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Juncker: "Sehe ich aus wie ein Opfer? Nein!"
Politik 2 Min. 10.09.2014 Aus unserem online-Archiv
EU-Kommissionschef gibt sich selbstbewusst

Juncker: "Sehe ich aus wie ein Opfer? Nein!"

Jean-Claude Juncker versicherte am Mittwoch, er möchte im hohen Alter keine Karriere als Diktator beginnen. Foto: Reuters
EU-Kommissionschef gibt sich selbstbewusst

Juncker: "Sehe ich aus wie ein Opfer? Nein!"

Jean-Claude Juncker versicherte am Mittwoch, er möchte im hohen Alter keine Karriere als Diktator beginnen. Foto: Reuters
YVES HERMAN
Politik 2 Min. 10.09.2014 Aus unserem online-Archiv
EU-Kommissionschef gibt sich selbstbewusst

Juncker: "Sehe ich aus wie ein Opfer? Nein!"

Es war die bisher wichtigste Pressekonferenz des gewählten EU-Kommissionspräsidenten. Hier einige markante Auszüge aus Junckers Rede in Brüssel.

(ml) - Bereits in der vergangenen Woche standen die Namen der 27 künftigen Kommissionsmitglieder fest. Am Mittwoch gab der neue Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker die Aufgabenverteilung bekannt.

Seit längerem war bekannt, dass Juncker ein Frauenproblem hatte. Sieben Vizepräsidenten werden der neuen Kommission angehören. Sie sollen Juncker vollumgänglich vertreten und seine Autorität in ihrem jeweiligen Bereich ausüben können, heißt es in Brüssel.

Der Mangel an Kandidatinnen bereitete ihm viel Kopfzerbrechen. Nachdem Belgien die flämische Christdemokratin Thyssen ins Rennen schickte, hat Juncker sein Minimalziel erreicht. 9 Frauen werden in der neuen Kommission vertreten sein. "Das ist kein riesiger Fortschritt, aber auch kein Rückschritt", sagte Juncker am Mittwochmittag auf einer Pressekonferenz in Brüssel.

Am Anfang seien nur drei weibliche Kandidaturen für einen Posten der EU-Kommission eingereicht worden. Den ganzen August habe er am Telefon verbracht, um die Frauenquote zu erhöhen, so Juncker. Auch das Kabinett seines Vorgängers José Manuel Barroso setzte sich ebenfalls aus neun Frauen zusammen.

Die neue Kommission ist sehr stark politisch geprägt. "Mein Team umfasst neun ehemalige Premiers oder ehemalige Premiers", so Juncker. In der neuen Brüsseler Behörde werden 15 Konservative, fünf Liberale und acht Sozialdemokraten vertreten sein.

Juncker räumte ein, dass es Bedenken gegen einige Kommissare und wahrscheinlich gegen mache Zuständigkeitsbereiche gebe, die er einigen Kollegen zugeordnet habe. "Das ist kein ungewöhnlicher Vorgang. Ich werde in allen Fällen respektieren, was das EU-Parlament als Beschluss vorlegen wird", so Juncker.

Er sei es ja gewohnt, dass nicht jede Ernennungen sofortige spontane Zustimmung erhalte. "Sehe ich aus wie ein Opfer ? Nein!", unterstrich Juncker mit einer Prise Humor.

"Ich will keine Karriere als Diktator"

Juncker betonte, er werde die Kommission nicht präsidial sondern kollegial führen. "Wer sich vornimmt, seine Rechte mit den anderen Vizepräsidenten zu teilen, macht ja deutlich, dass er im hohen Alterkeine Karriere als Diktator beginnen möchte", sagte Juncker, der sich selbst als bescheidener Mensch bezeichnete.

Sein Ziel sei es, dass die EU-Kommission "ohne Eifersüchteleien" eine Politik aus einem Guss umsetzt. "Ich werde der große Koordinator der etwas weniger großen Koordinatoren sein", so Juncker.

Der angehende Nachfolger von Barroso will, dass seine Kommission sich nicht nur in Brüssel bemerkbar macht. Es sei Aufgabe der Vizepräsidenten und Kommissare, in den jeweiligen Mitgliedstaaten nicht nur ihr Teilgebiet vorzustellen, sondern die gesamte Politik der Kommission.

Kommissare sollten vor Ort präsent sein. In den nächsten Jahren müsse die Kommission eine offensive Kommunikationspolitik üben. Dies sei nicht mit einer Propagandapolitik zu verwechseln, sagte Juncker.

Zum Hauptbericht: Juncker will eine "Politik aus einem Guss"


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