstagsfeier" der EVP am Montag in Luxemburg.
Foto: Gerry Huberty
Politik 2 Min. 31.05.2016 Aus unserem online-Archiv

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker: Spekulationen um Verzicht auf zweite Amtszeit

Christoph BUMB
Christoph BUMB
Strebt Jean-Claude Juncker 2019 keine Verlängerung seines Mandats als Präsident der EU-Kommission an? Eine entsprechende Aussage des Ex-Premiers am Rande der Feierlichkeiten zum 40. Geburtstag der EVP nährt die Spekulationen.

(CBu/dv) - Strebt Jean-Claude Juncker 2019 keine Verlängerung seines Mandats als Präsident der EU-Kommission an? Eine entsprechende Aussage des Ex-Premiers am Rande der Feierlichkeiten zum 40. Geburtstag der EVP nährt Spekulationen.

Juncker wurde vor der Kamera von "RTL Luxemburg" unter anderem über die Perspektive einer erneuten Kandidatur für die Kommissionspräsidentschaft befragt. Zuerst wich Juncker aus. Auf wiederholte Nachfrage sagte er dann, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die EVP 2019 noch einmal mit einem Spitzenkandidaten Jean-Claude Juncker antritt, "extrem klein" sei.

Juncker-Sprecherin: "Reine Spekulationen"

Es ist nicht das erste Mal, dass Juncker auf seine politische Zukunft angesprochen wird. Bisher lautete die politisch korrekte Antwort jedoch stets, dass er für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt sei und sich die Frage einer Kandidatur darüber hinaus momentan nicht stelle. Jetzt deutete der langjährige Luxemburger Regierungschef aber erstmals selbst an, dass eine zweite Amtszeit für ihn nicht wahrscheinlich scheint.

Eine Sprecherin der EU-Kommission spricht auf Nachfrage des LW von reinen Spekulationen. Die Juncker-Kommission sei gerade einmal 18 Monate im Amt. "Präsident Jean-Claude Juncker verwendet seine Energie, um die Polykrise, in der sich Europa befindet, zu überwinden", so die Sprecherin. Dies erfordere "täglich harte Arbeit", die jedenfalls "besser investierte Zeit ist, anstatt darüber zu spekulieren, was in drei Jahren passieren könnte".

Rücktrittsgerüchte halten sich hartnäckig

Es ist in der Tat fraglich, wie Juncker den Satz gemeint haben könnte. Ebenso fraglich scheint aber, dass sich Juncker die Tortur der Kür des Kommissionschefs noch einmal antun wird. 2014 wurde die Wahl des EU-Spitzenpostens erstmals politisch an den Ausgang der Europawahlen gekoppelt. Junckers definitiver Ernennung gingen damals ein langer, schmutziger Wahlkampf und zähe Verhandlungen zwischen den Regierungen der EU-Mitgliedstaaten voraus. Mit dem britischen Premier David Cameron und dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban stimmten in der entscheidenden Ratssitzung zwei Staaten gegen Junckers Ernennung.

Auch seitdem sieht sich der Luxemburger immer wieder Angriffen aus unterschiedlichen Ländern und den Medien ausgesetzt. Gerüchte über Junckers verschlechterten Gesundheitszustand halten sich hartnäckig. Regelmäßig werden in Brüssel auch gezielt Gerüchte über einen möglichen vorzeitigen Rücktritt Junckers gestreut. An diesen Gerüchten sei aber nichts dran, versichert Junckers Kabinett in der Kommission.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

EU-Gipfel: Schlüsselrolle für Juncker: Der Griechen-Versteher
Schlägt beim EU-Gipfel die Stunde von Jean-Claude Juncker? Kein Brüsseler Spitzenpolitiker kann besser mit den Griechen als der EU-Kommissionschef. Und so könnte Luxemburgs Ex-Premier bei der Lösung der Griechenkrise eine Schlüsselrolle zukommen - auch wenn er sich bis dato vornehm zurückhielt.
4. Februar 2015: Herzliche Begrüßung für Athens Premier Alexis Tsipras durch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.
EU-Kommission: Was lange währt ...
Der EU-Gipfel hat Jean-Claude Juncker als neuen Präsidenten der EU-Kommission benannt - wie erwartet ohne die Stimmen von Großbritannien und Ungarn. CSV-Parteipräsident Marc Spautz ist erfreut, "dass die Vernunft am Ende gesiegt hat".
Jean-Claude Juncker darf sich endlich freuen: Nach langem hin und her wurde er am Freitag zum neuen Kommissionspräsidenten ernannt.
Chronologie: Junckers Weg Richtung EU-Spitze
Erstmals konnten die Bürger bei den Europawahlen Spitzenkandidaten für das Amt des Kommissionspräsidenten wählen. Die EVP gewann, doch plötzlich war nicht mehr selbstverständlich, dass Juncker der neue Präsident wird. Der Nachrichtenverlauf im Überblick.
Jean-Claude Juncker Ende Mai im Europaparlament in Brüssel.
In Erwartung des EU-Gipfels: Alle Zeichen stehen auf Juncker
Wenn es nach den berühmten diplomatischen Kreisen in Brüssel geht, sind die Würfel in der Diskussion um den nächsten Kommissionspräsidenten gefallen. Es bestehe kein Zweifel daran, dass Juncker als Kandidat vom Europäischen Rat nominiert werde, heißt es. Eine Entscheidung auf dem Gipfel am 26./27. Juni in Brüssel wird immer wahrscheinlicher.
Immer zuversichtlicher und immer näher am Ziel: Jean-Claude Juncker.