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EU-Kommission bekräftigt Vorgehen gegen Steuervorteile für Konzerne
Politik 06.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Luxembourg Leaks

EU-Kommission bekräftigt Vorgehen gegen Steuervorteile für Konzerne

Jean-Claude Juncker will sich in dieses Dossier nicht selbst einmischen.
Luxembourg Leaks

EU-Kommission bekräftigt Vorgehen gegen Steuervorteile für Konzerne

Jean-Claude Juncker will sich in dieses Dossier nicht selbst einmischen.
AFP
Politik 06.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Luxembourg Leaks

EU-Kommission bekräftigt Vorgehen gegen Steuervorteile für Konzerne

Wettbewerbshüter nehmen Steuerpraktiken seit 2013 unter die Lupe. Jean-Claude Juncker will sich nicht einmischen, er will seine Meinung für sich behalten.

(dpa) - Die EU-Kommission hat ihr Vorgehen gegen fragwürdige Steuerkonstrukte von Staaten zugunsten von Konzernen bekräftigt. „Die EU-Kommission ist die Hüterin der Verträge“, sagte eine Kommissionssprecherin am Donnerstag in Brüssel. „Wir gehen gegen alle Mitgliedsstaaten gleichermaßen vor, die durch Steuermaßnahmen bestimmten Unternehmen ungerechtfertigte Wettbewerbsvorteile gewähren.“ Solche versteckten staatlichen Beihilfen sind nach europäischem Recht verboten.

Aus diesem Grund nehmen die Wettbewerbshüter schon seit Sommer 2013 die Steuerpraktiken in einigen EU-Ländern unter die Lupe. So laufen derzeit vier Prüfverfahren gegen Irland, die Niederlande und Luxemburg. Dabei geht es um den Verdacht illegaler Steuervorteile für den Online-Händler Amazon und für die Finanztochter des Fiat-Autokonzerns (Fiat Finance and Trade) in Luxemburg. Zudem prüft Brüssel eine mögliche steuerliche Begünstigung für Apple in Irland und Starbucks in den Niederlanden.

Juncker enthält sich

Der neue EU-Kommissionschef und langjährige Luxemburger Premier Jean-Claude Juncker hatte am Mittwoch in Brüssel auf die Frage nach diesen Fällen bekräftigt: „Die Kommission wird ihre Arbeit machen. Ich werde mich in dieses Dossier nicht einmischen. (...) Ich habe eine Meinung dazu, aber ich werde diese für mich behalten.“ Neue EU-Wettbewerbskommissarin ist die Dänin Margrethe Vestager.

Deutsche Kritik

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat am Donnerstag  fragwürdige Steuerkonstruktionen von Konzernen mit Hilfe auch von EU-Staaten im Allgemeinen kritisiert.

Schäuble: „Es kann ja nicht sein, dass sich Wenige auf Kosten Vieler bereichern.“

Auf die von Luxemburg genehmigten Steuergestaltungen, mit der auch deutsche Unternehmen ihre Steuerlast erheblich gesenkt haben sollen, ging Schäuble zwar nicht direkt ein. Vor dem Bundestag sagte Schäuble aber: „Es kann ja nicht sein, dass sich Wenige auf Kosten Vieler bereichern.“ Dies gelte für Staaten wie Unternehmen sowie für Kleine wie Große, betonte er in einer Regierungserklärung.

Die Zahl der weltweiten Fluchtburgen für Steuerbetrüger wird nach Einschätzung des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble weiter sinken.


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