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Etienne Schneider: „Sistema steht nicht auf Sanktionsliste"
Politik 26.02.2022 Aus unserem online-Archiv
Krieg in der Ukraine

Etienne Schneider: „Sistema steht nicht auf Sanktionsliste"

Etienne Schneider bei seiner letzten Pressekonferenz als Regierungsmitglied im Jahr 2020.
Krieg in der Ukraine

Etienne Schneider: „Sistema steht nicht auf Sanktionsliste"

Etienne Schneider bei seiner letzten Pressekonferenz als Regierungsmitglied im Jahr 2020.
Archivfoto: Guy Wolff
Politik 26.02.2022 Aus unserem online-Archiv
Krieg in der Ukraine

Etienne Schneider: „Sistema steht nicht auf Sanktionsliste"

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Der ehemalige Wirtschaftsminister reagiert auf Kritik an seinem Verwaltungsratsposten bei dem russischen Unternehmen. Es gehe nicht um Geld.

Luxemburgs ehemaliger Wirtschaftsminister Etienne Schneider (LSAP) hat auf Kritik an seinem Verwaltungsratsposten beim russischen Unternehmen Sistema reagiert, dem Hauptaktionär der russischen East West United Bank, bei der wiederum Schneiders Parteifreund und Amtsvorgänger Jeannot Krecké im Verwaltungsrat sitzt. 

Schneider sagte gegenüber RTL: Sowohl Krecké als auch ihm selbst gehe es zurzeit hauptsächlich darum, die etwa 100 Arbeitsplätze, die in Luxemburg an der East West United Bank (EWUB) hängen, zu sichern. Die EWUB müsse die Krise überstehen. Schneider betonte, dass weder Sistema noch die EWUB derzeit auf einer Sanktionsliste stehen. Sollte sich das ändern, würden sowohl er als auch Krecké von ihren jeweiligen Posten zurücktreten. 


Vorsitzender des Verwaltungsrats Luxemburgs ist der ehemalige Wirtschaftsminister Jeannot Krecké.
Jeannot Krecké bleibt im Aufsichtsrat
Die East-West United Bank (EWUB) veröffentlicht am Freitag eine Pressemitteilung und betont: „Wir sind nicht Teil des russischen Staates."

Er sei außerdem einig mit Krecké, dass beide ihre Bezüge aus den jeweiligen Posten einer Luxemburger Organisation spenden, die sich um ukrainische Flüchtlinge kümmert. 

Unter anderem der LSAP-Fraktionsvorsitzende Yves Cruchten hatte Schneider und Krecké für das Festhalten an ihren Posten auch nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine heftig kritisiert. Es sei „nicht der Moment, mit Russland Geschäfte zu machen“, hatte Cruchten gesagt. Auch die Jugendorganisation der LSAP, die Jonk Sozialisten, hatte einen Rücktritt von den Ämtern und eine klare Distanzierung gefordert. 

Die EWUB hatte am Freitag in einer Pressemitteilung erklärt, dass Jeannot Krecké im Verwaltungsrat bleibe – sie sei eine eigenständige Luxemburger Bank. 

Anders als die beiden ehemaligen Luxemburger Minister haben bereits einige internationale Ex-Politiker Posten bei russischen Firmen aufgegeben. Die ehemaligen Ministerpräsidenten Italiens und Finnlands, Matteo Renzi und Esko Aho, verkündeten bereits am Donnerstag ihre Rücktritte aus den Aufsichtsräten zweier russischer Unternehmen. Auch der ehemalige französische Premier François Fillon hat seine Mandate bei russischen Staatsunternehmen niedergelegt.

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