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EU-Kommission: Wird Juncker zum "Grenzgänger"?
Politik 30.09.2014 Aus unserem online-Archiv

EU-Kommission: Wird Juncker zum "Grenzgänger"?

Brüsseler Kreise: Jean-Claude Juncker zieht in Betracht, auch als amtierender Kommissionspräsident zwischen Brüssel und Luxemburg zu pendeln.

EU-Kommission: Wird Juncker zum "Grenzgänger"?

Brüsseler Kreise: Jean-Claude Juncker zieht in Betracht, auch als amtierender Kommissionspräsident zwischen Brüssel und Luxemburg zu pendeln.
Foto: Reuters
Politik 30.09.2014 Aus unserem online-Archiv

EU-Kommission: Wird Juncker zum "Grenzgänger"?

Der designierte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker denkt anscheinend darüber nach, seinen neuen Job nicht nur vom Hauptsitz der EU-Kommission aus auszuüben. Laut LW-Informationen will er zwischen Luxemburg und Brüssel pendeln.

(CBu) - Bis zum Schluss lässt sich Jean-Claude Juncker alle Türen offen: Erst wenn er ohne Wenn und Aber als neuer Präsident der EU-Kommission im Amt ist, will er sein Abgeordnetenmandat in seiner Heimat aufgeben. Als Zwischenstufe seines Abschieds aus der nationalen Politik gibt er am 1. Oktober sein Amt als CSV-Fraktionschef ab. Erst dann darf Claude Wiseler als sein seit Juli designierter Nachfolger in diesem Amt den Titel offiziell tragen.

Am 1. November soll es jedenfalls so weit sein. Dann soll der frisch ernannte Kommissionspräsident Juncker sein Arbeitsdomizil von der Rue du Rost in der Luxemburger Altstadt in die Rue de la Loi im Brüsseler Europaviertel verlegen. Oder vielleicht doch nicht?

Laut LW-Informationen plant Juncker nämlich auch, im Fall seiner definitiven Ernennung zum Kommissionspräsidenten einen Teil seiner Arbeit von Luxemburg aus zu verrichten. Wo sich diese „Filiale“ des Brüsseler Kommissionschefs befinden und wie sie funktionieren soll, ist aber noch nicht ausgemacht. Aus Brüsseler Kreisen heißt es, dass diesbezüglich noch keine definitive Entscheidung gefallen sei.

Juncker sucht noch "langfristige Unterkunft"

Juncker plane aber, während seiner Amtszeit zwischen Brüssel und Luxemburg zu pendeln. Derzeit gebe es dazu „ernsthafte Überlegungen“, wie er dies organisatorisch am besten einrichten kann. Die geografische Nähe zwischen Luxemburg und dem Hauptsitz der Europäischen Kommission würde die Realisierung jedenfalls prinzipiell ermöglichen.

Aus dem Umfeld von Junckers „transition team“ wollte man die „Pendel-Pläne“ nicht bestätigen. Jean-Claude Juncker bemühe sich derzeit um „Möglichkeiten einer langfristigen Unterkunft“ in Brüssel, hieß es auf Nachfrage des LW. Momentan pendele der kommende Kommissionspräsident aber noch zwischen Luxemburg und der belgischen Hauptstadt, wo er „je nach Bedarf zwei bis drei Tage in der Woche“ präsent sei und in dieser Zeit bis auf Weiteres noch im Hotel übernachte.

Sollte Juncker diese Praxis auch während seiner Amtszeit beibehalten, würde er damit zum wohl bekanntesten Grenzgänger des Großherzogtums.


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